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Insider-Interview

Erfahrungen als Berufseinsteiger: Ketchum Pleon GmbH

Erfahrungen als Berufseinsteiger: Ketchum Pleon GmbH

Daniel Klinge (27) arbeitet als Account Executive bei Ketchum Pleon. Nach seinem Bachelor in Politikwissenschaften und dem Master in European Public Affairs gelang ihm der Berufseinstieg bei der Agentur und so wurde er schließlich fester Bestandteil des Public-Affairs-Teams. Im Interview mit ABSOLVENTA erzählt er vom Auswahlverfahren, dem Arbeitsalltag sowie dem Einstiegsgehalt bei der Ketchum Pleon GmbH.

Hallo Daniel, welche Stelle bekleidest du nach deinem Berufseinstieg bei Ketchum Pleon?

Direkt nach meinem Master-Studium habe ich ein 18-monatiges Trainee-Programm absolviert und bin seit Jahresbeginn 2015 Account Executive in unserem Public-Affairs-Team. Mein Themenschwerpunkt ist die politische Beratung von Unternehmen aus der Energiewirtschaft.

Wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei der Ketchum Pleon ab?

Während des Studiums war ich bereits einige Monate Praktikant und etwa ein Jahr lang Werkstudent bei Ketchum Pleon. Dies hat mir den Berufseinstieg hier natürlich deutlich erleichtert. Wie in allen anderen Unternehmen ist es auch bei uns von Vorteil, wenn man bereits durch ein Praktikum einen persönlichen Eindruck hinterlassen konnte. Das ist aber keineswegs Pflicht – viele unserer Berufseinsteiger haben sich auch ohne vorheriges Praktikum bei Ketchum Pleon in unserem Bewerbungsprozess durchsetzen können.

Dieser Prozess ist für Berufseinsteiger (aber auch in den höheren Ebenen) mehrstufig und besteht zumeist aus einem persönlichen Vorstellungsgespräch, einem „Chemistry Check“ mit dem potenziellen Team sowie einem kleinen Case, der zu lösen ist. Es ist möglich, dass alle Stufen am gleichen Tag stattfinden. Auf diese Weise kann man sich bei der Personalabteilung, der Fachabteilung und einem möglichen Vorgesetzten vorstellen – und zwar sowohl persönlich als auch inhaltlich.  

In unserem Fall wäre der Case eine politische Aufgabe. Zumeist wird ein politisches Problem eines fiktiven Unternehmens skizziert, auf das der Bewerber bzw. die Bewerberin im Sinne des Unternehmens reagieren soll. Für die Lösung der Aufgabe bleiben ein bis zwei Stunden Zeit – das bedeutet, es geht nicht unbedingt um Detailwissen, sondern um die Fähigkeiten, das Problem richtig zu analysieren und strukturierte Lösungsvorschläge zu machen, wie das Unternehmen reagieren soll.

Die Rückmeldung zum Case erfolgt direkt im Anschluss im Rahmen eines Feedback-Gesprächs mit einem potentiellen Vorgesetzten. Im Normalfall wird innerhalb weniger Tage entschieden, ob ein Bewerber oder eine Bewerberin eingestellt wird. Dies kann leicht variieren, wenn noch weitere Kandidaten eingeladen wurden.

Welche Tipps kannst du anderen Bewerbern für den Auswahlprozess geben?

Der Tipp mag etwas überstrapaziert sein, aber: immer authentisch bleiben! Ein Unternehmen erwartet selbstverständlich von Berufseinsteigern gewisse Grundkenntnisse, die für den Beruf qualifizieren. Darüber hinaus spielt es in meinen Augen aber insbesondere bei Absolventen eine große Rolle, ob die Persönlichkeit in das Team passt. Also: nicht kleiner machen, nicht größer machen und auch offen über die eigenen Erwartungen sprechen. Die Noten aus dem Abschlusszeugnis sind selten das Gewicht, das die Waage zum Kippen bringt.  

Deine ersten Tage bei der Ketchum Pleon: kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Da ich einige der „neuen“ Kollegen bereits kannte, hat sich mein Start bei Ketchum Pleon beinahe wie eine Rückkehr angefühlt. Neue Mitarbeiter werden zunächst im Team herzlich empfangen, können sich ihren neuen Arbeitsplatz einrichten und werden Schritt für Schritt an die tatsächliche Arbeit herangeführt. Zu Beginn muss jeder neue Mitarbeiter eine „Hausrunde“ machen und sich in jedem Büro kurz vorstellen – so gewinnt man sehr schnell einen Eindruck von den neuen Kollegen und beim Kaffee holen erkennt man einige Gesichter bereits wieder. Niemand bekommt bei uns Einzelbüros, viele sitzen auch im Open Space. Dadurch entsteht sehr schnell ein direkter Austausch.

Vor allem als Berufseinsteiger gibt es noch viel zu lernen. Wie sind bei der Ketchum Pleon die Betreuung und das Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

Besonderes während des Trainee-Programms, aber natürlich auch danach, ist die Betreuung durch einen Vorgesetzten sehr intensiv. Es gibt sowohl Feedback, das formalisiert und in gewissen Zeitabständen erfolgt, als auch Feedback, das sich durch die tägliche Arbeit miteinander quasi ad-hoc ergibt. In meinem Fall bilde ich seit dem ersten Tag ein Tandem mit einem Seniorberater, mit dem ich gemeinsam auf den Projekten arbeite und der aufgrund seiner Erfahrung für meine persönliche und berufliche Entwicklung bisher sehr wertvoll war. Da die Teams immer aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern bestehen und sich die Konstellationen auch einmal ändern können, bekommt man viel direktes Feedback. Das habe ich persönlich bisher immer geschätzt.  

