Was steckt hinter dem BWL-Begriff?

Arbeiterbild: Homo Oeconomicus

Arbeiterbild: Homo Oeconomicus

Der Homo Oeconomicus bezeichnet einen wirtschaftlich „vernünftig“ handelnden  Durchschnittsmenschen. Die Vernachlässigung der Gefühle, Vorlieben und Beziehungen führt aber zu Problemen. In der Realität ist er nicht anzutreffen - weder als Konsument, noch im Job.

Nichts ist so, wie es einmal war. Der stetige Wandel ist vor allem in der Berufswelt zu beobachten, in der sich viele Jobs durch das Internet und die Digitalisierung massiv verändern haben. Doch während das erste Sprichwort durchaus seine Berechtigung hat, ist es keineswegs so, dass früher alles besser war. Die Bedinungen der Arbeit zur Zeit der Industriellen Revolution sind mit den heutigen in westlichen Ländern nicht zu vergleichen. Mit den Bedingungen änderte sich auch das Arbeiterbild. Unternehmen veränderten ihre Strukturen und Arbeitsabläufe, um den Bedürfnissen der Angestellten entgegen zu kommen. Denn nur wenn die Arbeiter zufrieden sind, können sie ihre maximale Leistung abrufen – zum Wohle ihrer selbst, der Unternehmen und der Gesellschaft.

Homo OeconomicusHomo oeconomicus – Der Mensch als Maschine

Der homo oeconomicus bezeichnet einen wirtschaftlich „vernünftig“ handelnden Durchschnittsmenschen. Hintergrund bildet die Ressourcenknappheit, mit der sich jeder Mensch konfrontiert sieht.

Der homo oeconomicus entscheidet rein rational, welche Ressourcen er einsetzt und strebt dabei nach Nutzenmaximierung. Bei ihm läuft sozusagen eine Kosten-Nutzen-Rechnung im Kopf ab, nach der er sich immer richtet. Problematisch ist daran jedoch, dass Emotionen vollkommen ausgeblendet werden. Ein Mensch ist kein rein rational handelnder Mensch, er ist auch ein emotional fühlender. Arbeitsbedingungen berücksichtigen dies nicht, denn für den homo oeconomicus ist es egal, wie viel Lärm um ihn herum herrscht, wie verschmutzt sein Arbeitsplatz ist oder wie sich der Umgang unter den Kollegen darstellt. Dass dies nicht stimmt, brachte die Arbeitspsychologie zu Tage.

Die rein rationale Auseinandersetzung mit Arbeitsprozessen führte außerdem zum sogenannten Taylorismus. Der Ingenieur Frederick Winslow Taylor teilte die Arbeit in Einzelschritte auf, um so die beste Methode jedes einzelnen Handgriffs zu ermitteln. Obwohl ein Arbeiter auch mehrere Einzelschritte hätte machen können, führte dies zu einer extremen Arbeitsteilung, in denen die Angestellten die immer gleichen Handgriffe ausführen mussten. Taylors starres System hatte Monotonie und körperliche Beschwerden zur Folge. Menschen lassen sich aber nicht in ein System stecken, weshalb der Taylorismus auch zur Verschwendung von Human-Kapital führte. Unternehmen berücksichtigten nicht die Stärken und Schwächen des Individuums, sondern befassten sich ausschließlich mit der Technik in ihrem Betrieb.

Obwohl der Taylorismus nachweislich überholt ist und an vielen Stellen zu Problemen führt, findet man ihn noch immer in vielen Bereichen der Wirtschaft. Im Laufe der Zeit ersetzte jedoch der >> "social man" das Konzept des homo oeconomicus.

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