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Leben auf der "grünen Insel"

Arbeiten im Ausland: Neuseeland

Arbeiten im Ausland: Neuseeland

Die fantastischen Landschaften Neuseelands sind nicht erst seit dem Filmdreh von „Lord of the Rings“ in aller Munde. Um im grünen Paradies leben und arbeiten zu können, nehmen jedes Jahr tausende deutsche Einwanderer den langen Flug in den südlichen Pazifik auf sich. Welche Hindernisse es vor der Einreise zu überwinden gilt, was man bei der Bewerbung beachten muss und welche Jobs in Neuseeland momentan gefragt sind, verrät die Jobbörse ABSOLVENTA. 

Ähnlich wie in Kanada können deutsche Staatsbürger mit einem gültigen Reisepass im Gepäck als Tourist in Neuseeland einreisen. Das Touristenvisum gilt allerdings nur für drei Monate und schließt keine Arbeitserlaubnis mit ein. Wer in Neuseeland nicht nur seinen Urlaub verbringen, sondern dort für längere Zeit leben und arbeiten will, muss zuvor einige Hürden nehmen. Denn die Kiwis, wie sich die Neuseeländer gern untereinander nennen und so dem gleichnamigen Nationalvogel huldigen, gewähren nur gut ausgebildeten Fachkräften Zutritt zu ihrem Arbeitsmarkt.

Arbeitserlaubnis für Arbeitnehmer

Arbeitserlaubnis ist in Neuseeland nicht gleich Arbeitserlaubnis. Welches Visum das richtige ist, richtet sich nach der gewünschten Aufenthaltsdauer. Wer erst einmal für ein bis zwei Jahre Berufsluft in Neuseeland schnuppern will, sollte sich um die sogenannte „Application to Work“ bemühen, die für drei Jahre gilt.

„Application to Work“

Schon bei der Anmeldung für das Arbeitsvisum müssen ausländische Gäste ein Jobangebot (job offer) von einem einheimischen Arbeitgeber vorlegen. Doch damit noch nicht genug, denn der neuseeländische Chef muss wiederum nachweisen, dass für die Stelle keine einheimische Fachkraft zur Verfügung steht.

Mit dieser Regelung will die Regierung verhindern, dass ausländische Bewerber einem ebenso qualifizierten Kiwi den Job wegnehmen. Doch das ist längst kein Grund zum Verzweifeln: Die Einwanderungsbehörde erwartet keinen unterzeichneten Arbeitsvertrag, sondern lediglich ein unverbindliches Jobangebot. Liegt das Angebot vor, steht der Antragsbewilligung meist nichts mehr entgegen. Wenn sich das befristete Visum dann ausläuft, können überzeugte Neuseeland-Fans direkt ein Folge-Arbeitsvisum beantragen - und das so oft sie wollen. Eine offizielle Begrenzung für die Antragsstellung gibt es nicht.

Working Holiday Visum vs. Permanent Residence Permit

Eine alternative und vor allem weniger aufwendige Möglichkeit, um in Neuseeland zu arbeiten, ist das Working Holiday Visum. Dieses Visum richtet sich allerdings ausschließlich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die damit Reise und Job verbinden wollen. Ältere Jahrgänge müssen sich mit der „Application to Work“ zufrieden geben.

Wer schon von vorhinein weiß, dass er sich für eine längeren Zeitraum in Neuseeland niederlassen will, benötigt eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung – die „Permanent Residence Permit“. Für einen solchen unbefristeten Aufenthalt prüft die Einwanderungsbehörde anhand eines speziellen Punktesystems nicht nur die Englischkenntnisse und die berufliche Qualifikation des Jobsuchenden, sondern auch dessen Krankenakte. „New Zealand“ bemüht sich nämlich nicht nur um qualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch um kerngesunde. Wer das Glück hat, eine der begehrten Visa in den Händen zu halten, darf so lange er will am schönen Ende der Welt leben und arbeiten.

Arbeitsmarkt in Neuseeland

In Neuseeland leben rund vier Millionen Einwohner, daher ist auch der Arbeitsmarkt gegenüber dem deutschen relativ überschaubar. Doch die Ruhe und Erholung der Natur machen den Inselstaat für Auswanderer aus der ganzen Welt zu einem absoluten Traumziel. Es ist zwar möglich, sich auch vor Ort nach Jobs umzusehen, doch sollten sich Bewerber bereits vor der Abreise bei der „New Zealand Qualifications Authority“ (NZQA) melden. Diese führt anhand der Qualifikation und Berufserfahrung zusätzlich eine Art akademische Einstufung der ausländischen Arbeitskräfte durch, auf die viele neuseeländische Arbeitgeber besonderen Wert legen.

Bedarf an Arbeitskräften besteht in Neuseeland u. a. im Baugewerbe, dem Maschinenbau, der chemischen Industrie und Biotechnologie sowie der Informationstechnik. Auch in der Infrastruktur sowie der Transport- und Logistikbranche werden neue Mitarbeiter gesucht. Um auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt als deutsche Fachkraft eine reelle Chance gegen die einheimische Konkurrenz zu haben, sind sehr gute Englischkenntnisse jedoch ein absolutes Muss.

