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Gruppendiskussion im Assessment Center

Gruppendiskussion im Assessment Center

Die Gruppendiskussion ist im Assessment Center (AC) eines der Standardelemente. Ob mit oder ohne Rollenvorgabe, ob geführt oder nicht – die Gruppendiskussion ist eine echte Herausforderung, bei der man seine Soft Skills unter Beweis stellen kann. ABSOLVENTA erklärt, wie man hier eine gute Figur abliefert.

Basis-Informationen zur Gruppendiskussion im AC

Übungstyp: Gruppenaufgaben
Dauer: 15-45 Minuten
Vorbereitungszeit: 10-15 Minuten
Das wird geprüft: Soziale Kompetenzen, systematisch-zielorientiertes Denken, Aktivitätspotential, Rhetorik
 

Bei der Gruppendiskussion handelt es sich um eine der klassischen Assessment Center Aufgaben, bei der die Bewerber im direkten Vergleich zueinander und die Soft Skills der Kandidaten unter Beobachtung der HR-Manager stehen. Dabei können die Gruppendiskussionen unterschiedlich gestaltet sein.

 

Gruppendiskussion mit oder ohne feste Themenvorgabe

In den meisten Fällen wird den Bewerbern ein Thema zur Gruppendiskussion vorgegeben. Dabei handelt es sich oft um Themen mit gesellschaftlichem (z.B. „Vegetarier gegen Fleischesser“)  oder unternehmensspezifischem Bezug (z.B. „Expansion der Firma in einen neuen Markt im Ausland – ja oder nein“).

Es kann auch vorkommen, dass die Bewerber mehrere Themen vorgegeben bekommen und sich daraus eins auswählen sollen. Hier zeigt sich bereits bei der Themenfindung, wie durchsetzungsstark, meinungsfreudig, teamfähig und konsensbereit die einzelnen Kandidaten sind. Um schnell eine Entscheidung für ein Thema herbeizuführen, bietet sich eine Abstimmung an. Bei der inhaltlichen Gruppendiskussion sollte man auf die Abstimmung als Instrument der Entscheidungsfindung verzichten und versuchen, mit Argumenten zu überzeugen.

Gruppendiskussion mit oder ohne feste Rollenverteilung

Neben der inhaltlichen Gestaltung gibt es auch unterschiedliche äußere Rahmenbedingungen für die Gruppendiskussion, z.B. die führerlose Diskussion mit und ohne feste Rollenverteilung. Bei der festen Rollenverteilung kann es passieren, dass der eigene Standpunkt in der Gruppendiskussion an jemand anderen gegeben wird und man selbst einen anderen Standpunkt vertreten soll. In dem Fall hat die Übung etwas von einem Rollenspiel.

Auch wenn diese Position nicht mit der persönlichen Meinung übereinstimmt, gilt es, sich in die Rolle hineinzuversetzen und den vorgegebenen Standpunkt bestmöglich zu vertreten. Schließlich geht es bei dieser Form der Gruppendiskussion nicht darum, welcher persönlichen, inhaltlichen Überzeugung jemand ist. Stattdessen geht es um das Verhalten in der Gruppe, die rhetorischen Fähigkeiten und die Überzeugungskraft.

Es liegt übrigens eine Chance darin, wenn man eine Außenseiter-Meinung vertreten soll. Die Position mag zwar etwas schwerer auszufüllen sein, doch wenn man hier clever argumentiert, sich angemessen verhält und Kompromisse sucht, kann sich das positiver auf die Bewertung auswirken, als wenn man die „einfache Position“ innehat und die Mainstream-Meinung vertreten zu sollen.

Geführte Diskussion mit oder ohne Rollenvergabe

Bei einer geführten Gruppendiskussion ohne Rollenvergabe wird einer der Bewerber zum Moderator der Gruppendiskussion ernannt, der die Gesprächsführung übernimmt. Er bekommt dann bestimmte Aufgaben übertragen, beispielsweise darauf zu achten, dass alle Gruppenmitglieder einen Beitrag zur Diskussion leisten oder die Diskussionsdisziplin eingehalten wird.

Die geführte Gruppendiskussion mit Rollenvergabe wird im Assessment Center nur selten angewendet. Wenn doch, dann wird diese Form meistens für die Auswahl von Nachwuchsführungskräften (Trainee-Programme) gewählt.

 

Zielsetzung der Aufgabe und Anforderungen an die Kandidaten

 

Mit der Gruppendiskussion sollen verschiedene Soft Skills der Kandidaten getestet werden. Es kommt also weniger auf die inhaltliche Gestaltung als vielmehr auf die sozialen Kompetenzen der Gruppendiskussionsteilnehmer an. Um diese Assessment Center Übung erfolgreich zu bestehen, muss man das richtige Maß finden zwischen Initiative, Zielstrebigkeit, Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen auf der einen Seite und Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft und Rücksichtnahme auf der anderen Seite.

Drängt man sich permanent in den Vordergrund und lässt andere kaum zu Wort kommen, wirkt sich das mindestens genauso schlecht aus, wie wenn man zu schüchtern ist und sich kaum in die Diskussion einbringt.

Die Gruppendiskussion ist ein sehr komplexer Aufgabenbereich, bei dem viele verschiedene Aspekte der Persönlichkeit gefordert werden. Man muss seinen Standpunkt mit durchdachten Argumenten vertreten, aber auch auf die Meinung der anderen Teilnehmer eingehen, sie ausreden lassen, eine Diskussionsstruktur schaffen, die Zeit im Auge behalten und dabei stets konzentriert und sachlich bleiben.

Weitere Tipps für die Gruppendiskussion im AC

Durch den Leistungsdruck und die Anspannung passiert es häufig, dass einige der Bewerber zu aggressiv auftreten.  Manche Bewerber regen sich so sehr auf, dass sie die anderen Teilnehmer auf einer persönlichen Ebene angreifen. Es ist wichtig, sich nicht provozieren zu lassen und den aggressiven Bewerber höflich bittet, wieder auf eine sachliche Ebene zurückzukehren. Mit dieser Verfahrensweise zeigst du neben großer Toleranz auch deine Fähigkeiten im Konfliktmanagement.

Oftmals gibt es auch Bewerber, die sich stark zurückhalten und von anderen in den Hintergrund gedrängt werden. Bei den Beobachtern kommt es gut an, wenn man diese „stillen Mäuschen“ aktiv in das Gespräch einbindet und sie direkt nach ihrer Meinung fragt.

Generell ist es eine gute Strategie, zu versuchen, in der Gruppendiskussion eine moderierende Funktion einzunehmen und dabei auch die eigenen Argumente nicht vernachlässigt. Verliere das Diskussionsziel nicht aus den Augen, habe die Zeit im Blick und halte Blickkontakt zu den anderen Diskussionsteilnehmern. Wenn sich die anderen an Details festbeißen, ist es hilfreich, wenn man z.B. die bisherigen Argumente schriftlich zusammenträgt – am besten an der Flipchart oder an einer Tafel – und dadurch wieder Struktur in die Diskussion bringt.

ABSOLVENTA wünscht viel Erfolg für die Gruppendiskussion im Assessment Center!

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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