Arbeiten in Neuseeland: Auswandern ins „Land der Kiwis“.

Arbeiten in Neuseeland: Auswandern ins „Land der Kiwis“.
Die fantastischen Landschaften Neuseelands sind nicht erst seit dem Filmdreh von „Herr der Ringe“ in aller Munde. Um im grünen Paradies leben und arbeiten zu können, nehmen jedes Jahr tausende deutsche Einwanderer_innen den langen Flug in den südlichen Pazifik auf sich. Welche Hindernisse es vor der Einreise zu überwinden gilt, was man bei der Bewerbung beachten muss und welche Jobs in Neuseeland momentan gefragt sind, verrät Absolventa.
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  1. Warum im Ausland arbeiten?

    Im Ausland zu arbeiten bedeutet viele Vorteile, sowohl beruflich als auch persönlich:

    • Du erweiterst deinen Horizont, tauchst in andere Kulturen ein.
    • Du verbesserst deine Sprachkenntnisse.
    • Du lernst neue Arbeitsweisen kennen und bekommst massig Inspiration.
    • Du zeigst Mut, Offenheit und Organisationstalent – was auch Personalverantwortliche beeindruckt.
    • Du knüpfst nützliche Kontakte in aller Welt.
  2. Warum in Neuseeland arbeiten?

    Für einen längeren Zeitraum in Neuseeland zu arbeiten oder gar auszuwandern, ist natürlich aufgrund der atemberaubenden Landschaft verlockend. Die Ruhe und Erholung in der Natur machen den Inselstaat für Auswandernde aus der ganzen Welt zu einem absoluten Traumziel – und das ohne die vielen giftigen Tiere, die zum Beispiel im benachbarten Australien lauern.

    Dazu kommt, dass du mit sicheren Englischkenntnissen perfekt zurechtkommst und nicht noch eine zusätzliche neue Sprache lernen musst. Außerdem liegt die Arbeitslosenquote in Neuseeland bei gerade mal drei Prozent. Wohnen ist vergleichsweise günstig – wobei du in Metropolen wie Auckland natürlich etwas draufzahlst.

  3. Der Arbeitsmarkt in Neuseeland.

    In Neuseeland leben rund vier Millionen Einwohner_innen, daher ist auch der Arbeitsmarkt gegenüber dem deutschen relativ überschaubar. Es ist zwar möglich, sich vor Ort nach Jobs umzusehen, doch sollten sich Bewerbende bereits vor der Abreise bei der „New Zealand Qualifications Authority“ (NZQA) melden.

    Diese führt anhand der Qualifikation und Berufserfahrung zusätzlich eine Art akademische Einstufung der ausländischen Arbeitskräfte durch, auf die viele neuseeländische Arbeitgeber besonderen Wert legen. Bedarf an Arbeitskräften besteht in Neuseeland u. a.

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    Um als deutsche Fachkraft auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt eine reelle Chance gegen die einheimische Konkurrenz zu haben, sind sehr gute Englischkenntnisse jedoch ein absolutes Muss.

    Grundsätzlich kannst du dich 1. Direkt bei einer Firma in Neuseeland bewerben, z. B. wenn du auswandern willst. 2. Dich als Expat von deinem Arbeitgeber in Deutschland entsenden lassen.

    Zum Beispiel diese Unternehmen haben Niederlassungen in Neuseeland:

  4. Einreise & Visum für Neuseeland.

    Ähnlich wie in Kanada können deutsche Staatsbürger_innen mit einem gültigen Reisepass im Gepäck als Tourist_in in Neuseeland einreisen. Das Touristenvisum gilt allerdings nur für drei Monate und schließt keine Arbeitserlaubnis mit ein.

    Wer in Neuseeland nicht nur seinen Urlaub verbringen, sondern dort für längere Zeit leben und arbeiten oder gar auswandern will, muss zuvor einige Hürden nehmen. Denn die Kiwis, wie sich die Neuseeländer_innen gern untereinander nennen und so dem gleichnamigen Nationalvogel huldigen, gewähren nur gut ausgebildeten Fachkräften Zutritt zu ihrem Arbeitsmarkt.

