Das kommt dran

Typische Assessment Center Aufgaben

Typische Assessment Center Aufgaben

Im Bewerbungsprozess erfreuen sich Assessment Center (AC) zunehmender Beliebtheit. Besonders für Trainee-Stellen werden für die Bewerberauswahl gerne Assessment Center veranstaltet. Man muss sich als Bewerber auf eine intensive und komplexe Prüfung der eigenen Persönlichkeit und Fähigkeiten einstellen. Eine gute Vorbereitung erleichtert es, die Aufgaben zu bewältigen. ABSOLVENTA präsentiert eine kleine Zusammenstellung der gängigsten Assessment Center Aufgaben.

Die Vorstellung

In den meisten Fällen beginnt ein Assessment Center mit einer allgemeinen Vorstellungsrunde bei der sich das Unternehmen und die Bewerber vor der Gruppe vorstellen. Man sollte genau zuhören und sich Namen und Funktionen der AC-Beobachter merken. Da man nur wenige Minuten Zeit hat sich selbst vorzustellen, ist es besonders wichtig, dass man die markanten Punkte im eigenen Lebenslauf sinnvoll strukturiert und überzeugend wiedergeben kann. Außerdem muss man glaubhaft in wenigen Sätzen vermitteln können, warum man für die ausgeschrieben Stelle geeignet ist. Die vorgeschriebene Redezeit sollte möglichst eingehalten werden, da Abweichungen Minuspunkte bringen können. Wie immer ist auch beim Assessment Center ein erster Eindruck auf jeden Fall sehr wichtig und kann für die folgenden Aufgaben entscheidend sein.

Die Präsentation

Auch die Präsentation zählt zu den Standartaufgaben im Assessment Center. Der Bewerber erhält die Aufgabe, Probleme und Lösungsansätze zu einem bestimmten Thema in einem Vortrag vorzustellen. Das Thema kann entweder vorgegeben oder frei wählbar sein. Bewertet wird dabei neben der inhaltlichen Gestaltung auch die Vortragsweise des Bewerbers. Man sollte sich auch der Hilfsmittel bedienen, die für eine Visualisierung der Präsentation angeboten werden, z.B. Flipchart, Powerpoint oder Handout.

Die Postkorbübung

Einer der wohl bekanntesten Klassiker im Assessment Center ist die Postkorbübung. Dabei muss der Bewerber innerhalb einer kurzen vorgegebenen Zeitspanne einen Postkorb von ca. 15 bis 20 Dokumenten ordnen und abarbeiten, beispielsweise so, als würde er nach dem Urlaub oder einer Geschäftsreise ins Büro zurückkehren. Hierbei wird die Entscheidungsfreudigkeit auf die Probe gestellt. Man muss entscheiden, welche Aufgaben wichtig und unwichtig sind oder welche delegiert werden können. In der Regel kann man keine Rückfragen stellen. Zudem erschweren auch Störungen durch Telefonanrufe, Kollegen oder Meetings die Lösung der Aufgabe. Die Ergebnisse müssen im Anschluss den AC-Beobachtern präsentiert und die getroffenen Entscheidungen begründet werden. Mit dieser Aufgabe sollen getestet werden, wie der Bewerber unter großem Zeitdruck arbeitet, und wie strukturiert er dabei vorgeht. Allerdings kommt die Postkorb-Übung nur noch in schätzungsweise jedem zweiten Assessment Center vor.

Die Gruppendiskussion

In der Gruppendiskussion bekommen in der Regel vier bis sechs Bewerber ein Thema vorgegeben, über das sie dann kontrovers diskutieren müssen. Zum Teil wird den Bewerbern auch ein Diskussionsstandpunkt zugewiesen. Die Assessment Center-Beobachter bewerten hier drei verschiedene Aspekte. Zum einen die soziale Kompetenz, z.B ob der Bewerber konfliktfähig ist, Empathie und Überzeugungskraft besitzt und welche rhetorischen Fähigkeiten er mitbringt. Außerdem wird noch das systematische Denken und Handeln geprüft, also ob der Bewerber Probleme erkennt und Alternativen entwickeln kann. Als letztes spielt das Aktivitätspotential eine Rolle, z.B. wie viel Durchsetzungsvermögen und Führungspotential der Bewerber mitbringt. In der Regel bewegt sich die Zeitvorgabe für eine Gruppendiskussion zwischen 15 und 45 Minuten. Wichtig ist ein gesundes Mittelmaß von selbstbewusstem Auftreten und Respekt gegenüber den Mitbewerbern.

Das Rollenspiel

Bei den Rollenspielen handelt es sich in den meisten Fällen um Zweiergespräche bei denen eine bestimmte Situation simuliert wird, z.B. ein Mitarbeitergespräch, ein Beschwerdegespräch oder ein Verkaufsgespräch. Man bekommt eine Vorbereitungszeit eingeräumt, in der man eine Gesprächsstrategie entwickeln soll. Meistens übernimmt einer der Assessment Center-Beobachter den Gegenpart zum Bewerber. Auch hier wird dem Bewerber das Leben nicht leicht gemacht und es kann passieren, dass man teilweise sogar verbal aggressiv angegangen wird. Die durchschnittliche Zeit für ein solches Rollenspiel liegt bei zehn bis fünfzehn Minuten. Es soll die sozialen Kompetenzen des Bewerbers testen. Auf die Rollenspiele kann man sich am wenigsten vorbereiten, da sich das Gespräch trotz Vorgaben spontan entwickelt.

Die Fallstudie

Bei der Fallstudie werden die Teilnehmer des Assessment Centers mit einer oftmals branchenspezifischen, komplexen Problemstellung konfrontiert. Der Bewerber erhält eine bestimmte Menge von Informationen und muss dann das Problem analysieren und einen Lösungsvorschlag entwickeln. Hierbei kommt es vor allem auf das konzeptionelle Vorgehen an. Der Bewerber muss in der Lage sein, auch Alternativen zu seiner Lösung zu berücksichtigen. Mit dieser Übung werden unter anderem die Auffassungsgabe und das analytische Denkvermögen getestet.

Das AC-Interview

Das Interview ist mit dem klassischen Vorstellungsgespräch zu vergleichen. Im Mittelpunkt steht dabei die Persönlichkeit des Bewerbers. Es soll herausgefunden werden, ob der betreffende Bewerber überhaupt von seiner Art her in das Unternehmen passt und welche Motivation ihn antreibt.

Es gibt für ein Assessment Center keinen Königsweg, der zum Erfolg führt, da sich Assessment Center von Firma zu Firma und von Stelle zu Stelle immer in den Details unterscheiden. Am besten fährt man mit einem natürlichen Auftreten und einer möglichst individuell auf die Stellenbeschreibung abgestimmten Vorbereitung.

Das Karriereportal ABSOLVENTA wünscht viel Erfolg beim Assessment Center!

>> Tipp: Optimale Vorbereitung mit dem kostenlosen AC-Training

Über den Autor

Lukas große Klönne
Lukas große Klönne

Ehem. Redaktionsleiter der Jobbörse ABSOLVENTA und Autor des Buches "Trainee-Knigge" – der Ratgeber für Berufseinsteiger.

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