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Downshifting – Einen Gang im Job zurückschalten

Downshifting – Einen Gang im Job zurückschalten

Downshifting ist die Idee, im Beruf einen Gang zurück zu schalten. Ein nicht ganz so altes Sprichwort sagt: „Wir geben Geld aus, welches wir nicht haben, für Produkte, die wir nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die wir nicht mögen.“ Und um diesen Konsum zu finanzieren, müssen wir arbeiten. Downshifting setzt ein alternatives Modell gegen diese Situation. Durch ein einfacheres Leben kann man die Kreditkultur umgehen und den Sinn des Lebens jenseits der Karriere finden. Beruflicher Erfolg ist eben keineswegs ein Zeichen für privaten Erfolg, schließlich bleibt vor allem in den höheren Positionen weniger Zeit für persönliche Angelegenheiten.

Entspannter Mitarbeiter

Immer mehr Führungskräfte holen sich deshalb ihre verlorene Freizeit über Downshifting zurück.Das bedeutet aber nicht den kompletten Ausstieg aus dem Arbeitsleben. Es wird weiterhin gearbeitet und konsumiert, allerdings in einem geringeren Ausmaß. Es hat also weder mit einer asketischen Lebensweise zu tun, noch leben die Befürworter in behelfsmäßigen Hütten im Wald.
Downshifting ist vielmehr eine alternative Lebensart, die aber nicht vollständig mit der Gesellschaft bricht.

Downshifting durch weniger Arbeit oder eine niedrigere Position

Das einfachste Mittel im Downshifting ist es, weniger zu arbeiten. Anstatt einer regulären 40 Stunden Woche ist z. B. eine 80 Prozent-Stelle denkbar. Der Tag hat dadurch mehr zu bieten und die eigenen Ziele erscheinen weitaus näher. Es ist dabei egal, ob man ins Fitnessstudio geht, ehrenamtlich arbeitet oder ein privates Projekt in Angriff nimmt. Downshifting gibt nicht vor, was man machen soll, sondern stellt mehr Zeit zur Verfügung, um überhaupt mehr Dinge außerhalb der Arbeit zu machen.Wer die Zeit „für sich“ nutzt, setzt neue Energien frei, aus denen neue Kraft geschöpft werden kann.

Eine Alternative wäre eine geringere Position. Wer viel Verantwortung trägt, arbeitet in den meisten Fällen auch viel und nimmt eventuell sogar noch Arbeit mit nach Hause. Downshifting verringert hohe Arbeitsbelastung und vermindert so auch Stress.

Allerdings solltest Du Dir bewusst sein, dass Downshifting noch recht ungewöhnlich in der Arbeitswelt ist. Womöglich begegnet einem der Chef mit Unverständnis, wenn Du morgen in sein Büro platzt und nur noch vier Arbeitstage für dich forderst. Einen Gang im Beruf zurückschalten eignet sich daher nicht für jeden. Für frischgebackene Eltern ist es aber auf jeden Fall eine Alternative, um sich um das gemeinsame Kind zu kümmern. Und für gute Argumente sind die meisten Vorgesetzten auch empfänglich.

Tipps für gefühltes Downshifting

Gerade zu Beginn der Karriere ist Downshifting aber nicht immer sinnvoll. Kein Chef wird es gerne hören, wenn der frisch eingestellte Trainee nach weniger Arbeit schreit. Manche möchten verständlicherweise auch partout nicht auf einem Teil des Gehalts verzichten. Daher sind hier einige Tipps zusammengefasst, um mehr Zeit für sich zu haben und trotzdem Vollgas im Beruf zu geben. ‚Downshifting light‘, sozusagen.

  1. Prioritäten setzen – Stellt euch die Frage, was ihr erreichen wollt. Wie könnt ihr es erreichen? Braucht ihr dafür Unterstützung? Anstatt viele Ziele gleichzeitig zu verfolgen, ist es besser, sich auf ein oder zwei voll zu konzentrieren.
  2. Sobald ihr eure Prioritäten habt, müsst ihr sie hinterfragen. Sind es wirklich die eigenen oder spielen externe Faktoren eine größere Rolle, als ihr Euch eingestehen wollt? Gegebenenfalls müssen neue Ziele gesetzt werden.
  3. Wichtige von unwichtiger Arbeit trennen. Vielleicht lässt sich ja die eine oder andere Aufgabe auch delegieren.
  4. Entrümpeln – Der Neujahrsputz kann auch mitten im Jahr stattfinden. Alles was nicht benötigt wird, kommt weg. Punkt. Dabei gilt die Faustregel: Was länger als ein Jahr nicht von Euch benutzt wurde, braucht Ihr aller Voraussicht nach auch nicht mehr. So bleibt der Arbeitsplatz übersichtlich und neue Projekte lassen sich schneller verwirklichen. Unordnung am Arbeitsplatz ist ein absoluter Zeitfresser und erhöht den Stress auf Arbeit.
  5. Auch mal treiben lassen – Bei all den Zielen und Prioritäten könnt ihr ruhig Pausen einlegen. Die sind wichtig, um neue Kraft zu schöpfen und originelle Ideen zu entwickeln. Danach geht die Arbeit leichter von der Hand.

Lesetipp:
>> "Burnout trifft gehäuft die Mittel- und Oberschicht"

Über den Autor

Daniel Villbrandt
Daniel Villbrandt

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