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Insider-Interview

Berufseinstieg bei Siemens: Erfahrungen

Berufseinstieg bei Siemens: Erfahrungen

Claudia Hecht (25) hat an der RWTH Aachen jeweils einen Master in Elektrotechnik und in Wirtschaftswissenschaft absolviert, bevor sie als Trainee im Siemens Graduate Program (SGP) in den Beruf eingestiegen ist. Im Interview mit ABSOLVENTA berichtet sie über ihre Erfahrungen im Auswahlprozess, die Arbeitsatmosphäre und ihre weiteren Karriereperspektiven bei der Siemens AG.

Hallo Claudia, warum hast du dich für den Berufseinstieg bei der Siemens AG entschieden?

Seit ich mich in meinem Bachelor-Studium auf Energietechnik spezialisiert habe, ist die Energiebranche von Siemens sehr interessant für mich. Ich finde es spannend, dass Siemens von der Energieerzeugung über die Energieübertragung bis zur Energieverteilung fast das gesamte Produktportfolio bzw. die gesamte Wertschöpfungskette weltweit abdeckt. Wir haben in der Uni viel theoretisches Wissen über Transformatoren gelernt. Die Theorie kann ich nun bei meinem Beruf in die Praxis umsetzen.

Und was hat dich konkret an dem Trainee-Programm von Siemens angesprochen?

Für das Siemens Graduate Program speziell habe ich mich aufgrund von drei Kriterien entschieden:

  • Die Möglichkeit, sich innerhalb von zwei Jahren fachlich und persönlich weiterzuentwickeln sowie gefordert und gefördert zu werden.
  • Die Chance, bei anspruchsvollen Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Fachabteilungen mitzuwirken, um sich somit ein breites Fachwissen anzueignen.
  • Der Austausch mit anderen SGP-Trainees und der Aufbau eines weltweiten Netzwerks für die Zukunft.

Wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei Siemens ab?

Der Bewerbungsprozess bestand aus einem dreistufigen Auswahlverfahren: Online-Bewerbung, Telefoninterview, Assessment Center. Im Rahmen des Auswahltages haben Kandidaten unterschiedliche Aufgabenstellungen erhalten. Es wurde sowohl die Arbeit im Team, als auch die individuelle Problemlösungsfähigkeit getestet. Anschließend fand ein Fachinterview mit der HR und den Business Partnern statt. Die Atmosphäre war während des ACs angenehm. Doch da natürlich auch meine Mitbewerber den Job haben wollten, waren Anspannung und Adrenalinpegel sehr hoch.

Wie lange hat es vom Versenden der Bewerbungsunterlagen bis zur finalen Zusage gedauert?

Obwohl es ein dreistufiges Auswahlverfahren war, ging der Bewerbungsprozess sehr fix. Noch am selben Tag, an dem ich die Online-Bewerbung abgeschickt hatte, habe ich eine Einladung zu einem Telefoninterview erhalten. Insgesamt dauerte der Bewerbungsprozess bei mir drei Wochen.  

Welche Tipps kannst du anderen Bewerbern für den Auswahlprozess geben?

Vor dem Bewerbungsprozess ist es sehr wichtig, sich über seine langfristigen Karriereziele Gedanken zu machen. Möchte man zum Beispiel eher eine Expertenlaufbahn oder eher eine General Management Karriere einschlagen?

Das Siemens Graduate Program ist beispielsweise eher für Masterabsolventen ausgerichtet, die eine General Management Karriere anstreben. Da das SGP sehr international ausgerichtet ist und einen 8-monatigen Auslandsaufenthalt beinhaltet, sind außerdem das Interesse sowie die Mobilität und Flexibilität, im Ausland zu arbeiten, sehr wichtig.

Deine ersten Tage bei Siemens: Kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Positiver erster Eindruck. Im Rahmen einer Vorstellungsrunde habe ich meine Kollegen im Headquarter kennengelernt. Um die Kollegen im Vertrieb kennenzulernen, habe ich bereits in der zweiten Woche an einem Vertriebs-Workshop teilgenommen. Informationsaufenthalte in den Werken gaben mir zusätzlich die Möglichkeit, unser Produktportfolio besser zu verstehen.

