So wird aus dem Brutto- dein Netto-Gehalt

Das hat es mit dem Netto-Gehalt auf sich

Das hat es mit dem Netto-Gehalt auf sich

Du fragst dich, was der Unterschied zwischen netto und brutto ist? Erster Tipp: Brutto hat mehr Buchstaben als netto, also ist brutto immer mehr. Wie nun dein Netto-Gehalt entsteht und was es mit dem verfügbaren Nettoeinkommen auf sich hat, erfährst du hier. 

Inhalt

  1. Erklärung und Definition: So entsteht das Netto-Gehalt
  2. Unterschiede beim Netto-Gehalt
  3. Das verfügbare Nettoeinkommen
  4. Brutto-Netto-Rechner: Das Netto-Gehalt berechnen

Erklärung und Definition: So entsteht das Netto-Gehalt

Das Netto-Gehalt ergibt sich aus deinem Brutto-Lohn nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben. Diesen Betrag überweist dir dein Arbeitgeber am Ende auf dein Konto. Das Netto-Gehalt ist also der Betrag, den du real zur Verfügung hast.

Der Begriff „netto“ stammt dabei aus dem Italienischen und bedeutet: deutlich, rein oder sauber. Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung ist netto dabei nicht das Gegenteil von brutto. Die beiden Begriffe hängen stattdessen voneinander ab. Als netto – zum Beispiel Nettopreis, Nettolohn oder Nettogewicht – bezeichnet man immer einen Betrag, der von allen anderen Anteilen „bereinigt“ wurde. Vom Bruttolohn werden die Steuern und Sozialabgaben abgezogen, um den Nettolohn zu erhalten; das Nettogewicht erhält man, wenn man vom Gesamtgewicht (brutto) Verpackung und mögliche Flüssigkeiten abzieht.

Der Zusammenhang zwischen brutto und netto ist also: Netto ist ein Teil des Brutto.

Mit deinem Arbeitgeber ist deswegen immer ein Bruttolohn vereinbart. Mitte des Monats oder am Monatsende erhältst du davon dein Netto-Gehalt überwiesen. In deiner Lohnabrechnung kannst du sehen, wie hoch die Sätze für die abgezogenen Steuern und Sozialabgaben sind.

Folgende Steuern werden von deinem Bruttolohn abgezogen:

  • Einkommensteuer
  • Solidaritätszuschlag
  • Kirchensteuer, sofern du Mitglied der Kirche bist.

Die Sozialabgaben umfassen die Beiträge zur

  • Rentenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Krankenversicherung
  • Pflegeversicherung

Die jeweiligen Steuern und Sozialabgaben werden immer als prozentualer Anteil von deinem Bruttolohn berechnet. 2017 wurden folgende Anteile festgelegt:

Sozialabgaben

Versicherungssätze 2017

Rentenversicherung

18,70 %

Arbeitslosenversicherung

3,00 % (Arbeitnehmer: 1,5 %, Arbeitgeber: 1,5 %)

Krankenversicherung

14,6 % + individueller Zusatzbeitrag von aktuell 0,9 %

Pflegeversicherung

2,35 % + 0,25 % für kinderlose Versicherte ab dem 23. Lebensjahr

Die Kirchensteuer liegt in Bayern und Baden-Württemberg bei acht Prozent, in den restlichen Bundesländern bei neun Prozent.

Bis zur Einführung des Gesundheitsfonds 2009 konnte auch der Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse unterschiedlich hoch ausfallen. Momentan sind die Krankenkassenbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung jedoch bundesweit einheitlich. Anders ist es, wenn du dich privat versicherst. Bei der privaten Krankenversicherung richtet sich der zu bezahlende Beitrag unter anderem nach dem Geschlecht, dem Alter und dem Gesundheitszustand.

>> Mehr Informationen zu brutto findest du auch hier!

Unterschiede beim Netto-Gehalt

Warum fällt das Netto-Gehalt unterschiedlich aus?

Oft ist das Netto-Gehalt zweier Arbeitnehmer nicht identisch, obwohl sie dasselbe Brutto-Gehalt verdienen. Die Abweichungen ergeben sich aus zwei Gründen:

  • der individuellen Steuerklasse und
  • dem Familienstand.

