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Eine Herausforderung

Studieren mit Kind

Studieren mit Kind

„Zuerst die Karriere und dann das Familienglück.“ – So lautet zumindest der Grundtenor vieler deutscher Paare. Eine Alternative zum späten Mutterglück ist das Studieren mit Kind. Denn wer seinen Kinderwunsch nicht bis in die Dreißiger aufschieben will oder unvermittelt mit der ‚freudigen Nachricht’ konfrontiert wird, kann auch mit Kind erfolgreich studieren. Die Jobbörse ABSOLVENTA gibt Tipps, wie man Studium und Kind(er) vereinbaren kann.

Studium mit Kind

Nach der (Frei-)Zeit zwischen Schule und Studium eröffnet vor allem das Studium selbst zeitliche Kapazitäten und Flexibilität, die man für ein Kind braucht. Denn viele Studenten verbringen einen Großteil des Studiums nicht etwa im Vorlesungssaal und noch nicht einmal auf dem Campus. Der Seminarstoff lässt sich wunderbar in der Wahl-Bibliothek, im Park oder auch im heimischen Wohnzimmer vor- und nachbereiten. Ob Morgenmensch oder Nachteule, jeder Student kann sich seinen Seminarplan nach den individuellen Wünschen zusammenbasteln und das gern auch um die Öffnungszeiten der Kita herum.

Das Studieren mit Kind ist nicht einfach, doch mit guter Organisation, Ausdauer und vor allem Unterstützung lassen sich Studium und Familie in eine gute Balance bringen.

Studieren und Kinder erziehen

Der Berufsalltag ist später meist Nerven aufreibend genug, auch ohne sich zusätzlich mit den Anforderungen als frisch gebackenes Elternteil zu arrangieren. Statt Haus bauen, Baum pflanzen und Kind zeugen, können junge Paare mit der gängigen Lebensplanung brechen und die Familienplanung dem Karrierestart vorlagern. Doch sind studierende Eltern immer noch Exoten im Studienalltag.

Laut einer Untersuchung des deutschen Studentenwerks waren 2006 insgesamt 123.000 Studierende mit Kind an den deutschen Hochschulen immatrikuliert – und damit gerade einmal sieben Prozent. Viele Studenten befürchten im Falle eines Familienzuwachses eine überdurchschnittlich lange Studienzeit, finanzielle Engpässe und sogar einen möglichen Studienabbruch.

Es ist eine enorme Herausforderung für junge Paare – und insbesondere für alleinerziehende Mütter und Väter – Studium, Kind und manchmal auch noch einen Nebenjob unter einen Hut zu bringen. Zwischen Wickeln, Fläschchen geben und Kinderwagen schieben, bleibt das Lernen oftmals auf der Strecke. Wer zudem noch fern von der Heimat studiert und nicht auf die Unterstützung der Eltern oder Freunde zurückgreifen kann, hat es doppelt schwer. Doch studierende Mütter und Väter müssen die Doppelbelastung nicht allein tragen, sondern finden an vielen Stellen Unterstützung für das Projekt „Studieren mit Kind“.

Finanzielle Unterstützung für junge Eltern

Studenten verfügen selten über große finanzielle Reserven, auf die sie im Falle eines Familienzuwachses zurückgreifen können. Wenn zudem die (finanzielle) Unterstützung durch die eigenen Eltern fehlt, kann das Studieren mit Kind zum finanziellen Drahtseilakt werden.

Die gute Nachricht: In den meisten Bundesländern entfallen für Studenten die Studiengebühren. Außerdem erhalten studierende Eltern zusätzlich zu ihrem persönlichen Bafög-Satz für das erste Kind 113 Euro und für weitere Kinder 85 Euro pro Monat. Bei der Familienkasse können studierende Mütter und Väter außerdem Kindergeld in Höhe von monatlich 184 Euro beantragen. Seit 2007 steht Studierenden unabhängig vom Bafög ein Mindestelterngeld in Höhe von 300 Euro pro Monat für zwölf Monate zu. Falls die Eltern vor der Geburt in einem Nebenjob gearbeitet haben, richtet sich das Elterngeld nach dem durchschnittlichen Monatseinkommen und kann bis zu 1.800 Euro betragen.

Betreuung und Uni-Kindergarten

Auch im Studienalltag finden junge Eltern Unterstützung. Studenten mit Kind haben einen Anspruch auf eine Tagesbetreuung für ihre Kinder bis zum Alter von drei Jahren. Drei- bis Sechsjährigen steht eine Halbtagsbetreuung zu.

