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Experten-Tipp

So einfach geht's: Die perfekten Tipps zum Netzwerken

So einfach geht's: Die perfekten Tipps zum Netzwerken

Überall heißt es, man solle Netzwerken. Und du denkst dir so: Ach, nee, das kann ich nicht und wirklich was bringen tut es ja auch nicht. Von wegen! Im Interview mit ABSOLVENTA erklärt Ute Blindert, die Autorin des Buches „Per Netzwerk zum Job“, warum Netzwerken sinnvoll ist und wie auch schon Absolventen und Berufseinsteiger davon profitieren können. Nach diesen Statements hast du keine Ausrede mehr, es nicht wenigstens mal zu versuchen!

Hallo Frau Blindert, in Ihrem Buch „Per Netzwerk zum Job“ beschreiben sie, mit welchen Mitteln Absolventen und Berufseinsteiger erfolgreich netzwerken. Doch was versteht man unter dem Begriff „Networking“ konkret und bezieht sich dieser nur auf die Karriere?

„Networking“ in dem Sinne, den ich meine, bedeutet „Strategisches Netzwerken“, also mit dem klaren Ziel, sich für den Job(einstieg) bzw. die Karriere mit anderen Menschen zu verbinden. Netzwerken ist natürlich nicht auf Karriere beschränkt, sondern findet auf vielen Ebenen statt. Man kann ja zum Beispiel auch für sein Unternehmen netzwerken oder fürs Ehrenamt. Das findet dann allerdings auch gezielt statt. Etwas ganz anderes meint das private Netzwerk, das ja auch jeder von uns hat. Dazu gehören Freunde, Nachbarn, Vereinskollegen etc.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat im Februar dieses Jahres veröffentlicht, dass 29 Prozent aller Neueinstellungen über die Nutzung persönlicher Kontakte zustande kommen. Das ist fast jede dritte Einstellung, und auch Positionen in Führungsetagen werden sehr häufig intern besetzt. Doch warum ist Netzwerken auch für Absolventen und Berufseinsteiger sinnvoll?

Gerade Führungspositionen und Expertenjobs werden oft über Empfehlungen besetzt! Da ist der Anteil wahrscheinlich sogar höher. Auch für Absolventen und Berufseinsteiger ist Netzwerken sinnvoll, da sie so viel eher das Unternehmen und den Job finden, der wirklich zu ihnen passt. Und für Absolventen, für die es nicht so viele offene Stellenangebote gibt – zum Beispiel bei Stiftungen, in der PR oder im Marketing –, aber sehr viele Interessenten, kann ein Netzwerk bzw. die Sichtbarkeit in diesem entscheidend dazu beitragen, überhaupt einen Job zu finden. Ein gutes Beispiel dafür ist Anna Neumann, die durch ihre Sichtbarkeit bei Twitter und Instagram zu ihrem ersten Job bei DaWanda kam und mittlerweile bei Pinterest arbeitet. Die ganze Geschichte gibt es übrigens in meinem Buch.

Die meisten Absolventen und Berufseinsteiger denken, dass sie noch nicht über relevante Kontakte zum Networking verfügen. Mit welchen Schritten kann ich schon während des Studiums ein stabiles Netzwerk für meine Karriere aufbauen?

Einfach durchs Machen! Wer sich zum Beispiel früh ein Profil bei Xing oder LinkedIn anlegt, lernt die Funktionalitäten schon mal kennen und kann sich nach und nach mit den Leuten vernetzen, die man im Studium, beim Studentenjob, im Praktikum oder auch mal auf einer Jobmesse kennenlernt. Auch Facebook finde ich hier übrigens einen guten Kanal: Gerade wer im Ausland studiert oder arbeitet, verbindet sich eh über Facebook und kann so in Kontakt bleiben. Wer neben dem Studium noch Zeit findet, kann sich natürlich in einer Studentenorganisation engagieren. Darüber ergeben sich oft gute Kontakte zu Unternehmensmitarbeitern, aber auch das Netzwerk der Mitglieder und Ehemaligen ist nicht zu unterschätzen!

Im Zusammenhang mit Networking fällt auch oft das Stichwort Social Recruiting, mit welchem gemeint ist, dass Unternehmen potenzielle Bewerber über Social-Media-Kanäle wie Xing und LinkedIn ansprechen. Welche Möglichkeiten gibt es für Berufseinsteiger, auf diesen Plattformen ihre Karriere voranzutreiben?

Man muss dazu sagen, dass Social Recruiting bei Berufseinsteigern eher in Bereichen wie Informatik und technischen Fachrichtungen eine Rolle spielt. Wichtig ist erst einmal, dass Absolventen überhaupt ein vollständiges Profil haben. Vollständig heißt, dass es aussagekräftige Angaben zu den Stationen im Lebenslauf gibt. Also bitte nicht nur schreiben: WDR, Studentenjob, sondern WDR, Radio, WDR 5, Themenrecherche, Aufbereitung von Informationen aus wissenschaftlichen Publikationen. Eigentlich wie in einem guten Lebenslauf auch.

