Europass – der Europäische Lebenslauf.

Europass – der Europäische Lebenslauf.
Du willst im Ausland arbeiten? Bleibst du dabei innerhalb der Europäischen Union, können dir die Europass-Dokumente bei deiner Bewerbung für ein Auslandpraktikum oder einen Job in der EU helfen. Zu diesen Dokumenten gehört auch der Europäische Lebenslauf. Welche weiteren Formulare zum Europass gehören und wie du diese bekommst, stellen wir dir im Folgenden vor. 
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  1. Was ist der Europäische Lebenslauf – Europass?

    Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich 2002 auf eine Vorlage für Bewerbungen innerhalb der Europäischen Union geeinigt: Die sogenannten Europass-Dokumente. Zu diesen gehören:

    • Europäischer Lebenslauf, auch Europass-Lebenslauf genannt
    • Europass-Sprachenpass
    • Europass-Mobilitätsnachweis
    • Europass-Zeugniserläuterung
    • Europass-Diplomasupplement

    Diese Dokumente sind europaweit vereinheitlicht und können bei einer Bewerbung innerhalb der EU Zeit und Mühen sparen. Die Vorlagen sind zwar nicht verpflichtend, sie sollen jedoch die Bewerbungen vereinfachen und die Vergleichbarkeit der Bewerbungen innerhalb Europas durch eine Angleichung der formalen Struktur erleichtern. Bereitgestellt werden diese vom Service der Europäischen Kommission. Teilweise können diese Dokumente selbst ausgefüllt werden, teilweise werden sie von Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung ausgestellt.

    DOKUMENTE WIE? ZWECK
    EU-Lebenslauf Selbst ausfüllbar Darstellung deiner Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen
    EU-Sprachenpass Selbst ausfüllbar Selbsteinschätzung deiner Sprachkenntnisse und -qualifikationen
    EU-Mobilitätsnachweis Wird ausgestellt Erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen durch Lernaufenthalt im Ausland
    EU-Zeugniserläuterungen Wird ausgestellt Erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen durch Abschlusszeugnis im Ausland
    EU-Diplomasupplement Wird ausgestellt  Erworbene Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen durch Hochschulabschlüsse im Ausland

    Quelle: https://europass.cedefop.europa.eu

  2. Der EU-Sprachenpass.

    Der Europass-Sprachenpass oder EU-Sprachenpass ist ein Instrument zur Selbsteinschätzung der Sprachkenntnisse. Den Sprachenpass kann man sich online auf der Europass-Webseite selbst erstellen. Hier gibt man an, wo man die Sprachkenntnisse erworben hat und wie gut man eine Sprache beherrscht. Die Einstufungen sind: A1, A2, B1, B2, C1, C2.

    Es gibt dabei drei Kategorien, in denen man eine Selbsteinschätzung vornimmt:

    • Verstehen (Hören / Lesen)
    • Sprechen (An Gesprächen teilnehmen / Zusammenhängendes Sprechen)
    • Schreiben
  3. Der EU-Mobilitätsnachweis.

    Der Europass-Moblitätsnachweis oder EU-Mobilitätsnachweis beschreibt die Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die während eines Lernaufenthaltes im europäischen Ausland erworben wurden. Beispiele:

    • Auslandspraktikum
    • Auslandssemester / Universitäres Austauschprogramm
    • Freiwilligentätigkeit für eine gemeinnützige Einrichtung

    Anspruch auf einen EU-Mobilitätsnachweis haben alle Personen, die in einem europäischen Land mobil sind, um zu lernen oder eine Arbeitserfahrung zu machen. Der Nachweis wird i.d.R. von der Organisation ausgestellt, die jemanden ins Ausland entsendet.

    An einem Mobilitätsprojekt sind zwei Partnerorganisationen beteiligt, die erste im Herkunftsland und die zweite im Gastland. Partner in einem Mobilitätsprojekt sind zum Beispiel:

    • Hochschulen
    • Schulen
    • Bildungseinrichtungen
    • Unternehmen
    • Nichtregierungsorganisationen
  4. Die Europass-Zeugniserläuterung.

    Wenn du innerhalb der Europäischen Union gearbeitet hast, zum Beispiel als Au-Pair oder in einem ERASMUS-Praktikum, kannst du dir eine allgemeine Erklärung über dein berufliches Abschlusszeugnis ausstellen lassen. Der Arbeitgeber oder die Organisation muss dir nach Ende deines Einsatzes im Ausland ein Arbeitszeugnis aushändigen.

    Die Europass-Zeugniserklärung ergänzt anschließend die im Originalzeugnis enthaltenen Angaben. Damit wird besser nachvollziehbar, welche Qualifikationen, Kenntnisse und Fähigkeiten du erworben hast, die in deinem Abschlusszeugnis aufgeführt sind.

  5. Das Europass-Diplomasupplement (Diplomzusatz).

    Hast du innerhalb der Europäischen Union studiert, zum Beispiel im Rahmen eines ERASMUS-Studiums, kannst du dir von der Hochschule im Ausland eine Erklärung zum offiziellen Zeugnis oder zum Abschluss geben lassen, das sogenannte Europass-Diplomasupplement oder Diplomzusatz. Dieses ergänzt die im Zeugnis bzw. Abschluss enthaltenen Angaben und hilft, eine Vergleichbarkeit der Leistungen zu schaffen.

    Die Initiative Cedefop weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Erläuterung allenfalls zusätzliche Informationen bietet, sie das Diplom- oder Abschlusszeugnis also nicht ersetzt.

  6. Fazit.

    Der Europäische Lebenslauf kann gerade bei Bewerbungen im Ausland gute Dienste leisten. Wenn man sich an die Vorgaben hält, macht man jedenfalls nichts falsch, aber das Optimum ist es meist auch nicht. Auch bei einer Bewerbung innerhalb Deutschlands ist vom Europäischen Lebenslauf abzuraten, da die meisten Arbeitgeber eine klassische „deutsche“ Bewerbung bevorzugen. Insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) dürfte der Europäische Lebenslauf vielen Personalern nicht sehr vertraut sein. Das gilt vermutlich auch für die Personaler in den meisten anderen EU-Ländern. Sofern im Stellenangebot nicht ausdrücklich der Europäische Lebenslauf gefordert ist, sollte man bei einer Bewerbung innerhalb der EU möglichst eine landestypische Bewerbung erstellen.

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