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag?

Als Account Executive verantworte ich bereits einige Kunden und Projekte selbst. Politische Arbeit besteht insbesondere nach dem Berufseinstieg vor allem aus Monitoring und Analyse. Man lernt zunächst die Themen und politischen Herausforderungen der Kunden kennen und informiert sich dann systematisch über neue Entwicklungen. Im Grunde zeichnet man für seinen Kunden ein objektives Gesamtbild der Situation – aus Primärquellen, Presseberichten, Sozialen Medien oder der Parlamentsdokumentation. Daraus leiten sich konkrete Empfehlungen für unsere Kunden ab, an deren Umsetzung man als Berufseinsteiger natürlich ebenfalls direkt beteiligt ist.

Welche Eigenschaften muss man deines Erachtens mitbringen, um nach dem Berufseinstieg bei der Ketchum Pleon auch einen guten Job zu machen?

Mit Sicherheit die Bereitschaft, jeden Tag mit neuen Aufgabenstellungen und Themen konfrontiert zu werden und sich in diese schnell hineinzudenken. Es gibt durchaus langfristige Projekte, aber häufig auch kurzfristige Anfragen, die mit der gleichen Qualität beantwortet werden müssen. Als Berater ist man auch Dienstleister und eine entsprechende Mentalität ist von großem Vorteil. In der Universität hat man seine Leistung ausschließlich für sich selbst erbracht und konnte auch mal ein Auge zudrücken, wenn die Klausur nicht ganz perfekt lief. Als Berater wird man für jede einzelne Leistung bezahlt und der Qualitätsanspruch ist dadurch ständig sehr hoch. Man sollte also bereit sein, konstant eine gute Leistung abzuliefern, und zwar auch und besonders bei Aufgaben, die schnell zur Routine werden können.

Von der Hochschule ins Arbeitsleben: Wie steht es mit der Work-Life-Balance in deinem Job?

Richtig ist: Beratungen und Agenturen bieten keine klassischen „Nine-To-Five“-Jobs. Es gibt Projekte mit Deadlines, Krisensituationen oder kurzfristige Anfragen, die sich nicht auf den nächsten Tag verschieben lassen. Das sind jedoch Einzelfälle und ich persönlich halte die in meinem Vertrag vorgesehenen 40 Stunden in der Woche häufig ein. Für besonders intensive Arbeitstage oder Sonderprojekte sind Ausgleichstage immer möglich und von den Vorgesetzten auch gewünscht. Zu Beginn hat man 27 Urlaubstage, mit fortdauernder Zugehörigkeit zum Unternehmen werden es mehr. Aus meiner Sicht ist die Work-Life-Balance für eine Beratung sehr fair. Nebenbei habe ich privat beispielsweise drei Abende in der Woche feste Trainingszeiten, die ich immer einhalten kann.

Grundsätzlich gilt einfach, dass jemand, der während des Studiums bereits Praktika absolviert hat oder parallel einen Job hatte, keine Schwierigkeiten haben wird, sich an den Arbeitsalltag zu gewöhnen.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt bei der Ketchum Pleon?

Das Einstiegsgehalt bei uns entspricht in etwa dem, was üblicherweise in der Branche gezahlt wird. Objektiv gesehen habe ich mir sicherlich an einem bestimmten Zeitpunkt im Studium schon einmal eine höhere Summe vorgestellt. Andererseits zeigt mir mein Freundeskreis, dass auch in großen Unternehmen oder in den Medien für Volontariate oder Trainee-Programme weniger gezahlt wird. Perspektivisch sind relevante Gehaltsschritte absolut möglich. Offen gesagt: man kann sehr gut von dem Geld leben, aber wer Gehälter erwartet, die auch in der klassischen Unternehmensberatung gezahlt werden, wird nicht zufrieden sein.

Den Berufseinstieg hast du geschafft. Welche Pläne hast du für deine weitere Karriere bei der Ketchum Pleon?

Nach dem Ende des Trainee-Programms bin ich nun Festangestellter mit unbefristetem Vertrag – das ist für sich genommen bereits ein sehr gutes Gefühl. Das Unternehmen bietet sehr schnelle Entwicklungsmöglichkeiten und viele Karrierestufen, um voranzukommen. Solange ich für mich selbst eine Lernkurve sehe und bei Verantwortung sowie Gehalt Entwicklungen möglich sind, gibt es keinen Grund, sich umzusehen.

Vervollständige zum Schluss bitte noch diesen Satz: Arbeiten bei Ketchum Pleon ist . . .

…die perfekte Mischung aus eher konservativer Beratung und eher kreativer Start-Up-Atmosphäre: hier kann ich Krawatten ebenso tragen wie bunte Sneakers. Ich fühle mich persönlich und beruflich wohl – eine Kombination, die für mich sehr wertvoll ist.   

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