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Arbeitsrecht: Das Arbeitszeugnis

Arbeitsrecht: Das Arbeitszeugnis

Neuer Job in Aussicht? Bei der nächsten Bewerbung wird Dein letztes Arbeitszeugnis eine große Rolle für den Personaler spielen. Die rechtlichen Grundlagen, was Arbeitgeber in das Zeugnis schreiben dürfen und was nicht, sind sehr deutlich.

Arbeitgeber zum Arbeitszeugnis verpflichtet

Der Arbeitgeber ist vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, einem Arbeitnehmer ein Arbeitszeugnis auszustellen - entweder ein so genanntes einfaches Arbeitszeugnis oder ein qualifiziertes Zeugnis inklusive Leistungsbewertung. Anzuwenden sind hierbei die gleichen Formalien, wie auch bei einem Praktikumszeugnis. Es gibt keine Frist wann genau der Arbeitgeber Dir Dein Zeugnis aushändigen muss. In der Regel passiert das aber im Zuge der Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Nach drei Jahren geht übrigens der Anspruch auf ein Arbeitszeugnis verloren.

Was steht in einem qualifizierten Arbeitszeugnis?

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält im Gegensatz zu einem einfachen Arbeitszeugnis eine Bewertung Deiner Leistung und Deines Verhaltens. Dabei sind die zentralen Punkte:

• Arbeitsbereitschaft
• Arbeitsbefähigung (Fähigkeiten/Fachkenntnisse)
• Arbeitsweise
• Arbeitserfolg (Tempo, Qualität, Quantität, besondere Erfolge)
• Führungskompetenz (sofern Du Führungsverantwortung hattest)
• Zusammenfassung Deiner Arbeitsleistung

Diese Zeugnis-Bestandteile werden von einem Personaler erwartet und sollten möglichst in dieser Reihenfolge angeordnet sein. Die Verhaltensbeurteilung beschreibt vor allem Dein Verhalten gegenüber den Mitarbeiter, z.B. „Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets einwandfrei“.

Am Ende des Arbeitszeugnisses steht noch der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, z.B. „Vertragsgemäß endet das Beschäftigungsverhältnis von Frau Xyzabc zum 07.09.2009“. In aller Regel folgt eine Empfehlung oder ein Ausdruck des Bedauerns.

Lücken und Formulierungen im Arbeitszeugnis

Das Zeugnis wirkt lückenhaft und erzeugt ein Negativbild, wenn Angaben fehlen, z.B. die Bewertung Deines Sozialverhaltens oder Deiner Fachkenntnisse.

Folgende Bereiche haben hingegen in Deinem Arbeitszeugnis nichts zu suchen: Geschlechtsspezifische Diskriminierung, Rasse oder ethnische Herkunft, Religion, Behinderung, Alter sowie sexuelle Identität. Ansonsten wäre es ein Verstoß gegen das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz). Darüber hinaus sind bestimmte Bemerkungen in einem Arbeitszeugnis ein hinreichender Grund für eine Änderung. Dazu zählen Alkoholmissbrauch, Krankenzeiten und die Mitgliedschaft in Betriebsrat oder in der Gewerkschaft.

Zwischenzeugnis anders als Arbeitszeugnis?

Derartige Lücken und Negativformulieren sind auch im Zwischenzeugnis unzulässig. Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis muss allerdings begründet sein, z.B. weil Du es der Bank vorlegen musst oder Bewerbungen verschickst. Dabei gilt: Die Bewertung im Endzeugnis muss in etwa der des Zwischenzeugnisses entsprechen. Auch alle Formalien, wie Nutzung des Briefpapiers oder rechtliche Vorgaben sind dabei identisch. Größere Änderungen zum finalen Arbeitszeugnis sind nur dann zulässig, wenn sich die Leistungen in der Zwischenzeit drastisch verändert haben.

Welches Datum gilt und wer darf das Arbeitszeugnis unterschreiben?

Das Arbeitszeugnis wird mit Datum und Unterschrift des Arbeitgebers beendet. Zeichnungsberechtigt ist gemeinhin jeder, der Deine Leistungsbewertung vornehmen kann, z.B. Dein direkter Vorgesetzter, der Geschäftsführer oder bei einem Trainee auch der Mentor.

Das Datum des Arbeitszeugnisses ist oft das Datum Deines letzten offiziellen Arbeitstages, selbst bei der nachträglichen Ausstellung des Zeugnisses. Ist der reguläre Austrittstermin ein krummes Datum (wie z.B. 07.09.2010) achte besonders darauf, ob angegeben wurde, warum das Arbeitsverhältnis an diesem Tag endete (z.B. befristeter Arbeitsvertrag). Da Beschäftigungsverhältnisse in der Regel zur Mitte oder zum Ende eines Monats aufgelöst werden, liegt sonst der Verdacht nahe, dass es sich um eine außerordentliche Beendigung (z.B. fristlose Kündigung) des Arbeitsverhältnisses handelt.

Reklamationen sofort anmahnen

Fazit: Achte bei Deinem Arbeitszeugnis immer auf die Richtigkeit der Daten. Achte neben der Leistungsbeurteilung auch auf die korrekte Rechtschreibung. Klingen Formulierungen sehr negativ oder fehlt sogar ein Teil Deiner Aufgabengebiete? In all diesen Fällen kannst Du Änderungen und Korrekturen einfordern. Mache das aber möglichst sofort, denn im Nachhinein bringt das nicht selten organisatorische Probleme, da es sowohl für Dich als auch für die Firma einen größeren Aufwand darstellt.

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