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Experten-Interview

Karriere-Coach Marion Hodapp im Interview: Das Vorstellungsgespräch

Karriere-Coach Marion Hodapp im Interview: Das Vorstellungsgespräch

Marion Hodapp kennt sich in puncto Karriere richtig aus. Sie hat langjährige Erfahrung als HR-Managerin und Personalreferentin gesammelt und ist nun als Bewerbungs- und Karriereberaterin tätig. Die Arbeit in verschiedenen Branchen und Unternehmen verschaffte ihr nicht nur einen guten Überblick über den europäischen Arbeitsmarkt, sondern auch über die Anforderungen, die Unternehmen an ihre Kandidaten haben. Im dreiteiligen Interview mit der Jobbörse ABSOLVENTA verrät sie diesmal, wie man im Vorstellungsgespräch punktet.

Informationen zur individuellen Beratung gibt es auf der Homepage von Marion Hodapp.

Kleider machen Leute. Kann man in einem Vorstellungsgespräch eigentlich auch overdressed sein?

Kaum, es sei denn, man erscheint im Abiball-Kleid. Aber solange man sich im Business-Rahmen bewegt, kann es im ersten Gespräch nicht zu viel sein. Die Faustregel heißt hier: Lieber eine Nummer zu schick als zu lässig. In Anzug und Krawatte vor einer Fraktion von Unternehmensvertretern zu sitzen ist besser als sich in Jeans und Kurzarmhemd zu präsentieren. Rein psychologisch gibt das dem Bewerber eine bessere Rolle.

Wie bekommt man Nervosität vor einem Bewerbungsgespräch in den Griff?

Tief durchatmen, immer darauf besinnen, was man kann, cool bleiben und natürlich sein. Außerdem darf man nervös sein im Gespräch. Das dürfen die anderen auch merken. Es zeigt ja nur das eigene Interesse an der Stelle. Vielen hilft es auch, einleitend zu sagen „Entschuldigen Sie, ich bin ein bisschen aufgeregt.“ – das schafft direkt eine persönliche Basis und hat keinerlei Nachteile.

Wie kann man sich als Bewerber auf Stress-, Fang oder Kreativfragen vorbereiten?

Indem man sich seiner Kompetenzen, Stärken und Schwächen bewusst ist. Eine Fangfrage kann mich nur dann stressen, wenn ich in die Falle trete. Und selten ist eine Frage darauf ausgelegt, eine Fang- oder Stressfrage zu sein. Es ist der Bewerber, der sich darin verfängt, weil er etwas anderes hinter der eigentlichen Frage vermutet. Meist will der Personaler aber nur eine ehrliche Antwort. Auf Kreativfragen dagegen kann ich mich nicht wirklich vorbereiten. Entweder ich bin kreativ oder nicht. Diese Fragen können so unterschiedlich sein, dass es fast unmöglich ist, sich vorab eine Antwort zurecht zu legen.

Die Teilnehmer eines Assessment Centers sollten sich möglichst authentisch verhalten. Ist das in dieser speziellen Situation überhaupt möglich und ratsam?

Es ist sowohl möglich als auch ratsam. Damit ist ja nicht gemeint, dass der Bewerber so auftreten soll, wie er das beim Essen mit Freunden oder bei der Freizeitunterhaltung in der Gruppe der Kommilitonen tun würde. Es heißt nur: „Spiele keine Rolle, die Dir überhaupt nicht steht“. Ich hatte dazu gerade ein wunderbares Beispiel: Ein junger Mann war bei einem AC und wurde in eine Diskussion mit drei weiteren Mitgliedern eingebunden. Im Vorfeld haben ihm Freunde und Bekannte dazu geraten, möglichst durchsetzungsstark zu kommunizieren. Eigentlich ist er aber der Kompromiss-Typ. Ergebnis: Absage mit der Begründung, er habe zu wenig Kooperationsbereitschaft in der Gruppendiskussion gezeigt. In ACs ist nur den Beobachtern, also den Unternehmensentscheidern, klar, welches Ergebnis ein gutes Ergebnis ist. Deswegen ist es durchaus ratsam, so zu sein, wie man immer ist. Sonst wird man am Ende entweder für eine Position eingestellt, die gar nicht zu einem passt oder man bekommt die Stelle trotz guter Eignung nicht, weil man seine persönlichen Charakterzüge so stark verschleiert hat, dass sie von außen nicht mehr erkennbar waren.

Lesetipps:
>> Karriere-Coach Marion Hodapp im Interview (1): Der Weg zum Traumjob
>> Karriere-Coach Marion Hodapp im Interview (2): Die Bewerbung
>> Weitere Tipps und Infos zum Vorstellungsgespräch

 

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