Mit diesen Tipps klappt der Bildungsurlaub.

Mit diesen Tipps klappt der Bildungsurlaub.
Hast du schon einmal etwas von Bildungsurlaub gehört? Falls du dich fragst, was das ist und ob dieser auch für deine Arbeit in Frage kommt, kannst du dich hier informieren! Wir erklären, wann du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, welche Angebote darunter fallen und welche Unterschiede in den einzelnen Bundesländern gelten.
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  1. Was ist Bildungsurlaub?

    Bildungsurlaub, auch Bildungsfreistellung oder Bildungszeit genannt, stellt eine spezielle Form des Urlaubs dar. Dieser dient dem Zweck der beruflichen oder politischen Weiterbildung. Du als Arbeitnehmer möchtest deine beruflichen Qualifizierungen und persönlichen Perspektiven erweitert. Da sich dies auch für deine Arbeit auszahlt, soll die Weiterbildung während der Arbeitszeit durch eine Freistellung in Form eines Urlaubs erfolgen. Das heißt, dein Arbeitgeber erkennt diese berufliche Weiterbildung an, indem er weiterhin deinen Lohn ausbezahlt. Jedoch gelten in jedem Bundesland andere Regeln, was als Bildungsurlaub anerkannt wird und welche Regelungen beim zeitlichen Umfang, den Voraussetzungen oder Einschränkungen gelten.

  2. Was kann als Bildungsurlaub anerkannt werden?

    Verschiedene Veranstaltungen können als Bildungsurlaub anerkannt werden. Hierzu zählen zum Beispiel:

    • Kurse zum Umgang mit Word, Excel und PowerPoint.
    • Seminare mit dem Schwerpunkt Konfliktbewältigung, Stressbewältigung oder Zeitmanagement.
    • Sprachkurse, Sprachreisen und Rhetorikseminare, wenn sie der beruflichen Weiterbildung dienen.

    Wichtig ist hierbei jedoch, dass die Weiterbildung im Zusammenhang mit deiner Arbeit steht. Brauchst du zum Beispiel für deinen Beruf sehr gute Englischkenntnisse, kann dir eine einwöchige Sprachreise mit dem Thema „Business English“ beruflich sehr helfen. Möchtest du hingegen eine Sprachreise nach Japan unternehmen, hast aber in deiner ausgeübten Tätigkeit keinen Bezug zum Japanischen, kann es schwer werden, diese Reise als berufliche Weiterbildung zu beantragen.

    Gerade bei Sprachreisen gibt es viele Ausnahmen. In Bremen beispielsweise sind vom Anbieter Sprachcaffe alle Intensivkurse und Kombikurse in Havanna (Kuba) als Bildungsurlaub anerkannt. In Nordrhein-Westfalen zählen alle Intensivkurse und Kombikurse in Paris, Brighton und London, während in Hessen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern alle Super-Intensivkurse und Kombikurse unabhängig von der Destination als berufliche Weiterbildung akzeptiert werden. Eine ausführliche Übersicht über die Anerkennung in den unterschiedlichen Bundesländern findest du meist auf den Seiten der Anbieter.

  3. Regelungen zu Dauer und Anspruch beim Bildungsurlaub.

    In den meisten Bundesländern darf der Arbeitnehmer bei einer Fünftagewoche im Jahr fünf Tage Bildungsurlaub nehmen.

    BUNDESLAND ANSPRUCH
    Baden-Württemberg 5 Arbeitstage pro Kalenderjahr 
    Bayern   kein Bildungsurlaubsgesetz in Kraft
    Berlin 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Brandenburg 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Bremen 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Hamburg 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Hessen 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Mecklenburg-Vorpommern 5 Arbeitstage pro Kalenderjahr
    Niedersachsen 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Nordrhein-Westfalen 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Rheinland-Pfalz 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Saarland  6 Arbeitstage pro Kalenderjahr (davon 3 Tage von der eigenen arbeitsfreien Zeit)
    Sachsen  kein Bildungsurlaubsgesetz in Kraft
    Sachsen-Anhalt 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Schleswig-Holstein 10 Tage innerhalb von zwei Kalenderjahren
    Thüringen 5 Arbeitstage pro Kalenderjahr

    Ausnahmen gelten bei diesen Ansprüchen für Pendler: Entscheidend ist, in welchem Bundesland du deinen Arbeitsplatz hast, nicht der Wohnort. Wenn du zum Beispiel in einem Bundesland wohnst, in dem eine bezahlte Freistellung zur beruflichen Bildung anerkannt ist, jedoch in Bayern oder Sachsen arbeitest, hast du keinen Anspruch auf die Freistellung.

    In Baden-Württemberg gibt es eine weitere Besonderheit: Hier erfolgt keine einzelne Maßnahmenanerkennung, sondern eine Trägeranerkennung. Zuständig für diese Anerkennung ist das Regierungspräsidium Karlsruhe.

  4. Wer hat ein Recht auf einen Bildungsurlaub?

    Auch hier gibt es unterschiedliche Vereinbarungen pro Bundesland. In den meisten Bundesländern musst du als Arbeitnehmer mindestens sechs Monate in der Firma angestellt sein, bevor du entsprechende Weiterbldungen beantragen kannst – in Baden-Württemberg musst du sogar zwölf Monate fest beschäftigt sein.

