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Klaus Eck im Inteniew

„Gute Online Reputation als Vorteil am Arbeitsmarkt“

„Gute Online Reputation als Vorteil am Arbeitsmarkt“

Im Interview mit der Jobbörse ABSOLVENTA berichtet PR-Experte Klaus Eck, wie viele Personaler im Internet nach Informationen über Bewerber suchen, welche Auswirkungen die Online Reputation auf die Chancen am Arbeitsmarkt hat und wie er seine eigene Online-Vergangenheit auf einen Schlag entsorgte.

Herr Eck, der Untertitel ihres Buches „Karrierefalle Internet“ lautet „Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor andere es tun“. Inwiefern können denn andere meine digitale Identität managen?

Niemand sollte dem Irrglauben unterliegen, dass keine negativen Informationen im Web zu finden sind, wenn man selber nichts falsch macht. Es kann immer sein, dass Dritte private Fotos bedenkenlos ins Netz stellen oder sich in Foren, Blogs oder Twitter-Nachrichten über einen negativ äußern. Dessen sind sich viele Onliner gar nicht bewusst. Wer nicht regelmäßig seine Online-Wirkung überprüft, dem entgehen die Informationen, die andere veröffentlichen.

Was sind die ersten Schritte, wenn ich meine Online Reputation überprüfen will?

Als erstes sollte jedermann seinen Namen googeln, um herauszufinden, was über ihn im Web steht. Zudem empfiehlt es sich, einen Google-Alert auf den eigenen Namen einzurichten. So wird man per E-Mail darüber informiert, wenn etwas Neues online publiziert worden ist.

Was folgt nach dem Ego-Googeln?

Man sollte sich Profile in Social Networks anlegen, wie z.B. in Xing, Facebook oder auf Reputation-Management-Plattformen wie myOn-ID. Über seine Online-Profile kann man auf weitere Online-Profile und eigene Web-Inhalte gezielt verlinken und so den Suchenden ausgewählte Informationen aus dem Internet über den Werdegang und die eigene Persönlichkeit anbieten.

Gibt es eine Faustregel, was die Google-Treffer zur eigenen Person anbelangt?

Generell gilt, dass die Google-Treffer ab dem 30. Ergebnis nicht mehr so relevant sind. Es gilt also, die persönlich präferierten Treffer möglichst weit vorne in den Suchmaschinen zu platzieren. Wenn in den ersten zehn Treffern etwas Negatives steht, sollte man versuchen, dieses weiter nach hinten zu bringen, indem man andere Suchergebnisse optimiert. Das ist möglich, indem man mit seiner eigenen Homepage, einem Xing-Profil und mit Text- und Video-Beiträgen vorne landet, zum Beispiel indem man gute attraktive Inhalte bloggt.

Wie hoch ist der Anteil der Personaler, die im Internet nach Informationen über die Bewerber suchen?

Im Schnitt schaut jeder dritte Personaler, wie sich ein Bewerber online darstellt. Es hängt dabei aber auch von den Stellen ab, auf die man sich bewirbt. Bei Führungspositionen oder High Potentials wird öfter geschaut als etwa bei Assistentenstellen. Bei den Nachforschungen geht es dann darum, die Glaubwürdigkeit und die Öffentlichkeitswirkung von Kandidaten zu prüfen und Indizien zu sammeln, ob derjenige zum Unternehmen passt oder nicht. Untersucht wird, wie jemand im Netz kommuniziert, denn daraus lassen sich durchaus Rückschlüsse ziehen, wie der Bewerber sich sozial verhält. Dadurch haben die Personaler sehr häufig schon ein Bild vor Augen.

Ist der digitale Ruf nur in der Bewerbungsphase relevant?

Eigentlich kann man heutzutage gar nicht mehr zwischen Bewerbungsphase und Nicht-Bewerbungsphase unterscheiden. Viele Mitarbeiter wechseln nach zwei bis drei Jahren ihre Stelle. Wir befinden uns quasi in einem lebenslangen Bewerbungsprozess, bei dem es auf ein gutes Online-Profil ankommt. Wenn ein potentieller Bewerber im Internet gut sichtbar ist, wird er von Headhuntern und Personalverantwortlichen deutlich eher angesprochen. Eine gute Online-Reputation erhöht also die Chancen im lebenslangen Bewerbungsprozess und somit auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Darüber hinaus sollte man sein Netzwerk stetig ausbauen.