  5. Arbeitserlaubnis für Neuseeland.

    Arbeitserlaubnis ist in Neuseeland nicht gleich Arbeitserlaubnis. Welches Visum das richtige ist, richtet sich nach der gewünschten Aufenthaltsdauer. Wer erst einmal für ein bis zwei Jahre Berufsluft in Neuseeland schnuppern will, sollte sich um die sogenannte „Application to Work“ bemühen, die für drei Jahre gilt.

    „Application to Work“

    Schon bei der Anmeldung für das Arbeitsvisum musst du ein „job offer“, also ein Jobangebot von einem einheimischen Arbeitgeber vorlegen. Doch damit noch nicht genug, denn deine neuseeländische Führungskraft muss wiederum nachweisen, dass für die Stelle keine einheimische Fachkraft zur Verfügung steht.

    Mit dieser Regelung will die Regierung verhindern, dass ausländische Bewerbende einem ebenso qualifizierten Kiwi den Job wegnehmen. In der Praxis ist es aber nicht so streng, wie es aussieht: Die Einwanderungsbehörde erwartet keinen unterzeichneten Arbeitsvertrag, sondern lediglich ein unverbindliches Jobangebot. Liegt das Angebot vor, steht deiner Antragsbewilligung meist nichts mehr entgegen.

    Wenn das befristete Visum dann ausläuft, kannst du direkt ein Folge-Arbeitsvisum beantragen – und das so oft du willst. Eine offizielle Begrenzung für die Antragsstellung gibt es nicht.

  6. Work and Travel in Neuseeland.

    Neuseeland gehört zu den beliebtesten Zielen für vor allem junge Leute, die Work and Travel machen wollen. Zieht dich diese Kombination aus Arbeiten und Reisen auch an, brauchst du in Neuseeland das Working Holiday Visum. Dieses Visum richtet sich dabei ausschließlich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die damit Reise und Job verbinden wollen. Ältere Jahrgänge müssen sich um die „Application to Work“ bemühen.

    Ziehst du zur Planung deines Work-and-Travel-Aufenthalts in Neuseeland eine Agentur zurate, kostet das zwar Gebühr, aber dafür wirst du bei organisatorischen Themen wie bei der Beantragung des Visums oder der Suche nach potenziellen Arbeitgebern professionell unterstützt.

  7. Auswandern nach Neuseeland.

    Wenn es dich für einen längeren Zeitraum nach Neuseeland zieht, benötigst du eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung – die „Permanent Residence Permit“. Für einen solchen unbefristeten Aufenthalt prüft die Einwanderungsbehörde anhand eines speziellen Punktesystems nicht nur deine Englischkenntnisse und deine berufliche Qualifikation, sondern auch deine Krankenakte.

    New Zealand bemüht sich nämlich nicht nur um qualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch um kerngesunde. Wer das Glück hat, eine der begehrten Visa in den Händen zu halten, darf so lange er will im wunderschönen Neuseeland leben und arbeiten.

  8. Bewerbung in Neuseeland.

    Die Bewerbungsunterlagen sind in Neuseeland längst nicht so umfangreich wie in Deutschland. Zu einer klassischen Bewerbung zählen lediglich das Anschreiben (cover letter) und der Lebenslauf (curriculum vitae). 

    Wie auch bei uns wird der Lebenslauf in Neuseeland antichronologisch aufgebaut und beginnt mit der letzten beruflichen Tätigkeit. Im Rahmen der Antidiskriminierung verzichten die Neuseeländer_innen zwar auf ein Bewerbungsbild und auch auf persönliche Angaben zu Familienstand und Alter, führen dagegen aber auch Freizeitaktivitäten auf, die für die jeweilige Stelle hilfreich sind. Trotzdem: Die Neuseeländer_innen mögen es kurz und knackig – dein Lebenslauf sollte daher eine Seite nicht überschreiten.