Neben Kindertagesstätten, Kindergarten oder Tagesmutter bietet auch das Studentenwerk an vielen Universitäten einen Uni-Kindergarten an. Während die Eltern dem Studienalltag nachgehen, wird der Nachwuchs direkt auf dem Campus betreut. Der Vorteil liegt hier eindeutig in den kurzen Wegstrecken. Zwischen den Seminaren können Mama und Papa beim Zögling nach dem Rechten sehen und sind auch im Fall des Falles schnell zur Stelle. Außerdem findet nicht nur das Kind in der Uni-Kita neue Freunde, sondern auch die Eltern treffen auf andere studierende Mütter und Väter. Im Austausch mit anderen jungen Erziehenden erweist sich der ein oder andere Tipp zum Studieren mit Kind als Glücksfall.

Auch wenn die Kinderbetreuung gut organsiert ist, können unerwartete Situationen auftreten. Wenn das Kind ausgerechnet am Prüfungstag kränkelt oder der Kindergarten früher schließt, muss eine Alternativlösung her. Tipp: Auch für solche Fälle sollten die Eltern vorbereitet sein und mindestens eine Alternative parat haben. Eine freundliche Nachbarin oder ein guter Freund sind im Notfall eine prima Möglichkeit, um sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Wohnen mit der kleinen Familien

Studenten mit Kind erhalten unter anderem einen Mietzuschuss. Doch das sogenannte „Wohngeld“ gibt es nur dann, wenn das Einkommen unter einer bestimmten Höchstgrenze liegt. Bei einem 1-Personen-Haushalt liegt diese Grenze ungefähr bei 870 Euro netto, bei einem 2-Personen-Haushalt bei 1.200 Euro.

Junge Eltern sollten auf jeden Fall auch den sogenannten „Wohnberechtigungsschein“ beim Wohnungsamt der jeweiligen Kommune beantragen. Dieses Formular wollen nicht nur viele Studentenwohnheime als Nachweis sehen, sondern auch bei einigen Baugesellschaften erhalten studierende Mütter und Väter damit Vorrang bei der Wohnungsvergabe.

Urlaubssemester für Mütter

Wenn der Nachwuchs erst einmal im Kinderbett liegt, stehen studierenden Eltern mitunter viele schlaflose Nächte bevor. Wer sich insbesondere die ersten Monate voll und ganz auf sein Kind konzentrieren will, kann eine Auszeit vom Studium nehmen.

Studierende mit Kind können nach der Geburt bis zu drei Jahre lang im Studium pausieren, ohne Angst vor einer Exmatrikulation haben zu müssen. Wer sein Studium über mehrere Semester aufschiebt, erhöht allerding das Risiko, den Wiedereinstieg zu versäumen. Tipp: Auch im Urlaubssemester sollte man den Kontakt zu den Kommilitonen pflegen und sich über Studieninhalte auf dem Laufenden halten, um nicht vollkommen den Anschluss zu verpassen.

Zwischen Vorlesungssaal und Wickeltisch

Für studierende Eltern ist nicht nur das monatliche Budget knapp bemessen, sondern auch in puncto Studentenleben müssen klare Abstriche gemacht werden: Abendveranstaltungen, durchzechte Clubnächte oder ein Auslandssemester sind kaum mit dem Elternsein vereinbar. Um Studium und Kind erfolgreich zu managen, ist ein gut organisierter Wochenplan hilfreich.

In solch einem Wochenplan werden alle anstehenden Termine, Lernzeiten und Aufgaben aufgelistet und je nach Wichtigkeit geordnet. Die täglichen Aufgaben sollten kein Fulltime-Job sein, sondern auch regelmäßige Zeitpuffer einräumen. In dieser Zeit können dann Sachen erledigt werden, die vorher liegen geblieben sind. Tipp: Auch Erholungspausen sind wichtig – gestresste Eltern nutzen weder dem Nachwuchs noch den Erziehenden selbst etwas. Das Studieren mit Kind wird durch einen Wochenplan zwar noch lange nicht zum Kinderspiel, aber er schützt auf jeden Fall vor ärgerlichen Terminüberschneidungen.

Früh übt sich!

Das Studieren mit Kind ist zweifellos mit vielen Einschränkungen verbunden. Allerdings ist die Kindererziehung während des Studiums eine ausgezeichnete Möglichkeit, um sich auf den späteren Balanceakt zwischen Beruf und Familie vorzubereiten. Außerdem wissen auch viele Arbeitgeber die bei der Doppelbelastung erworbenen Soft Skills wie Organisationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Belastbarkeit und Durchhaltevermögen zu schätzen.

Die Jobbörse ABSOLVENTA wünscht allen Studierenden mit Kind alles Gute!


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