Nebenjob Prostitution.

Nebenjob Prostitution.

Ob bei der Post, hinter der Bar oder ganz klassisch als studentische Hilfskraft – Nebenjobs gibt es viele. Jedoch nahezu ungeschlagen in puncto „schnelles Geld“ ist die Arbeit in der Erotikbranche. Eine repräsentative Umfrage hat überraschende Ergebnisse zutage getragen. Studentische Sex-Jobber_innen sind weitaus verbreiteter, als man vermuten könnte. Und auch die grundsätzliche Bereitschaft zur Arbeit in einer der umstrittensten Branchen überhaupt ist erstaunlich hoch.

  1. Ein Drittel der Studierenden kann sich einen Nebenjob in der Sexbranche vorstellen.

    Studentin, 19, sucht... ist kein Buch für zarte Seelchen. Studentin Laura ist verschuldet und obdachlos und stürzt sich mithilfe des Internets in kleine aber prekäre Sex-Abenteuer – gegen Bezahlung. Was hier Fiktion ist, entspricht im wahren Leben dem Alltag von nicht wenigen Studierenden.

    Die Studie „Nebenjob-Prostitution" hat rund 3.250 Berliner Studierende befragt, 3,7 Prozent von ihnen gehen der Prostitution nach. Und sogar jede_r Dritte kann es sich vorstellen, seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht ausschließlich um klassische Prostitution handelt, sondern dass auch Tätigkeit wie Begleitservice oder Table-Dance dazu gehören. Die meisten Studierenden lernen ihre Kundschaft zudem nicht auf der Straße, sondern über soziale Netzwerke im Internet kennen.

    Dieselbe Umfrage wurde auch in Paris und Kiew durchgeführt. Die Bereitschaft zur Sexarbeit war dort (29,2 bzw. 18,5 Prozent) deutlich geringer. Bei über 3.000 Teilnehmenden ist die Umfrage repräsentativ. Es ist aber zu vermuten, dass die Bereitschaft zum Jobben in der Sexbranche in Berlin, der wahrscheinlich liberalsten Stadt Deutschlands, höher ist als in anderen Städten.

  2. Männer und Frauen gleichermaßen vertreten.

    Durch die Studie trat zu Tage: Im Rotlichtmilieu verdingen sich genauso viele Männer wie Frauen. Auch in der Sexarbeit hat sich die Emanzipation durchgesetzt. Auffallend in den Studienergebnissen ist auch, dass sich gut die Hälfte der männlichen studentischen Sexarbeiter als homosexuell bezeichnete. Der Grund: ein Großteil der Kundschaft in der Sexbranche besteht aus Männern. Zudem gaben 40 Prozent der Sexarbeitenden an, beide Geschlechter sexuell attraktiv zu finden.

  3. Geld bleibt ‚Lockfaktor’ Nummer eins.

    Auch wenn die Lust auf neue Erfahrungen, sexuelle Neugierde und das Ausleben der eigenen Neigungen wesentliche Motivationen für den Einstieg in die Sexbranche darstellen, ist das Hauptmotiv durchgängig „das schnelle Geld“. Die studentischen Prostituierten fallen dabei vielfach in eine Randgruppe, die ohne die finanzielle Unterstützung der Eltern oder staatliche Subventionen auskommen müssen. Bei einem Stundenlohn von durchschnittlich 9,19 Euro für Nebenjobs, z. B. in der Gastronomie oder auf Messen, sind die monatlichen Ausgaben für Studierende ohne Bafög oder wohlhabende Eltern nur schwer zu bewältigen.

    Der Stundenlohn für sexuelle Dienstleistungen liegt deutlich höher, so sind Wochenlöhne von bis zu 5.000 Euro möglich. Dem stehen aber häufig Anfeindungen, Geschlechtskrankheiten, ein Versteckspiel mit seinem Umfeld und Beziehungsprobleme gegenüber.