    Fast alle Ländern bieten Bildungsurlaub für Auszubildende an, Ausnahme ist hier Niedersachsen. In Thüringen dürfen Auszubildende allerdings nur drei Tage Bildungsfreizeit pro Jahr nehmen, während Azubis in Berlin, wenn sie unter 25 Jahre alt sind, zehn Tage pro Jahr nehmen können. In Baden-Württemberg dürfen sogar einige Studenten dualer Studiengänge Bildungsurlaube nehmen.

    Auch Landesbeamte dürfen nicht in jedem Bundesland Bildungsfreistellung nehmen. Zu den Ländern, die dies genehmigen, zählen Thüringen, Schleswig-Holstein, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist es möglich, allerdings ohne Lohnerstattung.

    In Firmen unter zehn Angestellten besteht in der Regel kein Anspruch auf Bildungsfreizeit. Weitere Einschränkungen sind zum Beispiel:

    • In Hessen haben maximal 33 Prozent der Beschäftigten pro Jahr Anspruch auf Bildungszeit.
    • Im Saarland haben pro Jahr maximal 30 Prozent der Angestellten, in Betrieben mit bis zu 100 Beschäftigten, Anspruch auf Bildungsurlaub.
    • Bremen erkennt nur Sprachreisen und Sprachkurse für europäische Sprachen an, diese müssen allerdings nicht in Europa, sondern können weltweit erlernt werden.
  5. Wer trägt die Kosten beim Bildungsurlaub?

    Einigen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf eine berufliche Fortbildung, übernimmt der Arbeitgeber weiterhin die Lohnfortzahlung für die Tage des Bildungsfreistellung. Der Arbeitnehmer bezahlt dafür die Seminargebühren und gegebenenfalls die Anreise selbst.

  6. Schritt für Schritt: So reichst du als Arbeitnehmer Bildungsurlaub ein.

    Möchtest du einen Urlaub für deine berufliche oder persönliche Weiterbildung nutzen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

    1. Suche nach Seminaren, die dich interessieren und frage den Veranstalter, ob bei diesen eine Anerkennung nach dem Bildungsurlaubsgesetz vorliegt.
    2. Interessierst du dich gezielt für Sprachreisen, ist es sinnvoll, gleich bei Anbietern zu schauen, die Sprachreisen für Bildungsurlaube anbieten.
    3. Suche nun Informationen, welche Regelungen zur Bildungszeit in dem Bundesland vorliegen, in dem du arbeitest. Lässt du dich von einem Anbieter beraten, kann er dir gleich die benötigten Informationen geben.
    4. Im nächsten Schritt musst du nun einen schriftlichen Antrag stellen: Hierbei ist es wichtig, die geltenden Fristen zu beachten. Wende dich am besten an die Personalabteilung oder deinen direkten Vorgesetzten, um dir die entsprechenden Formalien erklären zu lassen.
    5. Wenn nicht anders mitgeteilt, erhältst du nach deiner Anmeldung vom Veranstalter die Unterlagen zur Anerkennung des Bildungsurlaubs. Diese Dokumente sollten das Programm und die Inhalte des Seminars, eine Anmeldebestätigung sowie einen Anerkennungsbescheid beinhalten.
    6. Diesen drei Dokumenten legst du einen Antrag bei und gibst alles bei deinem Arbeitgeber ab.
    7. Dieser prüft daraufhin deinen Antrag. In einigen Bundesländern, wie beispielsweise Baden-Württemberg, gibt es Fristen für den Arbeitgeber, hier muss der Antragsprüfer seine Entscheidung spätestens vier Wochen vor Seminarbeginn gefällt haben. Wenn ein Arbeitgeber in Hessen die Freistellung verweigern möchte, muss die Ablehnung spätestens drei Wochen nach Erhalt des Antrages schriftlich unter Angabe der Gründe vorliegen. Geschieht dies nicht, ist der Angestellte kraft Gesetzes freigestellt. Eine formlose Absage ist nicht ausreichend.
    8. Ist dein Antrag genehmigt, ist es allerdings noch nicht vorbei: Nach abgeschlossener Teilnahme erhältst du eine Teilnahmebestätigung, die du deinem Arbeitgeber wieder vorlegen musst.

    Ein Anbieter von Sprachreisen für Bildungsurlaube ist zum Beispiel Sprachcaffe Reisen. Diese helfen dir auch bei den einzelnen Schritten der Anmeldung.

  7. Wann kann der Arbeitgeber den Bildungsurlaub ablehnen?

    Ein Antrag auf Bildungsurlaub kann in verschiedenen Fällen von deinem Arbeitgeber abgelehnt werden:

    • Wenn die Anmeldung nicht rechtzeitig erfolgt ist.
    • Wenn der Arbeitgeber der Meinung ist, dass bei einem Kurs zur beruflichen Weiterbildung der Berufsbezug fehlt.
    • Wenn in dem vorgesehenen Zeitraum dringende betriebliche Erfordernisse stattfinden oder eine vertragliche Urlaubssperre über den Zeitraum verhängt wurde.
    • Wenn im laufenden Kalenderjahr bereits die maximale Zahl der Bildungsfreistellung genommen wurde (bspw. in Hessen mehr als ein Drittel der Beschäftigten).
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