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Warnsignale erkennen

Vorsicht vor dem Burnout-Syndrom

Vorsicht vor dem Burnout-Syndrom

Burnout oder „Ausgebranntsein“ beschreibt einen Zustand von totaler körperlicher und vor allem emotionaler Erschöpfung. Quer durch die Gesellschaft sind alle Gruppen betroffen: Schüler genauso wie Senioren, Angestellte wie Chefs und Arbeitslose wie Profi-Sportler. ABSOLVENTA informiert.

Immer mehr Menschen vom Burnout-Syndrom betroffen

Bereits 1974 hat der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den Begriff Burnout geprägt, nachdem ihm aufgefallen war, dass vor allen Menschen in helfenden Berufen wie Ärzte, Lehrer oder Pflegebedienstete häufiger krankgeschrieben und in psychischer Behandlung sind. Seiner Meinung nach liegt das daran, dass in diesen Berufen eine sehr hohe Arbeitsbelastung mit einem hohen persönlichen Engagement verbunden ist. Genaue Zahlen existieren bis dato nicht. Experten nehmen jedoch an, dass durch sich verändernde Lebens- und Arbeitsbedingungen in einer Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, die Anzahl der Burnout-Erkrankungen angestiegen ist und in Zukunft noch weiter ansteigen wird.

Verlauf des Burnout-Syndroms

Es gibt diverse Forscher, die das Burnout-Syndrom verschiedenen Ursachen zuschreiben und differenzierte Krankheitsverläufe erkannt haben. Dabei ist Burnout immer ein Prozess in mehreren Phasen. Ein typischer Verlauf spielt sich in den folgenden fünf Phasen ab.

Phase 1: Enthusiasmus

Eine Person startet mit großer Begeisterung, Idealismus und guten Vorsätzen in einen Job.

Phase 2: Stagnation

Die Person merkt, oder denkt zumindest, dass ihre Arbeit keine große bzw. nicht die erhoffte Wirkung hat.

Phase 3: Frustration

Der ganze Einsatz und die Hingabe haben nicht die große Wirkung gezeigt. Das kann frustrieren. Eine von Burnout ergriffene Person beginnt dann häufig Klienten und Mitarbeitern gegenüber zynisch und abweisend zu reagieren.

Phase 4: Apathie

Das Burnout-Syndrom ist in dieser Phase kaum noch aufzuhalten. Der Betroffene ist völlig demotiviert und kann seine Arbeit nur noch unter großem Selbstzwang verrichten. Er wirkt phlegmatisch und antriebslos.

Phase 5: Burnout

Der Erkrankte zieht sich zurück, nimmt kaum noch soziale Kontakte wahr, ist niedergeschlagen und sieht keinen Sinn mehr in seiner Arbeit und seinem Dasein.

Ein erstes Anzeichen ist häufig ein extremes Engagement in einer Sache, zum Beispiel dem Beruf. Durch pausenloses Arbeiten fühlt sich der Betroffene unentbehrlich und zeigt das auch nach außen. Er gönnt sich keine Erholungsphasen und macht seine Arbeit zu seinem absoluten Lebensinhalt. Er schränkt seine sozialen Kontakte ein und ist chronisch überarbeitet, erschöpft und müde. Das führt zu Konzentrationsschwäche und einem Leistungsabfall bei der Arbeit. Diese Personen sind dann auch deutlich anfälliger für Süchte wie Nikotin, Alkohol, Aufputschmittel oder Medikamente.

Symptome von Burnout

Die Phasen von völliger Hingabe zu totalem Rückzug folgen aufeinander und münden in einer Grundtraurigkeit und Angst. Der Betroffene hat keinerlei positive Gefühle gegenüber dem Leben, schottet sich von seinem Umfeld ab und wechselt zwischen aggressiven und depressiven Phasen. Schon Reden oder Zuhören sind für Burnout-Betroffene nahezu unüberwindbare Hindernisse.

