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Zukunft der Arbeit

„Für Eigenbrötler bleibt in Zukunft wenig Raum“

„Für Eigenbrötler bleibt in Zukunft wenig Raum“

Dr. Hilmar Schneider ist Direktor für Arbeitsmarktpolitik beim Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA). Im ersten Teil des Experteninterviews zur Zukunft der Arbeit erklärte er, warum auch Angestellte immer mehr zum Unternehmen und im Unternehmen werden und wie sich Gehalt und Arbeitszeit gestalten werden. im zweiten Teil des Interview berichtet er im ABSOLVENTA Karriere-Blog, auf wie viele Jobwechsel sich ein Absolvent im Laufe seines Erwerbslebens einstellen muss, warum Soft Skills immer wichtiger werden, und warum Akademiker auch in Zukunft im Vergleich zu anderen Gruppen keinen Grund zu jammern haben.

Zu welchen Studiengängen raten Sie jungen Menschen, die kurz vor ihrem Schulabschluss stehen?

Sich für eine Richtung zu entscheiden, weil man dort die besseren Jobchancen sieht, klingt vernünftig, bringt aber nichts, wenn das nicht auch gleichzeitig Spaß macht. Erfolgreiche Menschen sind deshalb erfolgreich, weil sie einem inneren Antrieb folgen. Deswegen halte ich auch nichts von konkreten Empfehlungen für ein Fach.

Aus nahezu jedem Stellenangebot gehen die Anforderungen an Soft Skills hervor. Werden die Soft Skills in der Arbeitswelt von morgen eine noch größere Rolle spielen?

Absolut! Insbesondere Teamfähigkeit ist in der modernen Arbeitswelt unerlässlich. Die Welt, in der dem Einzelnen eine klar abgegrenzte Zuständigkeit in der Unternehmenshierarchie zugewiesen wurde, gehört der Vergangenheit an.

An deren Stelle ist die Vernetzung von Mitarbeitern getreten, die es den Unternehmen erlaubt, wesentlich flexibler auf die gewachsene Vielfalt der Anforderungen zu reagieren. Zuständigkeiten ergeben sich projektabhängig und müssen von den Mitarbeitern aktiv mitgestaltet werden. Daraus ergibt sich zwangsläufig auch ein höheres Konfliktpotenzial. Das verlangt wiederum die Fähigkeit, sich in andere hineinversetzen zu können, um unnötige Konflikte zu vermeiden. Für Eigenbrötler bleibt da nicht mehr soviel Raum.

Mit wie vielen Jobwechseln müssen Absolventen in Zukunft rechnen?

Fünf bis zehn Jobwechsel im Laufe eines Erwerbslebens dürften künftig nichts Ungewöhnliches sein.

Wie wird sich das auf die Identifikation der Arbeitnehmer mit dem Arbeitgeber auswirken?

Sicher nicht schlechter als die Gewissheit, ein Leben lang beim gleichen Arbeitgeber angestellt zu sein. Einerseits geht zwar bei jedem Arbeitgeberwechsel betriebsspezifisches Wissen verloren, andererseits ist gerade der Wechsel eine stimulierende Herausforderung, die bei einer lebenslangen Anstellung fehlt, was dann allzu leicht dazu führt, in lähmende Bequemlichkeit zu verfallen.

Insbesondere auf dem Arbeitsmarkt für Akademiker geht die Entwicklung dahin, dass die einzelnen Arbeitnehmer immer mehr zu Experten für ihren Arbeitsbereich werden. Wie bekommen Akademiker den Spagat zwischen Spezialisierung und alle paar Jahre einen neuen Job haben zu müssen hin?

Akademiker sind zwar fachlich spezialisiert, erwerben andererseits aber sehr universelle Problemlösungsfähigkeiten. Wie sonst ist zu erklären, dass Physiker und Theologen nicht selten als Unternehmensberater agieren oder der Chef des weltgrößten Logistik-Konzerns ein Mediziner ist? Die Arbeitslosenquote von Akademikern ist nicht umsonst seit Jahrzehnten gleichbleibend niedrig. Akademiker haben deshalb wahrlich keinen Grund zu jammern!

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