Arbeiterbild in der Wissensgesellschaft

Arbeiterbild in  der Wissensgesellschaft

Wissensgesellschaft

Ein neues Arbeiterbild – Die Wissensgesellschaft

Homo oeconomicus, social man, self-actualizing man und complex man: Viele Theorien zum Verhältnis zwischen Arbeiter und seinem Arbeitsumfeld. Sie alle haben dazu beigetragen, effizienter zu wirtschaften und zugleich den Faktor Mensch in die Ökonomie gebracht. Doch das Arbeiterbild wird sich auf Grund der aufkeimenden Wissensgesellschaft erneut ändern, und zwar in dreifacher Hinsicht. 1) Informationen können immer schneller, immer weiter und immer umfassender ausgetauscht werden. 2) Die Demographie in den Industriestaaten verändert sich rapide und 3) Arbeitsstrukturen durchlaufen einen umwälzenden Wandel. Aber wie sehen die möglichen Auswirkungen für diesen erneuten Wandel  im Detail aus?

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist überall

Bisher hat unsere Serie zur Arbeitspsychologie eines gezeigt: So unterschiedlich sich die Arbeit und ihre Bedingungen entwickelten, eines blieb konstant: Der Arbeiter musste zu seinem Arbeitsplatz fahren. Manche hatten längere Arbeitswege, andere kürzere. In Zukunft dürfte die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben in vielen Berufen in absehbarer Zukunft allerdings nicht mehr zwingend notwendig sein. Informationen sind mittlerweile weder an eine bestimmte Zeit, noch an einen Ort gebunden. Egal ob morgens, mittags oder abends, wichtige Daten sind jederzeit verfügbar. Dabei spielt es – fast – keine Rolle, wo man sich gerade befindet. Die Menschen können immer leichter auf eine Unmenge an Informationen zugreifen. Der Wissensstand von Unternehmen, Arbeitern und Kunden erweitert sich ständig. Insbesondere Angestellte und Kunden gewöhnen sich an die frei Verfügbarkeit von Informationen, denen die Firmen Rechnung tragen müssen. Arbeitsabläufe und Entscheidungen müssen begründet werden und Produktmerkmale auf den ersten Blick erkennbar sein. Ansonsten laufen die Unternehmen Gefahr, wertvolle Arbeiter und profitbringende Kunden zu verlieren.

Demographiewandel - Zwei Prognosen für die Zukunft der Arbeit

Die Bevölkerung in den Industriestaaten wird immer älter und davon ist nicht nur die Rentensicherheit betroffen. Zwei vollkommen unterschiedliche Prognosen sind denkbar, die eine düster, die andere optimistisch. Ein Ausblick auf die Zukunft macht nur wenig Hoffnung. Nur noch 20 Prozent der Arbeiter würden in dieser Vorstellung eine Anstellung finden, die sinkenden Arbeitsstellen zu geringeren Arbeitszeiten und zu neuen Arbeitszeitmodellen führen. Dies könnte staatliche Sozialsysteme überlasten und psychische Probleme in der Bevölkerung auslösen. Der Ökonom Matthias Horx hingegen blickt in eine positive Zukunft. Eine Wissenskultur wird entstehen, die Dienstleistungen und das Vertrauen in den Angestellten betont, sowie Werte wie Toleranz und gesellschaftliche Weiterentwicklung fördert. Es bleibt abzuwarten, welche Prognose zutreffen wird, zu hoffen ist ganz klar das Modell von Horx.

Das neue Menschenbild – Kreatität und Freiheit

Das neue Menschenbild ersetzt zudem alte Normen wie Autorität und Reichtum durch Kreativität und Freiheit. Humankapital wird immer wichtiger, da in einer Wissensökonomie die mentalen Fähigkeiten des Menschen der entscheidende Produktionsfaktor ist. Obwohl das Home Office an Bedeutung gewinnt, steigt die zwischenmenschliche Kommunikation. Komplexe Probleme können nur in einem Team gelöst werden, weshalb gemeinschaftliches Zusammenarbeiten weiterhin wichtig ist. Personaler und Unternehmen bewerten daher ihre Bewerber und Angestellten nicht nur nach deren beruflichen Fähigkeiten, sondern beziehen stärker die kreativen Fähigkeiten und Soft Skills in ihre Entscheidungen mit ein. Dazu gehören u. a. die Sprachkompetenz, Multimedialität, das Kommunikationstalent und Teamfähigkeit. Unternehmen werden nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn sie den wichtigsten Produktionsfaktor in der Wissensgesellschaft für sich gewinnen können: Dies ist der Arbeiter. Und das lässt auf ein gutes Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit hoffen. Viele Unternehmen haben mit speziellen Work-Life-Balance Programmen bereits einen großen Schritt in diese Richtung gemacht.

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