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Arbeiten im Ausland: Schweiz

Arbeiten im Ausland: Schweiz

Schweizer Alpen, herrliche Landschaften, Rösti und die Urigkeit der Schweizer locken Jahr für Jahr nicht nur viele Urlauber ins Land. Die tollen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung kombiniert mit guten Arbeitsbedingungen und hohen Löhnen macht die Schweiz attraktiv für zahlreiche Auswanderer, die sich dort niederlassen und arbeiten wollen. Besonders die Deutschen lassen sich gerne in dem vielfältigen Alpenstaat nieder und bilden eine der größten Einwanderergruppen in der Schweiz.

Inhalt

  1. Vorbereitung vor der Einreise in die Schweiz
  2. Visum für Aufenthalt und Arbeit in der Schweiz
  3. Bewerbung in der Schweiz
  4. Gehalt und Arbeitsmarkt in der Schweiz
  5. Skurriles Wissen für angehende Schweizer

Obwohl die Schweiz einer unserer Nachbarstaaten ist und geringe sprachliche Hürden bestehen, sollten bei Einreise, Jobsuche und Bewerbung einiges berücksichtigt werden. Die Jobbörse ABSOLVENTA erklärt in der Rubrik Arbeiten im Ausland, was es zu beachten gilt, wenn man dauerhaft in der Schweiz leben und arbeiten möchte. Zugegeben: Am Anfang könnte man denken, in der Schweiz fühlt es sich gar nicht richtig wie im Ausland an. Die (meisten) Bewohner sprechen unsere Sprache und sind der deutschen Kultur näher als z.B. ein Portugiese. Doch wer sich dazu entscheidet in die Schweiz auszuwandern und dort zu arbeiten, merkt recht schnell, dass die Uhren bei den Eidgenossen in vielen Dingen anders ticken. 

Vorbereitung vor der Einreise in die Schweiz

Spezielle Vorbereitungen müssen wegen der einfachen Einreisebestimmungen nicht getroffen werden. Theoretisch kann jeder EU-Bürger mit einem gültigen Pass in die Schweiz reisen und sich vor Ort um eine Arbeit und eine Wohnung kümmern. Bis zu drei Monaten darf sich jeder Europäer zu Zwecken der Arbeitssuche in dem Land aufhalten.

Plant man jedoch einen dauerhaften Verbleib in der Schweiz, ist etwas mehr Organisation notwendig. Eingeführte Waren, z.B. das Umzugsgut, müssen am Zoll gemeldet werden, um ohne Abgaben ins Land gebracht werden zu können. Dazu reicht eine Auslistung der Güter, die man bestenfalls beim Packen anfertigt. 

Visum für Aufenthalt und Arbeit in der Schweiz

Mitglieder der EU benötigen zur Einreise einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Hat man bereits einen Arbeitsvertrag oder einen festen Wohnsitz in der Schweiz, muss man zunächst bei verschiedenen Behörden vorstellig werden. Erster Anlaufpunkt ist das Migrationsamt, bei dem sich Arbeitnehmer anmelden und dort ihren Arbeitsvertrag vorlegen. Der zweite Gang ist der zur Wohngemeinde, die eine Niederlassungsgenehmigung erteilt.

Nach diesen bürokratischen Gängen bekommen in der Schweiz lebende Ausländer einen sogenannten Ausländerausweis, der innerhalb der Schweiz als Identitätsnachweis gilt. Je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses bekommt man eine Kurzaufenthaltsgenehmigung (drei Monate) oder Aufenthaltsgenehmigung (ein Jahr mit Option auf Verlängerung). 

Bewerbung in der Schweiz

Stellensuche und Arbeitsvermittlung sind in der Schweiz lokal geprägt. Es ist im Schweizer Arbeitsmarkt verankert, dass das Wort und die Empfehlung anderer viel zählt, daher werden im Bewerbungsprozess bevorzugt Personen mit guten Referenzen bzw. über Kontakte genommen.

