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Insider-Interview

Berufseinstieg beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Erfahrungen

Berufseinstieg beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR): Erfahrungen

Alexander Brandies (33) hat Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik an der TU Braunschweig studiert und war im Anschluss als wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Transportation Design an der HBK Braunschweig tätig. Danach ist er beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt als Doktorand am Institut für Verkehrssystemtechnik im Technologiefeld Human Factors eingestiegen. Im Interview mit ABSOLVENTA gibt er Tipps für den Auswahlprozess, spricht offen über Gehalt und Benefits und verrät, welche Karriereaussichten das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt für ihn bereithält.

Hallo Alexander, welche Stelle bekleidest du nach deinem Berufseinstieg beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)?

Ich bin Doktorand im Institut für Verkehrssystemtechnik im Technologiefeld Human Factors.

Wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle beim DLR ab?

Ich hatte die sehr spannende Ausschreibung im DLR Jobportal entdeckt und mich dann mit konkreten Fragen dazu an den Ansprechpartner gewandt. Per E-Mail erhielt ich direkt eine Rückmeldung zu meinen Fragen, parallel dazu vereinbarten wir ein erstes Gespräch via Telefon.

Im Telefonat wurden grob die gegenseitigen Interessen und Vorstellungen bezüglich des Jobs abgetastet. Dies verlief erfolgreich, sodass einige persönliche Gespräche folgten. Zunächst besprachen wir meine ersten Überlegungen zur Dissertation und ich stellte ein Exposé sowie einen ersten Zeitplan vor. Auf Basis des Feedbacks dazu überarbeitete ich die Entwürfe, um sie als Ergänzung meiner Bewerbungsunterlagen einzureichen. Ein weiteres Gespräch zum Kennenlernen gab es mit dem Leiter unseres Instituts. Abschließend hielt ich meine Präsentation vor den Mitarbeitern, die hauptsächlich aus der Abteilung, in der ich schließlich angefangen habe, stammten.

In Summe war der Bewerbungsprozess relativ aufwendig. Dadurch werden dann allerdings auch nur die Bewerber eingestellt, die wirklich begeistert sind von dem Job, der sie erwartet. Das empfinde ich im Nachhinein als sehr positiv.

Welche Tipps kannst du anderen Bewerbern für den Auswahlprozess geben?

Wichtig ist es, einen Job zu finden, der zu einem passt – darum ist es ratsam, sich im Bewerbungsgespräch nicht zu verstellen. Gemeinsam mit dem Arbeitgeber gilt es herauszufinden, ob die Stelle und man selber füreinander geeignet sind. Ist das nicht der Fall und tritt man die Stelle aufgrund eines falschen Eindrucks im Vorstellungsgespräch trotzdem an, ist das Risiko sehr hoch, dass man einige Monate später unglücklich mit der Entscheidung ist.

Deine ersten Tage beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt: kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Definitiv ein warmer Empfang. Bereits im Bewerbungsprozess lernte ich meine künftigen Vorgesetzten sowie einige Kollegen und Kolleginnen kennen, speziell aus dem Technologieumfeld, in dem ich jetzt arbeite, aber auch aus dem Institut. Zusätzlich habe ich durch das Patenprogramm für neue Mitarbeiter des Instituts für Verkehrssystemtechnik einen sehr angenehmen Einstieg gehabt.

Vor allem als Berufseinsteiger gibt es noch viel zu lernen. Wie sind beim DLR die Betreuung und das Feedback durch die Vorgesetzten geregelt?

In meinem Fall in erster Linie durch Jour-fixe-Termine, also regelmäßige persönliche Gespräche und Abteilungsrunden, sowie jährliche Mitarbeitergespräche. Darüber hinaus stehen die Türen der Kollegen und Vorgesetzen meist offen, sodass man sich nach vorheriger Absprache via E-Mail kurzfristig abstimmen oder einen Termin vereinbaren kann.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag?

