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„Ich hab´da mal eine Idee...“

Kreativität in Unternehmen fördern

Kreativität in Unternehmen fördern

Das Beste geben - aber wie? Unternehmen fällt es häufig schwer, die Kreativität ihrer Mitarbeiter zu entfesseln und neue Wege zu beschreiten. Bestsellerautorin Anja Förster erklärt uns im Interview, dass es wichtig ist, alte Denkweisen abzulegen und auf Vielfalt zu setzen. Gerade die Ideen der Mitarbeiter sind eine wichtige Grundlage, um zukunftsorientiert zu arbeiten.

Frau Förster, welches sind die größten Herausforderungen, vor denen Unternehmen gegenwärtig stehen?
Fakt ist, dass die Globalisierung den Innovationsdruck extrem erhöht. Der Druck steigt, aus der Masse herauszuragen. Wenn an Ihren Produkten, Ihrem Marktauftritt und Ihrer Arbeit nichts Besonderes ist, können Sie sich noch so sehr anstrengen. Sie werden nicht wahrgenommen und letzten Endes auch immer weniger Geld dafür erhalten.

Was macht Ihrer Meinung nach ein erfolgreiches Unternehmen aus?
Vergessen zu können. Es mag paradox klingen, aber die Fähigkeit zu vergessen, einmal Gelerntes wieder beiseite zu legen, wird in unserer Geschäftswelt immer mehr zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor. Und ich sehe es immer wieder in den Unternehmen, mit denen ich zusammenarbeite. Die größte Schwierigkeit besteht nicht darin, Leute dazu zu bewegen, neue Ideen anzunehmen, sondern alte zu vergessen. In den Köpfen steckt immer noch die Überlegung wie: Aber es funktioniert doch noch. Warum sollen wir die alten Erfolgsrezepte in Frage stellen? Doch genau das müssen wir tun. Erfolgreich zu sein, heißt veränderungsbereit zu sein.

Wie kann die Unternehmensleitung die eigenen Mitarbeiter motivieren und die Kreativität fördern?
In zu vielen Unternehmen gibt es noch „kreative Apartheid“, bei der nur diejenigen, die aufgrund ihrer klassischen beruflichen Rolle als „Kreative“ definiert werden, auch Mittel und Möglichkeiten bekommen, ihre Kreativität zu entfalten. Der Rest geht leer aus. Es entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie, dass in den Festtagsreden der Geschäftsführung dann trotzdem von jedem Sachbearbeiter mehr Kreativität gefordert wird. Kreativität beziehungsweise Innovation darf kein Privileg einer Spezialabteilung oder der Geschäftsführung sein. Es muss vielmehr eine Kultur sein, eine Geisteshaltung, die für jeden und alles im Unternehmen gilt.

Welche überfachlichen Fähigkeiten sollte ein Bewerber heutzutage mitbringen?
Ich denke, es ist sehr wichtig, zwei entscheidende Dinge zu begreifen. Erstens, die einzige Instanz, auf die wir im Berufsleben noch vertrauen können, sind wir selbst. Und zweitens, wir haben die Freiheit, uns selbst als produktive und kreative Wertlieferanten zu positionieren. Und Wertlieferant ist nicht derjenige, der am schnellsten die Anweisungen des Chefs ausführt. Echter Wert entsteht immer dann, wenn wir aus der Fülle unseres Wissens und unserer Kreativität schöpfen und es in neue, nützliche Anwendungen übersetzen. Deshalb muss es für mich zum Alltag gehören, mir Neues einfallen zu lassen. Aus dem Vorhandenen neue, wertschaffende Kombinationen zu entwickeln. Das ist etwas, das neben allen fachlichen Qualifikationen von entscheidender Bedeutung ist.

Wo sehen Sie Trends für 2012, gerade im Bereich der Personalführung und -rekrutierung?
Ich weiß nicht, ob es ein Trend für 2012 ist – aber ich weiß, dass es eine dringende Notwendigkeit ist: Wir müssen im Unternehmen bunte Hunde zulassen. Vielfalt ist die Grundlage des Lebens. Variantenreichtum, nicht Einheitlichkeit, ist die Grundlage für Erfolg. Damit das kein hohles Gerede bleibt, müssen Unternehmen eine Ideendemokratie zulassen, die die offene Diskussion über abweichende Meinungen nicht als machtzersetzend scheut, sondern als zukunftsentscheidend sucht.

Danke für das Gespräch!

Anja Förster spürt auf allen fünf Kontinenten Unternehmen und Persönlichkeiten auf, die ebenso unkonventionell wie erfolgreich sind. Die Bestsellerautorin ist eine gefragte Referentin und hat bereits sechs Bücher geschrieben. Auf der Frankfurter Buchmesse wurde sie mit dem Wirtschaftsbuchpreis ausgezeichnet. Ihr monatliches Online Magazin „Business Backstage Report“ kann unter www.foerster-kreuz.com abonniert werden.

Über den Autor

Ralf Junge
Ralf Junge

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