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Diversity Management

„Vielfältige Teams sind kreativer und finden bessere Lösungen“

„Vielfältige Teams sind kreativer und finden bessere Lösungen“

Uta Menges, Diversity Leader der IBM in Deutschland, erklärt im Interview mit ABSOLVENTA, warum IBM die Charta der Vielfalt unterzeichnet hat, wie IBM die Vielfalt in der Belegschaft sicherstellt, und welche Vorteile ein gelebtes Diversity Management sowohl Firmen als auch den Kunden bringt.

Hallo Frau Menges, das Thema Diversity Management hat in vielen Firmen eine stärkere Beachtung bekommen, und auch die Bundesregierung setzt sich stark dafür ein. Bitte erklären Sie uns kurz, wofür Diversity Management steht.

Diversity Management steht für das erfolgreiche Managen von personeller Vielfalt. Es gibt verschiedene Dimensionen von Diversity wie beispielsweise Geschlecht, Behinderung, kulturelle Herkunft, Alter oder sexuelle Identität, die jeden Menschen einzigartig machen. Dieses Management-Instrument dient einerseits dazu, sich im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung für Chancengleichheit einzusetzen, bietet aber auch klare Geschäftsvorteile und ist sogar mehr und mehr notwendig, um ein Unternehmen erfolgreich zu führen.

Seit wann ist das Thema für Sie aktuell?

IBM hat bereits im Jahre 1953 einen schriftlichen Unternehmensgrundsatz zur Gleichbehandlung formuliert. Heute haben wir eine weltweit gültige Diversity-Strategie. Mit der Zeit sind nach und nach die verschiedenen Diversity-Dimensionen auch in den gesellschaftlichen Blickpunkt gerückt. In Deutschland beispielsweise aktuell durch das Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft.

Auch IBM Deutschland hat die von Top-Unternehmen konzipierte Charta der Vielfalt mit unterzeichnet. Wozu verpflichten Sie sich mit dieser Charta?

Die Unterzeichner verpflichten sich dazu, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen und Ausgrenzung ist. Oder anders formuliert: Wir erkennen die unterschiedlichen Talente in der Belegschaft und integrieren sie, um sie schließlich zu fördern. Hinzu kommt, dass wir bereits bei den Einstellungen die Vielfalt im Auge behalten und Talente aus allen Gruppen der Bevölkerung für uns gewinnen wollen.

Was verspricht sich IBM Deutschland vom Diversity Management im internen Arbeitsprozess?

Die erfolgreiche Integration aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine offene Unternehmenskultur erhöht die Bindung an uns als Arbeitgeber. Außerdem steigert sich die Zufriedenheit und die Motivation der Belegschaft. Dieses Beispiel zeigt erneut auf, dass neben dem wichtigen sozialen Aspekt auch Effizienzsteigerungen und Kostenreduzierungen möglich sind. Vielfältige Teams sind zudem kreativer und kommen zu besseren Problemlösungen. Dies kommt letztlich unseren Kundinnen und Kunden zu Gute, auf deren Bedürfnisse wir besser eingehen können.

Was entgeht Firmen Ihrer Meinung nach, wenn diese dem Diversity Management keine sonderliche Beachtung schenken?

Unternehmen können es sich nicht leisten, das Potenzial verschiedener Gruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu berücksichtigen. Gerade durch Diversity-Maßnahmen kann sich ein Unternehmen positiv von anderen abheben.

Wie setzen Sie die Ziele der Charta der Vielfalt in der Praxis um?

Wir wollen den Frauenanteil bei den Neueinstellungen kontinuierlich steigern. Bei der Personalentwicklung gibt es zudem mehrere Programme, um beispielsweise Frauen zu fördern und auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Zusätzlich sprechen wir Themen wie etwa Homosexualität über interne Newsletter oder Intranet an. Aber auch außerhalb der IBM wollen wir Diversity voranbringen und beteiligen uns an Konferenzen und in Netzwerken.

Besteht auch die Gefahr, dass sich einige Firmen Diversity Management aus Imagegründen auf die Fahne schreiben, es aber gar nicht wirklich leben?

Diversity muss wie jede Unternehmenskultur mit Substanz wachsen. So kann es sein, dass sich Unternehmen auf unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden.

Sie engagieren sich im Rahmen eines europaweiten Hochschulprogramms gemeinsam mit der Freien Universität Berlin auch für sehbehinderte Menschen. Wie sieht diese Kooperation konkret aus?

Wir sind im Dezember 2009 eine „Academic Partnership“ mit der FU eingegangen. Dabei handelt es sich um ein europaweites Diversity-Programm der IBM zur Unterstützung von Projekten für Menschen mit Behinderung an Universitäten. Eine Arbeitsgruppe am Institut für Informatik entwickelt ein computergestütztes Lesegerät zum Ausgleich von Sehbehinderungen. Dieses wird von IBM unterstützt, damit studentische Hilfskräfte beschäftigt werden können. Ein weiterer Aspekt ist der Ausbau von Praktikumsangeboten für Studierende mit Behinderung bei der IBM. Unsere Zusammenarbeit feiern wir mit einem Kick off Event an der Freien Universität. Dabei stellen wir das Projekt vor und wollen Studierende mit Behinderung ermutigen, sich für Praktika zu bewerben. Studierende können an dem Tag Einblicke in die Tätigkeiten bei IBM bekommen, Fragen stellen und Kontakte knüpfen.

>> Experten-Interview zum Thema Mobbing: "1,8 Millionen Betroffene"

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