    Arbeitszeugnisse

    Im Gegensatz zu der deutschen Gepflogenheit, diverse Arbeitszeugnisse beizulegen, sind umfangreiche Bewerbungsunterlagen in „New Zealand“ kaum von Vorteil und auch nicht wirklich gewünscht. Viele neuseeländische Chefs können mit den deutschen Einschätzungen – selbst in der englischen Übersetzung – wenig anfangen. Du solltest also Arbeitszeugnisse nur auf ausdrücklichem Wunsch mitschicken.

    Persönliche Empfehlungen

    Statt einer prall gefüllten Bewerbungsmappe legen die Kiwis vielmehr Wert auf persönliche Referenzen. Die „references“ – bspw. von ehemaligen Lehrer_innen oder Arbeitgebern – werden als Kontaktdaten als letzter Punkt im Lebenslauf angeführt und stehen den Personalverantwortlichen für eventuelle Rückfragen zur Verfügung.

    Tipp: Du solltest bei der Auswahl der Referenzgebenden darauf achten, dass die Lobredenden tatsächlich erreichbar sind und sich auch in einem Gespräch in englischer Sprache gut verständigen können.

    Ebenso wie in Deutschland sind persönliche Netzwerke auch in Neuseeland ein großer Vorteil. Wenn du in Neuseeland arbeiten möchtest, solltest du deswegen gleich von Beginn an gezielt Kontakte zu Freund_innen, Bekannten, entfernten Verwandten oder einheimischen Arbeitgebern suchen, die im Falle des Falles ein gutes Wort für dich einlegen.

  9. Büro-Knigge für Neuseeland.

    Ähnlich wie in Australien pflegen auch die Neuseeländer_innen einen entspannten Lebens- und Arbeitsstil. Aufgrund der englischen Sprache herrscht ein freundschaftlicher und lockerer Ton im Arbeitsalltag der Kiwis. Unter Kolleg_innen ist man in Neuseeland schnell beim Vornamen.

    Diese Ungezwungenheit wird auch im Bewerbungsprozess übertragen. Angehende Kiwis sollten sich nicht irritieren lassen, wenn Personalverantwortliche im Vorstellungsgespräch relativ rasch zum Vornamen übergehen. Doch Obacht: Die Führungskraft lieber erst dann beim Vornamen ansprechen, wenn diese es selbst vorschlägt.

    Im neuseeländischen Arbeitsalltag darf vor allem das „Life“ im Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen. Der einheitliche Tenor lautet hier: Man lebt nicht (nur) zum Arbeiten. Stattdessen zelebrieren die Neuseeländer_innen gemeinsame Freizeitaktivitäten und lassen den Feierabend an einem der traumhaften Strände Neuseelands oder bei einem Workout in einem der zahlreichen Nationalparks ausklingen.

    Als Bewerber_in ist es daher ratsam, sich im Vorstellungsgespräch nicht als ehrgeizigen Karrieremensch zu präsentieren. Hier zählen in erster Linie die Persönlichkeit der Bewerbenden und der Sympathie-Faktor – mit Aufgeschlossenheit, einem freundlichen Wesen und Sinn für Humor stehen die Chancen auf eine Jobzusage gut.

  10. Skurrile Infos für zukünftige Kiwis.

    • Ohne Neuseeland würde noch lautes Gebrüll auf dem Fußballfeld herrschen. Der aus Christchurch stammende Schiedsrichter William Atack benutzte 1884 als Erster eine Hundepfeife, um sich Gehör zu verschaffen.
    • Wer sich in Neuseeland auf Entdeckungstour begibt, entfernt sich niemals weiter als rund 128 km vom Meer.
    • Der berühmte Nationalvogel Neuseelands, der Kiwi, kann nicht fliegen.
    • Die gleichnamige Kiwi (Obst) wurde erst um 1900 in Neuseeland eingeführt.
    • Laut Guinness-Buch der Rekorde befindet sich die steilste Straße der Welt in Neuseeland. Auf der Baldwin Street in Dunedin beträgt die Steigung rund 38 Prozent.
    • Die Neuseeländer_innen kommen täglich zuerst auf der Welt in den Genuss, den Sonnenaufgang zu sehen.
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