Dennoch muss man die Spielregeln im Berufsleben erst einmal kennenlernen, wenn man frisch von der Uni kommt. Aber das ist ja auch das faszinierende am Berufseinstieg: Man lernt täglich dazu und wächst mit seinen Aufgaben und der Verantwortung.

Stimmt, als Berufseinsteiger gibt es viel zu lernen. Wie sind bei Siemens Betreuung und Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Mein Vorgesetzter und ich haben zu Beginn eine Zielvereinbarung aufgesetzt. Darin sind die Verantwortungsbereiche und die konkreten Maßnahmen festgehalten, wie die Ziele erreicht werden sollen. Da ich innerhalb des zweijährigen Trainee-Programms drei verschiedene Abteilungen durchlaufe und somit meine Aufgaben innerhalb der jeweils acht Monate erfüllen muss, überprüfen wir regelmäßig, ob die Zielvereinbarung eingehalten wird. Dadurch erhalte ich regelmäßig Feedback.

Zusätzlich erhält jeder SGP-Teilnehmer für die kompletten zwei Jahre eine erfahrene Führungskraft als Mentor. Zu Beginn des Trainee-Programms haben wir einen Entwicklungsplan festgelegt und eine mögliche Zielfunktion nach dem SGP diskutiert. Außerdem unterstützt mein Mentor mich bei der Koordination der verschiedenen Stationen und ist wertvoller Ansprechpartner bei Karrierefragen.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten in deinem Berufsalltag?

Zum einen erstelle ich Länderstrategien für unsere wichtigsten Absatzmärkte. Hierzu gehören die Analyse der Markt- und Kundentrends, die Wettbewerberanalyse und ein Portfolioscreening, um darauf aufbauend eine Vertriebsstrategie zu entwickeln. Bei diesem Projekt erhalte ich einen guten Überblick über unser Produktportfolio, aber auch über die Chancen und Herausforderungen unseres Geschäftsbereichs. Die Erstellung von Länderstrategien ist wirklich eine spannende Aufgabe, die eine gute Zusammenarbeit mit den Werken und Vertriebsleuten voraussetzt.

Ein weiteres Projekt ist eine Win-Loss-Analyse von ausgewählten Kundenprojekten. Aber natürlich gibt es auch kurzfristige Tagestätigkeiten wie zum Beispiel Präsentationen erstellen, Workshops organisieren und vieles mehr. Die Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich. Es macht Spaß, einen Einblick in verschiedene Bereiche zu erhalten und sich mit den Kollegen auszutauschen.

Welche Eigenschaften muss man deines Erachtens mitbringen, um nach dem Berufseinstieg bei Siemens auch einen guten Job zu machen?

Neugierig sein und die Themen hinterfragen, Bereitschaft zeigen, sich ständig zu verbessern. Motivation, Disziplin, strukturiertes und analytisches Arbeiten. Aber auch den besonderen „Drive“, und die Begeisterung mitbringen, die Aufgaben zu erfüllen.

Von der Hochschule ins Arbeitsleben: Wie steht es mit der Work-Life-Balance in deinem Job?

Im Moment habe ich einen 35-Stunden-Vertrag und 30 Urlaubstage im Jahr. Die Work-Life-Balance ist sehr gut: Nach der Arbeit und am Wochenende treffe ich mich oft mit den anderen Trainees. Die SGP-Community ist wirklich ein sehr großer Vorteil an dem Trainee-Programm

Den Berufseinstieg hast du geschafft. Welche Pläne hast du für deine weitere Karriere bei Siemens?

Nach dem Trainee-Programm möchte ich erstmal so viel operative Erfahrung wie möglich im Werk und im Vertrieb sammeln. Konkret könnte ich beispielsweise im technischen Vertrieb arbeiten. Spannend wäre es auch, nach dem SGP längere Zeit im Ausland zu arbeiten und dort im Werk oder im regionalen Vertrieb mitzuwirken.

Mein langfristiges Ziel ist es, im gehobenen Management bei strategischen Entscheidungen mitzuwirken und Profit-&-Loss-Verantwortung zu übernehmen. Bis dahin ist es natürlich noch ein langer und anspruchsvoller Weg. Aber mit dem nötigen Engagement, Leistungsbereitschaft, Begeisterung und dem Ziel, sich kontinuierlich fachlich und persönlich zu verbessern, bin ich optimistisch, meine Ziele erreichen zu können.

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