Bewerbung in Neuseeland

Die Bewerbungsunterlagen sind in Neuseeland längst nicht so umfangreich wie in Deutschland. Zu einer klassischen Bewerbung zählen lediglich das Anschreiben (cover letter) und der Lebenslauf (curriculum vitae). 

Wie auch bei uns wird der Lebenslauf in Neuseeland antichronologisch aufgebaut und beginnt mit der letzten beruflichen Tätigkeit. Im Rahmen der Antidiskriminierung verzichten die Neuseeländer zwar auf ein Bewerbungsbild und auch auf persönliche Angaben zu Familienstand und Alter, führen dagegen aber auch Freizeitaktivitäten auf, die für die jeweilige Stelle hilfreich sind. Trotzdem: Die Neuseeländer mögen es kurz und knackig – der Lebenslauf sollte daher eine Seite nicht überschreiten.

Arbeitszeugnisse
Im Gegensatz zu der deutschen Gepflogenheit, diverse Arbeitszeugnisse beizulegen, sind umfangreiche Bewerbungsunterlagen in „New Zealand“ kaum von Vorteil und auch nicht wirklich gewünscht. Viele neuseeländische Chefs können mit den deutschen Einschätzungen – selbst in der englischen Übersetzung – wenig anfangen. Die Bewerber sollten Arbeitszeugnisse daher nur auf ausdrücklichem Wunsch mitschicken.

Persönliche Empfehlungen
Statt einer prall gefüllten Bewerbungsmappe legen die Kiwis vielmehr Wert auf persönliche Referenzen. Die „references“ – bspw. von ehemalige Lehrern oder Arbeitgebern – werden als Kontaktdaten als letzter Punkt im Lebenslauf angeführt und stehen den Chefs für eventuelle Rückfragen zur Verfügung. Tipp: Jobsuchende sollten bei der Auswahl der Referenzgeber darauf achten, dass die Lobredner tatsächlich erreichbar sind und sich auch in einem Gespräch in englischer Sprache gut verständigen können.

Ebenso wie in Deutschland sind persönliche Netzwerke auch in Neuseeland ein großer Vorteil. Wer in Neuseeland arbeiten möchte, sollten deswegen gleich von Beginn an gezielt Kontakte zu Freunden, Bekannten, entfernten Verwandten oder einheimischen Arbeitgebern suchen, die im Falle des Falles ein gutes Wort für sie einlegen.

Besonderheiten beim Arbeiten in Neuseeland

Ähnlich wie in Australien pflegen auch die Neuseeländer einen entspannten Lebens- und Arbeitsstil. Aufgrund der englischen Sprache herrscht ein freundschaftlicher und lockerer Ton im Arbeitsalltag der Kiwis. Unter Kollegen ist man in Neuseeland schnell beim Vornamen. Diese Ungezwungenheit wird auch im Bewerbungsprozess übertragen. Angehende Kiwis sollten sich nicht irritieren lassen, wenn der Personalverantwortliche im Vorstellungsgespräch relativ rasch zum Vornamen übergeht. Doch Obacht: Den Chef lieber erst dann beim Vornamen ansprechen, wenn dieser es selbst vorschlägt.

Im neuseeländischen Arbeitsalltag darf vor allem das „Life“ im Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen. Der einheitliche Tenor lautet hier: Man lebt nicht (nur) zum Arbeiten. Stattdessen zelebrieren die Neuseeländer gemeinsame Freizeitaktivitäten und lassen den Feierabend an einem der traumhaften Strände Neuseelands oder bei einem Work-out in einem der zahlreichen Nationalparks ausklingen.

Als Bewerber ist es daher ratsam, sich im Vorstellungsgespräch nicht als ehrgeizigen Karrieremensch zu präsentieren. Hier zählen in erster Linie die Persönlichkeit des Bewerbers und der Sympathie-Faktor – mit Aufgeschlossenheit, einem freundlichen Wesen und Sinn für Humor stehen die Chancen auf eine Jobzusage gut.

Skurrile Infos für zukünftige Kiwis

  • Ohne Neuseeland würde noch lautes Gebrüll auf dem Fußballfeld herrschen. Der aus Christchurch stammende Schiedsrichter William Atack benutzte 1884 als erste eine Hundepfeife, um sich Gehör zu verschaffen.
  • Wer sich in Neuseeland auf Entdeckungstour begibt, entfernt sich niemals weiter als rund 128 km vom Meer.
  • Der berühmte Nationalvogel Neuseelands, der Kiwi, kann nicht fliegen.
  • Die gleichnamige Kiwi (Obst) wurde erst um 1900 in Neuseeland eingeführt.
  • Laut dem Guinness-Buch der Rekorde befindet sich die steilste Straße der Welt in Neuseeland. Auf der Baldwin Street in Dunedin beträgt die Steigung rund 38 Prozent.
  • Die Neuseeländer kommen täglich zuerst auf der Welt in den Genuss, den Sonnenaufgang zu sehen.

Die Jobbörse ABSOLVENTA wünscht viel Spaß beim Arbeiten in Kanada.
 

Lies auch:
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Über den Autor

Claudia Wegner
Claudia Wegner

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