Successful in Down Under

Arbeiten im Ausland: Australien

Arbeiten im Ausland: Australien

Braungebrannte Surfer(innen), Schnorchelexpeditionen zum Great Barrier Reef und Kängurus in freier Wildbahn.– für viele ist Australien ein echtes Traumland. Wer nicht nur seinen Urlaub dort verbringen möchte, sondern vorhat, längerfristig in Australien zu leben und zu arbeiten, sollte sich vorab mit den Besonderheiten des australischen Berufslebens vertraut machen. ABSOLVENTA gibt Einsichten in den Bewerbungsprozess und Arbeitsalltag in Down Under sowie eine kleine Einführung in relevantes australisches Vokabular.

Arbeits- und Aufenthaltsbestimmungen in Australien

Ohne Visum geht natürlich nichts. Welches Visum das richtige ist, hängt davon ab, wie lange man in Australien leben und arbeiten möchte. Für einen kürzeren Aufenthalt von bis zu einem Jahr bietet sich das „Working Holiday Visum“ an, das sich speziell an junge Leute zwischen 18 und 30 Jahren richtet. Mit diesem gehen viele in einem Work-and-Travel Programm nach Australien.

Wer für einen längeren Zeitraum in Down Under arbeiten möchte, der kann dies auf zweierlei Arten bewerkstelligen: Für eine befristete Anstellung über einige Jahre hinweg gibt es „Employer Sponsored“ Visa für qualifizierte Fachkräfte, die auf expliziten Wunsch des Unternehmens nach Australien kommen. Für einen unbefristeten Aufenthalt kommt man um den Einwanderungsantrag nicht herum. Im Zulassungsprozess wird man nach einem Punktesystem bewertet. Punkte gibt es dabei für Ausbildung, berufliche Qualifikationen, Alter und Englisch-Kenntnisse.

Bewerbungsprozess in Australien

Wer sich in Australien um einen Job bewerben möchte, sollte sich über die Unterschiede zum klassischen deutschen Bewerbungsprozess im Klaren sein, wenn die Bewerbung ein Erfolg sein soll.

Anders als hierzulande lehnen australische Personaler allzu umfangreiche Bewerbungen ab. Erwartet werden in Australien lediglich ein „Cover Letter“, zu deutsch „Anschreiben“, und ein Lebenslauf - beides natürlich in English, please. Im „Cover Letter“ sollte im Hinblick auf die Stellenausschreibung präzise argumentiert werden, warum man für die Stelle und für das Unternehmen die beste Wahl darstellt. Der Lebenslauf („Curriculum Vitae“) wird antichronologisch aufgeführt: Das heißt, die aktuellsten Ereignisse stehen oben. Auf ein Bewerbungsfoto kann in Australien verzichtet werden.

Ein weiterer Knackpunkt: Man sollte dem Drang widerstehen, die eigene Talentvielfalt und außerordentliche Flexibilität anzupreisen. In Australien läuft man damit Gefahr, als überqualifiziert eingestuft zu werden. Nicht wenige australische Personaler befürchten bei Multitalenten nämlich ein frühzeitiges Verlassen der Firma.

„I have references.“

Gerne gesehen (bzw. gehört) werden in Australien Empfehlungsschreiben oder mündliche Empfehlungen. In Australien ist daher ein ausführlicher Referenzenteil im Lebenslauf üblich. In diesem sind Kontaktdaten von Personen aufgeführt, die Gutes über den Bewerber sowie dessen Arbeitsweise zu berichten wissen, und mit denen der HR-Manager im Zweifelsfall in Verbindung treten kann.

Stichwort Empfehlungen und Kontakte: Networking ist mindestens genauso wichtig, wie in Deutschland. Beziehungen sind in Australien von großem Wert. Es ist daher von Vorteil, sein berufliches Netzwerk in „Associations“ (auf deutsch: Gewerkschaften) auszubauen. Diese Associations gibt es für fast jedes Berufsfeld. Die neuen „Mates“ legen beim potentiellen Chef gegebenenfalls ein gutes Wort ein.

Arbeitsatmosphäre in Australien

In vielen australischen Unternehmen ist eine Arbeitszeit von 40 Stunden pro Woche üblich. In puncto Überstunden muss mit dem jeweiligen Arbeitgeber verhandelt werden. Mehrarbeit kann beispielsweise auch durch einen freien Tag ausgeglichen werden. Doch auch wenn der Arbeitstag in Australien mal etwas länger ausfallen sollte, machen die australischen Kollegen das mit ihrer entspannten Art und ihrer „no worries“-Mentalität wett. Der Umgang mit Kollegen ist wenig formal und nach dem „Knock-Off“ (Feierabend) kommt man gerne mal zu einem „Barbie“ (Barbecue) mit „Amber Fluid“ (Bierchen) zusammen.

Vergleichsweise haben Arbeitnehmer in Australien zwar weniger Urlaubstage als wir – üblich ist ein Jahresurlaub von 20 Tagen. Australier haben jedoch auch eine erheblich höhere Erholungs- und Lebensqualität. „Don’t live to work, work to live“, lautet das Motto: Das fängt schon morgens mit der Radtour zum Arbeitsplatz an, geht weiter mit Mittagspausen-Jogging bis hin zum Sprung ins kühle Nass nach Feierabend. Mit diesen Aussichten fällt das Arbeiten (auch „Yakka“ genannt – stammt mit verschwindend geringer Wahrscheinlichkeit vom deutschen „ackern“ ab) doch gleich weniger schwer.

Vokabeln, die im australischen (Arbeits-)Leben nicht fehlen dürfen

  • Amber Fluid – Bier
  • Barbie – Barbecue, Grillen
  • Cut Lunch – Sandwich, Belegtes Brötchen
  • Knock-off – Feierabend
  • Middy – Mittelgroßes Bierglas
  • Sickie – bezahlter Krankheitstag
  • Smoko – Kaffee- oder Raucherpause
  • Stubby – Kleine Bierflasche
  • Yakka – (schwere) Arbeit


Lies auch:
>> Arbeiten im Ausland: Japan 
>> Arbeiten im Ausland: China
>> Arbeiten im Ausland: Neuseeland

Beliebte Artikel aus unserem Karriereguide

Case Study Training
Fallstudien gekonnt lösen

Case Study Training

Egal ob Du eine schriftliche Fallstudie lösen musst oder einem Personaler Rede und Antwort stehst, ein kompetentes Auftreten und die richten Worte zur richten Zeit können entscheidend für Deinen Erfolg sein. Mit unserem Case Study Training lernst Du, wie Du Dich in einer Fallstudie richtig verhältst und zur Lösung k...

Zum Artikel
Mindestlohn-Argumente
Mehr Pro als Contra

Mindestlohn-Argumente

Die Bundesregierung hat es beschlossen: Nun gilt auch in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Mit dem neuen Gesetz bekommt somit jeder Arbeitnehmer in Deutschland eine Vergütung von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Etwa alle zwei Jahre überprüft ein unabhängiges Gremium die Höhe des Mindestlohns und setzt einen...

Zum Artikel
Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch
Tipps und Beispiele

Vorbereitung aufs Vorstellungsgespräch

Die schriftliche Bewerbung ist in einem Personalauswahlverfahren nur der erste Schritt. Wenn die Bewerbungsunterlagen überzeugend waren, folgt zumeist ein Vorstellungsgespräch. Hierfür ist eine gute Vorbereitung sehr wichtig, damit der positive Eindruck der Bewerbungsunterlagen auch im persönlichen Gespräch bestätig...

Zum Artikel