Guerilla-Bewerbung.

Guerilla-Bewerbung.
Eine Guerilla-Bewerbung soll Personaler überraschen sowie dabei helfen, aus dem mitunter großen Bewerberpool herauszustechen und so die Job-Chancen zu erhöhen. Wie bei herkömmlichen Bewerbungen auch, gibt es allerdings keine Erfolgs-Garantie. Aber in manchen Berufen und Branchen kann es sich durchaus lohnen, mutig und kreativ zu sein und die Konkurrenz mit Pepp auszustechen. ABSOLVENTA verrät die wichtigsten Erfolgsfaktoren von gelungenen Guerilla-Bewerbungen.
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  1. Unterschiede zu anderen Bewerbungsformen.

    Personaler erhalten pr Monat unzählige Bewerbungen, zumeist in elektronischer Form, z.B. als PDF. Die landen dann auf einen Stapel bzw. in einem Datei-Ordner und schon ist der Bewerber in der Masse verschwunden. Bei E-Mails sehen die Anschreiben irgendwie auch alle gleich aus. Guerilla-Bewerbungen können eine erfrischende Abwechslung zur klassischen Bewerbung darstellen und auf den Bewerber aufmerksam machen. Ein IT-Spezialist könnte z. B. seine Unterlagen auf ein altes Mainboard anbringen, ein Historiker eine Papyrusrolle für das Anschreiben verwenden und ein Jurist einen Richterhammer als Anlage beifügen. Hier gilt es, einfallsreich zu sein und sich eine ungewöhnliche, aber auf den Job passende Bewerbungsform einfallen zu lassen.

    Anschreiben und Lebenslauf bieten dem Personaler einen ersten Eindruck vom Bewerber. Daher können originell verfasste Texte in einer Guerilla-Bewerbung insbesondere bei kreativen Berufsgruppen punkten. Layout, Sprachwahl und Schriftart tragen zu einem stimmigen Gesamtkonzept bei und lassen so die Bewerbung aus der Masse heraustreten. Auch andere Sonderformen der Bewerbung können sich hier eignen. Man sollte auch immer prüfen, ob die Bewerbung einen selbst gut repräsentiert.

    Auch die Versandart einer Bewerbung kann großen Einfluss auf den ersten Eindruck haben. Die meisten versenden ihre Unterlagen per E-Mail, zum Teil aber auch noch per Post. Ein findiger Marketing-Bewerber könnte vielleicht Flyer mit seinem Lebenslauf in seinem Wunschunternehmen verteilen. Damit wäre er mit hoher Wahrscheinlichkeit Gesprächsthema Nummer Eins in der Firma und hätte somit die erste Hürde im Bewerbungsverfahren genommen: Es wird über ihn diskutiert. Eine andere Möglichkeit besteht darin, solche Flyer dem Personaler auf einer Jobmesse in die Hand zu drücken. So kann er sich schnell einen Überblick verschaffen.

    Für die Guerilla-Bewerbung können Jobsuchende auch das Internet, mitsamt seinen Social Media Angeboten nutzen. Ein äußerst erfindungsreicher Bewerber hat auf den sogenannten Google-Effekt gesetzt. Personaler und Führungskräfte suchen Kandidaten hin und wieder mit der Suchmaschine Google, um so deren Online-Reputation zu überprüfen. Als Keyword dient dann schlicht der Name des Bewerbers. Der besagte Kandidat hatte eine Google Adwords Kampagne auf seinen Namen geschaltet, um bei den Suchergebnissen der Personaler ganz oben in der Liste aufzutauchen. Dort stand dann eine Anzeige mit seinem Stellengesuch. Die Aufmerksamkeit der Personaler war ihm sicher!

    Eine ähnlich kreative Idee hatte ein Bewerber, der mittlerweile zu Deutschlands prominentesten Moderatoren gehört - Stefan Raab. Seinen Bewerbungen legte er stets ein Glas Honig mit folgender Anmerkung bei: „Bevor ich ihnen jetzt noch mehr Honig ums Maul schmiere, können Sie das selbst tun.“ Damit bewies er nicht nur Humor, sondern auch Einfallsreichtum. Bei weniger konservativen Personalern stoßen solche kecken Ideen unter Umständen auf positive Resonanz.

  2. Guerilla-Bewerbung: Nicht immer geeignet.

    Allheilmittel für Jobsuchende ist die Guerilla-Bewerbung nicht, schon allein weil sie nicht immer geeignet ist. Sie hilft vermutlich eher jungen Menschen in kreativen Branchen, in denen Querdenken und gegen den Strom schwimmen zentrale Bestandteile der Arbeit sind. Im Bankwesen oder anderen traditionellen Berufszweigen ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Guerilla-Bewerbung von Erfolg gekrönt sein wird.

    Man muss jedoch nicht immer ins Extrem abgleiten und die Bewerbung in Gelatine verpacken oder auf Toilettenpapier schreiben. Ungewöhnliche Layouts, abgerundete Ecken oder ähnliches sind kleine Änderungen, die aber auf Grund des Einheitsbreis der anderen Bewerbungen durchaus den gewollten Effekt erzielen können. Es gehört zum anderen auch eine gewisse Portion Glück dazu, ob der Personaler, der die Bewerbung in die Hände bekommt, auch darauf anspringt. Denn vieles ist oft einfach nur Geschmackssache.

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