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Vom Lebenslauf zum Lebensweg

Die Suche nach dem Job mit Sinn

Die Suche nach dem Job mit Sinn

Dennis Hoenig-Ohnsorg (31) ist ausgebildeter Karrierecoach, organisiert Un-Konferenzen für Absolventen auf Sinnsuche und arbeitet für das weltweit größte Netzwerk für Social Entrepreneurs. Bei Ashoka verantwortet er u.a. die Aktivitäten rund um das Thema Karrierewege für Weltveränderer. Dennis schreibt für ABSOLVENTA über die besonderen Möglichkeiten der gescholtenen „Generation Maybe”, Beruf und Berufung zu verbinden und über ihren Anspruch auf Jobs mit Sinn.

Dennis Hoenig-Ohnsorg

Was sagt man unserer Generation nicht alles nach. Geht es nach den Medien, stolpern politikverdrossene Coachpotatoes von einem Praktikum ins nächste. Desorientiert mit vielen Träumen und noch mehr Möglichkeiten. Uns stehen scheinbar alle Türen offen. Wir sind „lost in opportunities”, bringen unsere PS angeblich aber nicht auf die Straße.

Ließen wir uns früher von unseren Eltern in Schubladen stecken, machen wir das heute sogar mit Vorliebe selbst. Gerecht wird man uns – werden wir uns – damit nicht.



Wir brauchen mehr Querdenker und Statusquo-Herausforderer

Doch einige von uns haben aufgehört sich hinter Labeln zu verstecken. Sie meckern nicht mehr, sondern fangen einfach schon mal an zu machen. Geht nicht gibt’s nicht. Ich will nicht voll Pathos von einer „Changemaker Generation” reden. Es ist wohl nur eine Minderheit, vielleicht beschreibt sie nicht einmal einen Trend. Aber einige zeigen „den anderen”, dass unsere Generation nicht die Zukunft, sondern Gestalter der Gegenwart ist. Egal ob Trend oder nicht; es ist gut dass es sie gibt, die Weltveränderer, die Querdenker und Statuquo-Herausforderer. Sie bringen – neben dem Studium – z.B. alternative Nobelpreisträger mit Hunderten Jugendlichen zusammen, starten Mentorenprogramme oder schaffen lokale Räume für Vernetzung. Vielleicht stelle ich einige von ihnen an dieser Stelle zukünftig einmal ausführlicher vor.

Doch was hat das mit der großen Masse zu tun? Mit denen, die keine konkrete Idee haben oder sich nicht ins unternehmerische Risiko stürzen wollen? Die meisten Menschen, die ich kenne, trennten immer klar zwischen ihrem gesellschaftlichen Engagement im Ehrenamt und ihrer Karriere im Job. Warum eigentlich? Warum zwischen Sinn und Job trennen, oder zwischen Berufung und Beruf?


Was macht einen guten Job aus?

Viele Menschen wünschten sich Berufe und Karrierewege, in denen sie ihre gesellschaftliche Wirkung direkt erleben können. Das zeigt zumindest eine Studie von Ashoka und der Unternehmensberatung McKinsey. Eines der Ergebnisse: 39% der Menschen würden nicht in einem Job arbeiten wollen, der nicht sinn-stiftend ist. Noch keine Mehrheit. Noch keine Bewegung. Aber ein interessanter Anfang.

Nach welchen Kriterien wählst Du Deinen Job? Wie viel gesellschaftliche Wirkung ist Dir wichtig? Solche Fragen stellst Du Dir sicher auch hin und wieder. Ähnliche Fragen stellten wir im Rahmen der Studie fast 1.800 Menschen. Besonders attraktiv erschienen ihnen insbesondere Jobs die Merkmale von Sozialsektor und Unternehmertum kombinieren. Die Jobs der Zukunft sollen selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Arbeiten in abwechslungsreichen Themen bieten, intellektuell anspruchsvoll sein und dem Mitarbeiter die Möglichkeit bieten, schnell Verantwortung zu übernehmen. Jobs wie sie viele Sozialunternehmer bieten, selbige suchen übrigens auch immer öfter nach den richtigen Mitstreitern um ihre Wirkung zu verbreiten.

Einen tieferen Einblick in die Ergebnisse der Studie gewährt ein Thesenpapier, zu dem Du hier kostenlosen Zugang findest. Viel Spaß beim Lesen – ich freue mich über Dein Feedback!

Lies auch:
Wenn Babyboomer auf die Generation Y treffen
XYZ – Generationen auf dem Arbeitsmarkt: Ein Überblick
Der Rote Faden im Lebenslauf verliert an Bedeutung

Über den Autor

Dennis Hoenig-Ohnsorg
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