Doch ohne persönliche Referenzen ist man keineswegs chancenlos. Natürlich zählt auch bei den Eidgenossen das Qualifikationsprofil. Als Bewerber ohne relevante Kontakte empfehlen sich Initiativbewerbungen oder das Kontaktieren öffentlicher Stellenvermittlungen. Unternehmen veröffentlichen ihre Inserate überwiegend auf ihren Homepages, da sie dadurch sichergehen können, dass der Bewerber sich mit der Firma bereits auseinandergesetzt hat. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die verschiedenen Zeitungen, die teilweise wöchentliche Sonderbeilagen zum Thema Beruf veröffentlichen. Außerdem gibt es auch in der Schweiz verschiedene Online-Jobbörsen. 

Anschreiben und Lebenslauf

In der Schweiz wird wie in Deutschland eine Bewerbungsmappe verlangt. Diese besteht üblicherweise aus Anschreiben, Lebenslauf und vorhandene Anlagen wie Zeugnissen und relevanten Dokumenten. Dank dem bilateralen Abkommen werden deutsche Diplome normalerweise auch in der Schweiz anerkennt.

Eine Herausforderung für Einwanderer ist die sprachliche Situation in der Schweiz, in der neben Deutsch auch Französisch, Italienisch und Rätoromanisch Amtssprache sind. Generell gilt, das Anschreiben in der Sprache zu verfassen, in der auch die Stellenanzeige geschrieben ist. Oft ist auch eine Bewerbung in einer anderen der offiziell anerkannten Amtssprachen möglich, dies sollte jedoch vorab telefonisch erfragt werden.

Vorstellungsgespräch

In der Schweiz gibt es viele Bezeichnungen für Deutsche. Eine davon lautet „Gummihälse“, da über die Deutschen gesagt wird, sie nicken exzessiv mit ihren Köpfen. In Vorstellungsgesprächen ist eher Zurückhaltung gefragt als zu forscher Auftritt. Generell mag der allgemeine Schweizer kein allzu extrovertiertes und selbstbewusstes Auftreten. Besonders in Bewerbungsgesprächen liegt die Kunst darin, sich mit angemessener Bescheidenheit effektiv zu verkaufen.

Im Vorstellungsgesprächen muss man darauf vorbereitet sein, nach sogenannten „Referenzlisten“ gefragt zu werden. Diese beinhaltet Kontaktpersonen des Bewerbers, die auf Nachfrage Auskunft über die Persönlichkeit und die Arbeitsweise geben können. Es empfiehlt sich hierfür z.B. ehemalige Arbeitgeber oder Professoren anzugeben und diese natürlich vorher um Einverständnis zu fragen.

Gehalt und Arbeitsmarkt in der Schweiz

In der Schweiz sind vor allem IT-Spezialisten, Finanzfachkräfte und Servicepersonal für die Gastronomie begehrte Arbeitskräfte. Aber auch medizinische oder technische Fachkräfte werden stark gesucht.

Einen Mindestlohn gibt es in der Schweiz zwar nicht, aber das Lohnniveau ist insgesamt hoch. In der Schweiz liegt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen laut Bundesamt für Statistik bei umgerechnet rund 60.000 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt es laut Bundesministerium für Finanzen knapp 30.000 Euro.  Hierbei darf aber nicht außer Acht gelassen werden darf, dass der Lebensunterhalt durchschnittlich 30 Prozent höher ist als in Deutschland. Zudem müssen die Schweizer selber für ihre Krankenversicherung sorgen.

Die Anzahl der Urlaubstage ist abhängig vom Alter: Zwischen 20 und 50-Jährige erhalten vier Wochen Urlaub pro Jahr, jüngere und ältere Arbeitsnehmern bis zu zwei Wochen mehr.

Skurriles Wissen für angehende Schweizer

  • in der Schweiz ist es per Gesetz verboten sonntags seine Wäsche draußen zum Trocknen aufzuhängen
  • „Langsamverkehr“ ist der offizielle Oberbegriff für Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Skaten und Kanufahren
  • Die Flagge der Schweiz ist quadratisch
  • Das Schweizer Militär bezeichnet Brieftauben als „selbstreproduzierende Kleinflugkörper auf biologischer Basis mit fest programmierter automatischer Rückkehr aus allen beliebigen Richtungen und Distanzen“
  • Das Wahlrecht für Frauen wurde erst 1971 per Volksentscheid durch die Männer eingeführt

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Über den Autor

Lisa Bouziane
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