In welchen Branchen und Berufszweigen ist die Online Reputation besonders wichtig?

In allen Branchen, die auf Kommunikation und auf Außenwirkung setzen. Das betrifft also in Firmen auch sämtliche Abteilungen, die in irgendeiner Form mit Kommunikation zu tun haben. Das gilt im Besonderen für den Business-to-Business-Bereich.

Was ist, wenn ich mich dem Internet gänzlich verweigere, nirgends Spuren hinterlasse und mich nirgends anmelde oder Beiträge poste?

Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie aktiv er im Netz unterwegs ist und was er von sich preisgeben möchte. Aber sich weitestgehend aus dem Internet herauszuhalten, kann große Nachteile mit sich bringen. Es kann durchaus sein, dass man in einem Bewerbungsgespräch gefragt wird, wo denn das persönliche Netzwerk ist, ob man etwas zu verbergen hat oder ob man vielleicht gar nicht so gut ist, wie man behauptet? Menschen werden zunehmend unter Druck geraten, sich mindestens in einem Businessnetzwerk wie Xing zu präsentieren – ganz besonders, wenn es sich um Stellen im Bereich der Kommunikation oder des Vertriebs handelt.

Als Teil einer guten Online Reputation raten Sie in ihrem Buch zu einer eigenen Homepage: Welche Basisinformationen sollte ein jeder auf seine Homepage stellen?

Allgemein gilt, dass Arbeitgeber nicht zwischen privaten und businessrelevanten Inhalten unterscheiden. Somit ist nahezu alles businessrelevant. Die Besucher der Homepage sollen sofort erfahren, mit wem sie es zu tun haben. Das heißt aber nicht, einen kompletten Seelenstriptease hinzulegen und alles offenzulegen. Auf seiner Homepage kann man alles veröffentlichen, was man auch in eine Bewerbung reinschreiben würde. Die eigene Homepage ermöglicht dieses in einer persönlicheren Form. Es ist zum Beispiel möglich, Buchtipps auf seiner Seite zu veröffentlichen oder ein bestimmtes Magazin zu empfehlen. So kann man zeigen, mit welchen Themen man sich auseinander setzt.

Was mache ich, wenn ich einen häufigen Namen á la Thomas Schmidt habe?

Sie sollten sich mit einem häufigen Namen von anderen deutlich durch Ihre Online-Profile unterscheiden. Falls Ihre generische Website unter Ihrem Namen bereits weg ist, müssen Sie bei der Einrichtung der eigenen Homepage etwas kreativer sein. Man kann sich dann eine Domain wie zum Beispiel thomas-schmidt-blog.de sichern oder den Zweitnamen in die URL einbauen. Eine andere Möglichkeit ist es, die Branche in die URL einzubauen. Als PR-Berater könnte es also thomas-schmidt-pr.de heißen. Unterm Strich muss dabei klar sein, wer Thomas Schmidt ist, um wen es sich handelt und was macht er. Es gilt, sich digital so in Szene zu setzen, dass jeder weiß, mit welchem Thomas Schmidt er es zu tun hat.

Zu welchen Fotos raten Sie für die eigene Homepage?

Ich würde in jedem Falle hochwertige Profibilder einsetzen und auf Passfotos aus dem Automaten oder Schnappschüsse verzichten. Gerade in Social Networks wie StudiVZ oder Wer-kennt-wen veröffentlichen die User häufig private Fotos, die nicht unbedingt vorteilhaft sind. Man sollte sich darüber im Klaren sein, was die Fotos aussagen.

Karrierefalle Internet von Klaus EckZu guter Letzt: Haben Sie selbst noch Leichen im (Internet-)Keller?

Nein nicht wirklich, aber ich habe meine digitale Reputation einfach und effektiv überarbeitet und in gewisser Weise meine Online-Vergangenheit entsorgt, indem ich geheiratet und den Namen meiner Frau angenommen habe.


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