Millionen trotz Misserfolg?

Managergehälter

Managergehälter

Vor allem bei einer Wirtschaftskrise geraten Managergehälter kräftig in die Kritik. Meldungen über Bonuszahlungen in Millionenhöhe trotz schlechter Unternehmensergebnisse erregen die Gemüter der Durchschnittsverdiener. Mittlerweile gibt es dazu gesetzliche Regelungen. ABSOLVENTA erklärt, wie diese aussehen.

In Zeiten wirtschaftlicher Unruhe werden vor allem die Gehälter derer besonders unter die Lupe genommen, die sehr viel Geld verdienen. In Deutschland hat dies nach der Finanzkrise 2009 zu einer neuen Regulierung der Managergehälter geführt.

Neuregelung für Managergehälter

Das Arbeitsentgelt von Managern soll laut Gesetz "angemessen" sein. Inzwischen wird diese Angemessenheit konkreter beschrieben. Managergehälter müssen branchenüblich und dürfen nicht unangemessen hoch sein. Im Fall des Missmanagements ist der Aufsichtsrat verpflichtet, die Managergehälter auch nachträglich herabzusetzen. Wird vom Aufsichtsrat ein zu hohes Managergehalt beschlossen, haften deren Mitglieder persönlich.

Ein weiterer Punkt sind die finanziellen Zuschüsse zu Managergehältern bei temporärem wirtschaftlichem Erfolg eines Unternehmens. Ziel ist die langfristige Ausrichtung auf den Unternehmenserfolg. Darunter fällt auch die Fristverlängerung von Aktienoptionen der Manager auf vier anstatt wie bisher zwei Jahre. Mit diesen Regelungen soll die Risikobereitschaft gesenkt und die Nachhaltigkeit von Managemententscheidungen gestärkt werden.

Für die Höhe von Managergehältern sind mehrere Faktoren entscheidend

Neben der Managementebene sind vor allem auch die Größe des Unternehmens und der Branche bei der Höhe der Managergehälter ausschlaggebend. Aber auch Faktoren wie die Region, in der der Betrieb liegt oder das Geschlecht der Führungskraft spielen eine Rolle. Es sind (im Durchschnitt) immer noch Gehaltsunterschiede im Ost/West- sowie im Nord/Süd-Vergleich festzugestellen, wobei der Süden und der Westen in der Regel besser abschneiden. Hohe Managergehälter lassen sich besonders in der Beratung und im Finanzwesen erzielen. Aber auch in den Branchen Pharma, Telekommunikation, Konsumgüter und Automobil bekommen viele Manager ein hohes Gehalt ausgezahlt.

Zu berücksichtigen sind zwei Faktoren: Zum einen forderte die Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 ihren Tribut. In Folge dessen gingen die Gehälter bei vielen Führungskräften zurück, aber nicht nur dort. Am stärksten betroffen waren die Gehälter in der Automobilbranche und in der Chemischen Industrie, wo zwischen 25 und 50 Prozent der Beschäftigten in der Managementebene Kürzungen beim Gehalt hinnehmen mussten. Zum anderen sind die Gehaltsdifferenzen zwischen den einzelnen Führungsebenen nicht zu vernachlässigen. Manager der oberen Führungsebenen verdienen zum Teil doppelt so viel wie ihre Kollegen in den unteren Ebenen.

Unternehmen in der Pflicht

Die Bemühungen des Gesetzgebers sind löblich, aber was sie letztlich tatsächlich bewirken, steht auf einem anderen Blatt. Die Gehälter von Managern steigen seit Jahren prozentual deutlich höher als als die Löhne der Angestellten. Wenn die Manager dafür eine gute, verantwortungsvolle und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Arbeit leisten, rechtfertigen sie ein hohes Gehalt, doch übertrieben hohen Boni und millionenschweren Abfindungen trotz Misserfolg sollte ein klarer Riegel vorgeschrieben werden. Hier sind aber auch die Unternehmen selbst in der Plicht, sich entsprechende Regeln aufzuerlegen – zum Wohle der Mitarbeiter und Anteilseigner.

>> Weitere Informationen zum heiklen Thema Gehalt

Über den Autor

Hannes Reinhardt
Hannes Reinhardt

Redaktionsprakti Hannes kommt frisch von der Uni und schreibt bei ABSOLVENTA über die Möglichkeiten, die sich jungen Berufseinsteigern heute bieten.

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Der Mindestlohn: Pro und contra Argumente
Mehr Pro als Contra

Der Mindestlohn: Pro und contra Argumente

Die Bundesregierung hat es beschlossen: Nun gilt auch in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Mit dem neuen Gesetz bekommt somit jeder Arbeitnehmer in Deutschland 2017 eine Vergütung von mindestens 8,84 Euro pro Stunde. Etwa alle zwei Jahre überprüft ein unabhängiges Gremium die Höhe des Mindestlohns und setzt ...

Zum Artikel
Mit diesen Tipps klappt der Bildungsurlaub!
Urlaub und Weiterbildung in einem!

Mit diesen Tipps klappt der Bildungsurlaub!

Hast du schon einmal etwas von Bildungsurlaub gehört? Falls du dich fragst, was das ist und ob dieser auch für deine Arbeit in Frage kommt, kannst du dich hier informieren! Wir erklären, wann du Anspruch auf Bildungsurlaub hast, welche Angebote darunter fallen und welche Unterschiede in den einzelnen Bundesländern g...

Zum Artikel
Berufseinstieg bei der R+V Versicherung: Erfahrungen
Insider-Interview

Berufseinstieg bei der R+V Versicherung: Erfahrungen

Ricarda Schön hat ihren BWL-Bachelor an der Hochschule Mainz abgeschlossen und ist im Anschluss als Trainee im Prozessmanagement in der Abteilung Firmenkundeninkasso bei der R+V Versicherung eingestiegen. Im Interview mit ABSOLVENTA erzählt sie von ihren Erfahrungen im Auswahlverfahren, gibt Einblicke in den Arbeits...

Zum Artikel