Vorsicht: Ansteckungsgefahr

Burnout kann in Arbeits-Abteilungen „ansteckend“ wirken, sodass ein ganzes Team von einem Betroffenen runtergezogen wird und selbst in den Burnout-Strudel geraten kann. Burnout-Erkrankte haben eine physische und psychische Antriebsschwäche und sind ohne fremde Hilfe nicht in der Lage zu regenerieren. Sie sind gleichgültig und leiden unter existenzieller Verzweiflung, die sich zu einer schweren Depression entwickeln kann. Für einen solchen Krankheitsverlauf ist selbstverletzendes Verhalten typisch, welches auch zu einem Suizid führen kann.

Ursachen von Burnout

Burnout-Ursachen können in persönliche und gesellschaftliche/soziale Faktoren unterteilt werden. Ein persönlicher Grund ist häufig der Rollenkonflikt zwischen Wunschbild und Realität. Wenn die Erwartung besonders groß und schön ist und das tatsächliche Bild eher ernüchternd, können insbesondere eher ängstlich und wenig selbstbewusste Personen schnell sehr enttäuscht sein. Diese Enttäuschung kann die Basis für Burnout sein. Auch selbstbewusste Personen, die Rückschläge in der Arbeitswelt und ihrem Privatleben einstecken müssen, können von Burnout getroffen werden, wenn der Stress zu groß wird.

Wenn die Belastung höher als die persönliche Widerstandsfähigkeit ist, steigt die Gefahr einer Burnout-Erkrankung. Perfektionisten, die überehrgeizig sind und daher bei Nichtgelingen einer Aufgabe in ein tiefes Loch fallen, sind unter den Burnout-Betroffenen stark vertreten – genauso wie Personen mit einem sogenannten Helfersyndrom. Diese Menschen verteilen besonders viel Zuneigung, die sie eigentlich gerne selbst erfahren würden.

Gesellschaftliche und soziale Gründe können beispielsweise familiäre oder auch arbeitstechnisches Probleme sein. Ein neuer Arbeitsplatz, ein Chef, der sehr hohe Anforderungen stellt oder Aufgaben, die in den Augen des Mitarbeiters bedeutungslos sind, sind typische Auslöser für Burnout. Ein Angestellter, der geistig nicht gefordert wird, da er die immergleichen Routineaufgaben verrichtet oder gegen seine eigenen Wertvorstellungen agieren muss, um eine Aufgabe zu erfüllen, ist ebenso gefährdet. Wenige soziale Kontakte eine zerbrechende Familienstruktur oder ein persönlicher Rückschlag können Personen, die die oben genannten Charakterzüge haben, aus der Bahn werfen.

Präventive Möglichkeiten gegen Burnout

Ein Arbeitgeber kann durch ein positives Arbeitsklima dafür sorgen, dass seine Angestellten zufrieden sind. Dazu gehören realistische Arbeitsziele, ein gewisses Mitspracherecht sowie persönliches Feedback.

Persönlich kann man einem Burnout dadurch Vorbeugen, indem man sich ausgiebige Regenerationsphasen gönnt und als Ausgleich zum Joballtag Sport treibt oder Musik macht. Eine gewisse Distanz zur Arbeit ist genauso sinnvoll.

Behandlungsmethoden von Burnout-Betroffenen

In der Frühphase kann eine längere Erholungsphase oder eine Kur helfen. In späteren Stadien ist professionelle Hilfe unabdingbar. Eine Psychotherapie im Verbund mit Antidepressiva ist oft ein notweniger Schritt. Doch lass es wenn möglich gar nicht erst soweit kommen. Ein Job kann herausfordernd und erfüllend sein. Der Beruf ist aber nicht alles im Leben und sollte es auch niemals sein. Schalte in Deiner Freizeit auch mal ab und halte soziale Kontakte zu Personen außerhalb Deiner Firma aufrecht.

>> Experten.Interview mit Prof. Dr. Volker Faust über das Burnout-Syndrom

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