Als Doktorrand habe ich eine etwa 50-prozentige Stelle, im Rahmen derer ich zum einen an einem praxisnahen Forschungsprojekt arbeite und zum anderen meine Dissertation schreibe. Das Projekt heißt im Kurztitel Reallabor Schorndorf und beschäftigt sich mit der Entwicklung und Erforschung eines Prototypen eines haltestellen-, zeitplan- und linienlosen Quartiersbussystems. Das geschieht gemeinsam mit zwei weiteren Doktoranden, die im gleichen Institut wie ich arbeiten, und mit zahlreichen weiteren instituts- und DLR-internen sowie externen Mitarbeitern und Partnern. In meiner Dissertation entwickle und evaluiere ich ein transdisziplinäres Vorgehen zur Gestaltung von Prototypen von Mobilitätskonzepten. Ein wichtiges Ziel ist die Dissertation selber, aber ein Stück weit auch, das Projekt so zu gestalten, dass Ergebnisse der Dissertation auch direkt (Zwischen-)Ergebnisse des Projektes sind und umgekehrt.

Welche Eigenschaften muss man deines Erachtens mitbringen, um nach dem Berufseinstieg beim DLR auch einen guten Job zu machen?

Ich denke, zu den wichtigsten Aspekten gehören die Begeisterung für die Themen, die Stelle und die Aufgaben. Außerdem sind eine hohe Leistungsbereitschaft sowie die Fähigkeit und der Spaß daran, sowohl individuell als auch im Team hervorragende Ergebnisse zu erzielen, wichtig.

Von der Hochschule ins Arbeitsleben: Wie steht es mit der Work-Life-Balance in deinem Job?

Mein Ziel ist es, binnen drei Jahren das Projekt und meine Dissertation erfolgreich abzuschließen. Das bedeutet, hart zu arbeiten und mit Stress umgehen zu können. Gleichzeitig kann ich mir die Zeit relativ frei einteilen und meine Vorgesetzten legen auch Wert darauf, dass ich mit meiner Energie haushalte.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt beim DLR?

Das Gehalt erfolgt nach Tarifvertrag, ist also vergleichbar mit Gehältern im universitären Kontext und damit in Ordnung. In der Wirtschaft würde ich sicherlich mehr verdienen – für mich ist aber vor allem auch von großer Bedeutung, dass ich von den Themen, an denen ich arbeite, begeistert bin. Und das ist bei meiner Arbeit im DLR im besonderen Maße der Fall!

Ein riesiger Benefit für Doktoranden, welcher zusätzlich Gehaltseinbußen gegenüber der Wirtschaft ausgleicht, ist das DLR_Graduate_Program. Dabei handelt es sich um ein umfassendes, stark individuell anpassbares und fächerübergreifendes Ausbildungsprogramm. Die Kosten für das Programm müssen nicht vom DLR-Institut getragen werden, für das man arbeitet, sondern werden vom DLR_Graduate_Program selbst getragen. Das heißt, für jeden im Programm angemeldeten Doktoranden des DLR ist die Finanzierung gesichert. So wird einem der Zugang zum Ausbildungsprogramm erleichtert und es ist nicht erforderlich, sich einen Kostenträger zu suchen, um teilnehmen zu können.

Den Berufseinstieg hast du geschafft. Welche Pläne hast du für deine weitere Karriere beim DLR? 

Der erste wesentliche Schritt ist, meine Dissertation und mein Projekt erfolgreich abzuschließen. Dies wird mich sehr stark auf meinem Weg voranbringen, die Mobilität zu verbessern. Das heißt konkret, die Gestaltung neuer Mobilitätskonzepte, die einen höheren Mehrwert für Nutzer und Gesellschaft mit sich bringen sowie ökonomisch vielversprechend sind, zu initiieren, sie selbst zu gestalten und Schritte ihrer prototypischen Umsetzung zu veranlassen. Im Laufe meiner weiteren Karriere beim DLR möchte ich dieses Ziel in vollem Umfang erreichen.

Vervollständige zum Schluss bitte noch diesen Satz: Arbeiten beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ist …

… arbeiten in einem innovativen Kontext und interdisziplinären Teams an spannenden Themen, mit denen wir die Welt zu einem besseren Ort machen können.

>> Mehr Erfahrungen zum Berufseinstieg beim DLR findest du hier!

Über den Autor

Bettina Wilde
Bettina Wilde

Bettina Wilde ist seit 2015 im Content Team von ABSOLVENTA tätig. Die studierte Germanistin verfasst Artikel rund um die Themen Berufseinstieg und Karriere und ist Expertin, wenn es um Fragen zu Trainee-Programmen geht.

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