Besonders wichtig sind bei Xing auch die Bereiche: „Ich biete, Ich suche“. Bei „Ich biete“ ist es wichtig, dass Keywords verwendet werden, am besten auch auf Deutsch und Englisch. Bei LinkedIn bietet es sich an, auch ein englischsprachiges Profil anzulegen.

Übrigens: Ohne Bild geht nicht! Ein Profil ohne Bild wird nicht ernst genommen. Das muss noch nicht das Profi-Businessporträt sein, aber ein sympathisch wirkendes Bild gehört einfach dazu.

Networking hat einen starken Online-Bezug. In Ihrem Buch geben Sie jedoch auch Tipps zum Offline-Netzwerken und sprechen hierbei das „strategische Mittagessen“ an. Was kann man sich darunter vorstellen?

Online ist im Grunde ja nur eine Variante des Netzwerkens. Netzwerken ist Kommunikation – und manchmal muss es eben auch ein persönliches Gespräch sein! Nur so findet man ja heraus, ob man jemanden wirklich sympathisch findet etc. Beim „Strategischen Mittagessen“ geht es darum, dass man seine Mittagspause fürs Netzwerken nutzt, und zwar, indem man sich regelmäßig mit neuen Gesprächspartnern trifft – und eben nicht jeden Tag mit der gleichen Clique in die Mensa geht. Ich gebe mal ein Beispiel: Wenn man mal in einer anderen Stadt ist, kann man beispielsweise bei Xing, Facebook etc. schauen, wer noch dort ist und sich mittags verabreden. Bei solchen persönlichen Gesprächen haben sich für mich schon neue Jobs, Empfehlungen – und auch mein Buchauftrag entwickelt. Und wenn das Gespräch langweilig ist, ist es nicht weiter schlimm: So ein Mittagessen ist ja schnell vorbei!

Immer häufiger finden auch so genannte Networking-Events statt, zum Beispiel auf Karrieremessen. Wie kann ich mich auf eine solche Netzwerkveranstaltung vorbereiten?

Wichtig finde ich es, sich einen Elevator-Pitch zu überlegen, also im Grunde zwei bis drei Sätze zum eigenen Werdegang und warum man sich genau für dieses Event interessiert. Außerdem ist es immer gut, sich ein paar Small Talk-Themen zurechtzulegen: Fußball geht immer (bei Männern in der Regel), wohin man in Urlaub fährt oder auch – ganz banal – das Wetter. Wenn es vorab eine Teilnehmerliste gibt, kann man sich diese auch genauer anschauen und sich im Vorfeld überlegen, mit wem man gern sprechen würde. Für ein solches Gespräch kann man auch konkrete Fragen vorbereiten: „Guten Abend, Frau Dr. X. Ich hatte gesehen, dass Sie heute Abend auch hier sind. Ich habe zwei Fragen zu Ihrem Statement in der FAZ – hätten Sie fünf Minuten für mich?“ Wenn es dann nicht passt, was ja absolut vorkommen kann, ist das natürlich vollkommen in Ordnung! Vielleicht dürfen Sie aber ja noch einmal anrufen? Gehen Sie an solche Herausforderungen immer ganz sportlich heran: Nicht gesprochen haben Sie ja schon. Sie können nur gewinnen!

Aus Ihrer Sicht als Expertin: Welche Fehler sollten man beim Netzwerken unbedingt vermeiden?

Nicht zu Netzwerken halte ich für den größten Fehler – also eher mal machen, anstatt immer nur abzuwarten! Was ebenfalls nicht gut ankommt, ist plumpes Vorgehen im Sinne von: Nur nehmen, nicht geben! Das machen die Leute einmal mit und dann nicht mehr. Auch wer sich nicht für andere interessiert und das vor allem zeigt, wird irgendwann an Grenzen stoßen.

Abschließend bitte Ihr Fazit zum Thema Networking für Absolventen und Berufseinsteiger:

Netzwerken macht Spaß! Und bringt dich „spielend“ zum Traumjob!

>> Mehr Informationen findest du in Ute Blinderts Buch „Per Netzwerk zum Job“

>> Und weitere Infos zum Thema Networking gibt's im Karriereguide!

Über den Autor

Noemi Haderlein
Noemi Haderlein

Als Content Managerin kümmert sich Noemi Haderlein seit 2015 um die Inhalte von ABSOLVENTA und schreibt zu allen Themen, die Studenten und Berufseinsteiger rund um Studium, Bewerbung und ersten Job interessieren.

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