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Mensch sozialisiere dich (nicht): Karrierespielregeln

Mensch sozialisiere dich (nicht): Karrierespielregeln

KarrierespielregelnUm erfolgreich zu sein bedarf es mehr als fachliche Kompetenzen. Zum Beispiel sollte man die allseits geforderten ‚Soft-Skills’ beherrschen. Doch damit nicht genug. Beruflicher Erfolg erfordert immer auch ein gewisses Maß politisches Geschick. Die Jobbörse ABSOLVENTA verrät, an welche Spielregeln man sich halten sollte, um die eigene Karriere voran zu treiben.

Menschen verfolgen mit ihrer beruflichen Tätigkeit verschiedene Ziele. Da gibt es zum einen die sachlichen Ziele, die sich aus der jeweiligen Funktion im Unternehmen ergeben. Diese Ziele beziehen sich auf die erfolgreiche Umsetzung der (vorgegebenen) Aufgaben im jeweiligen Tätigkeitsbereich. Auf der anderen Seite stehen die persönlichen Karriere-Ziele. Dazu gehört beispielsweise der Wunsch nach dem beruflichen Aufstieg.

Um im Beruf erfolgreich zu sein und persönliche Interessen umzusetzen, muss man beweisen, dass man sachliche Ziele erreichen kann. Unabhängig davon, auf welcher Hierarchieebene man sich befindet, zählt also die Leistung, die man erbringt, um den Unternehmenserfolg voran zu treiben. Doch dazu benötigt man nicht nur fachliches Know-how, sondern auch soziale Kompetenzen– und politisches Fingerspitzengefühl.

Firmenpolitik verstehen und clever handeln

Wer Karriere machen will, muss sich mit der „politischen Situation“ im Unternehmen vertraut machen, um die Machtverhältnisse und Interessensgruppen zu ergründen. Erst, wer die zwischenmenschlichen Beziehungen und bestehenden Machtkämpfe im Unternehmen kennt, kann sich dementsprechend in das Organisationsgefüge einbringen und mit diplomatischem Geschick die eigenen Interessen durchsetzen.

Dazu benötigt man in der Regel die Unterstützung von anderen Menschen. So muss man seinen Vorgesetzten von den eigenen Ideen und Vorschlägen überzeugen. Ebenso müssen die Kollegen dazu gebracht werden, an der Umsetzung von Entscheidungen mitzuwirken.

Macht sanft ausüben

Überzeugungskraft allein reicht in diesem Zusammenhang zumeist nicht aus. Um den eigenen Willen durchzusetzen, benötigt man deshalb ein gewisses Maß an Macht. Doch Vorsicht: Macht ist nicht gleichzusetzen mit ‚ich zwinge jemanden, etwas zu tun’. Im betrieblichen Umfeld bieten sich vielmehr subtilere Mittel der Machtausübung an. Ein Beispiel hierfür ist das Schmeicheln, welches gern eingesetzt wird, um Mitarbeiter zu bestimmten Handlungen zu bewegen. Doch auch hier sollte man vorsichtig sein. Zu offensichtliches ‚Honig um den Mund schmieren’ führt schnell zur Missgunst seitens der Kollegen.

In jedem Fall sollte man sich die Interessen der Kollegen vor Augen halten, um dann einen geeigneten Weg zu finden, darauf einzugehen. Beispielsweise verfolgt ein Account Manager über andere Prioritäten als ein Marketing-Manager. Dennoch müssen beide Zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Produkt entstehen zu lassen. Damit das funktioniert, müssen beide Seiten mit nachvollziehbaren Argumenten den eigenen Standpunkt darlegen und auch Zugeständnisse machen, um schließlich einen Kompromiss zu finden.

Interessenskonflikte diplomatisch lösen

Interessenskonflikte innerhalb des Unternehmens sind immer auch kleine Machtkämpfe – selbst, wenn es sich ausschließlich um sachliche Ziele handelt. Das heißt: Ich verfolge ein bestimmtes Ziel. Um dieses erreichen zu können, benötige ich jedoch die Hilfe eines anderen. Der wiederrum hat jedoch seine eigenen Vorstellungen, die mit meinen nicht übereinstimmen. Ein Konflikt entsteht, für den es nur zwei Lösungsmöglichkeiten gibt: Beide Parteien einigen sich auf einen Kompromiss, oder ein Machtkampf entsteht.

In beiden Fällen ist es der ‚Mächtigere’, dem es besser gelingt, seine Interessen durchzusetzen. Wer der Mächtigere ist, ist allerdings nicht nur von der jeweiligen Hierarchiestufe abhängig. Ebenso kann man über ein gewisses Maß an Macht verfügen, wenn man eine gute Beziehung zu den Vorgesetzten und Kollegen pflegt oder aber bereits durch bisherige Erfolge überzeugen konnte.

Als Berufseinsteiger Macht gewinnen

Berufseinsteiger haben es in unternehmensinternen Beziehungsgefügen zunächst schwer. Um sich ein gewisses Maß an ‚Macht’ zu erarbeiten, bedarf es über das Fachwissen hinaus bestimmter Soft Skills, um sich in das Beziehungsgefüge innerhalb des Unternehmens einzubringen. Dazu gehören soziale Kompetenzen wie emotionale Intelligenz (Emotionen wahrnehmen, verstehen und beeinflussen), Empathie (Einfühlungsvermögen) und Menschenkenntnis. Mit Hilfe derartiger Schlüsselkompetenzen kann man sich ‚Macht’ innerhalb des Unternehmens Schritt für Schritt erarbeiten und sein Beziehungsnetzwerk ausbauen.

Das Mittelmaß finden: kooperieren und konkurrieren

Laut einer aktuellen soziologischen Studie der TU Berlin sollte man, trotz der erforderlichen sozialen Kompetenzen, auch das Konkurrenzdenken nicht aus den Augen verlieren. Schließlich gilt es, aus dem Team herauszustechen, wenn man die nächste Karrierestufe erreichen möchte. Und das gelingt letztlich nicht nur durch Kooperation, sondern erfordert vor allem auch ein gesundes Maß an Selbstvertrauen und Durchsetzungstärke. Gepaart mit fachlichen Kompetenzen und einer gewissen Historie im Unternehmen ist man bestens für den Aufstieg auf der Karriereleiter gewappnet.

ABSOLVENTA wünscht viel Erfolg!

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