So zahlt ein verheirateter Arbeitnehmer mit Kindern wesentlich weniger Steuern als sein kinderloser, lediger Kollege. Das hat damit zu tun, dass es sechs verschiedene Lohnsteuerklassen gibt, in welche man je nach seinem Familienstand eingeordnet wird.

Diese Steuerklassen gibt es in Deutschland:

Steuerklassen Familienstatus
Steuerklasse 1 (I) Alleinstehend oder verheiratet, aber dauerhaft vom Ehepartner getrennt lebend
Steuerklasse 2 (II) alleinerziehend
Steuerklasse 3 (III) Verwitwet oder verheiratet und Partner hat Steuerklasse V gewählt oder arbeitet nicht
Steuerklasse (IV) Verheiratet und Partner hat auch Steuerklasse IV gewählt
Steuerklasse (V) Verheiratet und Partner hat Steuerklasse III gewählt
Steuerklasse (VI) Ledig, wenn man mehrere Jobs hat

Quelle: https://www.vlh.de/wissen-service/steuer-abc/welche-steuerklassen-gibt-es-und-was-bedeuten-sie.html

Die Lohnsteuerklasse legt dabei den Steuersatz für die Einkommenssteuer fest.

Als Berufseinsteiger oder während des Studiums bist du meist in Steuerklasse I, wenn du noch nicht verheiratet bist und/oder keine eigenen Kinder hast. Insgesamt gehören die meisten Arbeitnehmer zu Steuerklasse I, bei welcher auch die meisten Steuern fällig werden. Bis zum Mai jeden Jahres kannst du eine Steuererklärung machen, durch welche du zu viel bezahlte Steuern zurückverlangen kannst.

Das verfügbare Nettoeinkommen

Wie viel netto braucht man zum Leben?

Dein Lohn wird immer als Brutto-Gehalt angegeben und auch der Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro ist ein Brutto-Wert. Bei Gehaltsverhandlungen wird deswegen über den Bruttolohn verhandelt, denn der Nettolohn ergibt sich je nach Familienstand individuell.

Viele Berufseinsteiger fragen sich deswegen, wie viel netto man zum Leben braucht, also wie hoch der Netto-Verdienst sein sollte, damit man ein gutes Leben hat. In dieser Rechnung unterscheidet man noch einmal zwischen Nettolohn und verfügbarem Nettoeinkommen.

Das verfügbare Nettoeinkommen ist

  • das Einkommen, das einem Haushalt oder einer Person für den privaten Konsum zur Verfügung steht.
  • Das heißt, von dem Netto-Gehalt, was dir ausbezahlt wird, werden noch die Pflichtversicherungen sowie Lebenskosten (zum Beispiel Miete) abgezogen.

Dadurch ergeben sich folgende verfügbare Nettoeinkommen für die verschiedenen Personengruppen in Deutschland:

Soziale Stellung

Nettoeinkommen

Verfügbares Nettoeinkommen

Studenten

1.039 €

215 €

Arbeitslose

1.431 €

340 €

Rentner

1.961 €

872 €

Arbeiter

2.801 €

1.212 €

Angestellte

3.224 €

1.735 €

Pensionäre

3.850 €

2.436 €

Selbstständige

4.065 €

2.344 €

Beamte

4.138 €

2.444 €

Durchschnitt

2.706 €

1.345 €

Quelle: statista.de (2017): https://de.statista.com/statistik/daten/studie/5742/umfrage/nettoeinkommen-und-verfuegbares-nettoeinkommen/

Am wenigsten haben hierbei Studenten, Arbeitslose und Rentner zur Verfügung. Im Durchschnitt erhält ein Bürger in Deutschland ein Netto-Gehalt von 2.700 Euro, von dem rund 1.300 Euro im Monat zum Leben übrig bleiben.

Brutto-Netto-Rechner: Das Nettogehalt ausrechnen

Wie viel netto vom brutto bleibt

Da dein Lohn wie bereits gesagt immer als Brutto-Gehalt angegeben wird, ist es für dich zum Beispiel für Gehaltsverhandlungen interessant zu wissen, welcher Netto-Betrag am Ende des Monats wirklich auf deinem Konto landet. Hierfür kannst du unseren kostenlosen Brutto-Netto-Rechner nutzen. Du gibst dafür deinen Brutto-Lohn ein und erfährst so, was du nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben am Ende real verdienst.

>> zum Brutto-Netto-Rechner von ABSOLVENTA

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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