Erfahrungen als Berufseinsteiger: Lufthansa Technik.

Von Judith Hölling,

Steffen Wenzel hat Luft- & Raumfahrttechnik und Verkehrswesen an der TU Berlin studiert. Nachdem er erste Berufserfahrungen gesammelt hatte, startete er als Quereinsteiger im IT-Bereich bei der Lufthansa Technik AG. Der gelernte Ingenieur arbeitet jetzt als IT-Projektleiter bei dem Luftfahrtkonzern. Von seinen persönlichen Erfahrungen im Auswahlverfahren und von seinem Arbeitsalltag erzählt er im Interview mit Absolventa.

Hallo Steffen, wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei Lufthansa Technik ab?

Ich habe mich online beworben. Nach einer Woche bekam ich einen Anruf des Abteilungsleiters, in dem wir einen Termin für ein Vorstellungsgespräch vereinbarten. Dort wurde mir auch mitgeteilt, dass jeder Bewerber noch eine Eignungsdiagnostik durchführen muss. Kurz nach dem Vorstellungsgespräch erhielt ich eine positive Rückmeldung vom Abteilungsleiter und eine Woche später einen Termin für die halbtägige Eignungsdiagnostik. Noch am Tag der Eignungsdiagnostik bekam ich die Zusage vom Abteilungsleiter und konnte zwei Monate später, also nach insgesamt vier Monaten, bei Lufthansa Technik beginnen. Ich hätte auch früher beginnen können, musste aber noch die Kündigungsfrist meines alten Jobs abwarten.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du im Vorstellungsgespräch gemacht?

In dem sehr freundlichen und entspannten Vorstellungsgespräch war neben dem Abteilungsleiter noch eine Recruiterin anwesend. Es wurden keine klassischen Fragen gestellt, wie: „Was sind Ihre Stärken oder Schwächen?“ Stattdessen wurden meine bisherigen Berufserfahrungen und meine Motivation für den Job geprüft. Ich konnte allerdings auch viele Fragen zur Stelle und zu Lufthansa Technik als Arbeitgeber stellen.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass man offen ist, sich nicht verstellt und dass man viele Fragen mitbringt. Im Wesentlichen geht es ja darum, zu schauen, ob die Chemie stimmt. Ohne eine gewisse fachliche Eignung wäre man schließlich überhaupt nicht eingeladen worden.

Der Eignungstest bestand aus einem Computertest, in dem insbesondere Rechnen, logisches Denken und Englischkenntnisse geprüft wurden. Außerdem gab es ein kurzes Interview mit einer Arbeitspsychologin, das war aber auch relativ locker. Mit den Testbeispielen auf der Website der Lufthansa kann man schon ganz gut abschätzen, was einen erwartet.

Kannst du ein absolutes Insight nennen?

Ich habe mich auf den Eignungstest mit einem Testbuch vorbereitet und war relativ unsicher, weil die Fragen dort sehr herausfordernd waren. Im Test selbst waren die Fragen dann deutlich leichter, so dass ich schlussendlich sehr entspannt war. Daher würde ich jedem empfehlen, sich mit solch einem Buch vorzubereiten.

Für Bewerber, bei denen das Englisch etwas eingerostet ist, würde ich ein englisches Hörbuch empfehlen, das hilft beim Eignungstest sicher weiter!

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei Lufthansa Technik aus?

Als IT-Projektleiter bin ich für ein bestimmtes Themengebiet mitverantwortlich. Das heißt, dass ich die Strategie für dieses Thema ausarbeite, Projekte vorschlage, diese dann plane, durchführe und abschließe.

Da wir auch für den Betrieb einzelner Systeme verantwortlich sind, muss ich gleichzeitig die Aufträge unserer Dienstleister im Blick haben und erneuern. Deshalb sitze ich häufig in Meetings mit unterschiedlichen Partnern und seltener an meinem Schreibtisch.

Wie wirst du als Berufseinsteiger von deinen Kollegen und Vorgesetzten unterstützt?

Ich habe bereits sechs Jahre Erfahrung als Projektleiter aus meinem vorherigen Job. Trotzdem bin ich als Ingenieur Quereinsteiger im IT-Bereich. Ich teile mir die Verantwortung für das Themengebiet mit einem erfahrenen Kollegen, den ich jederzeit mit Fragen behelligen kann. So lerne ich im Laufe der Zeit viel über das Themengebiet, lerne Kontakte aus dem Netzwerk meines Kollegen kennen und übernehme immer mehr Verantwortung.

In unserem Team von acht Mitarbeitern und den anderen Teams unserer Abteilung kann man jeden mit Fragen löchern und wird immer unterstützt. Feedback gibt es regelmäßig durch den Team- und den Abteilungsleiter.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei Lufthansa Technik?

Die Arbeitsatmosphäre bei uns ist sehr kollegial und locker. Viele Kollegen identifizieren sich mit dem Kranich und sind stolz darauf, für die Lufthansa zu arbeiten. Sicherlich bringt ein Großunternehmen auch gewisse administrative Herausforderungen mit sich, doch mit den manchmal gefühlt etwas langsameren Prozessen kann man sich ganz gut arrangieren.

Bei uns in der IT, aber auch in vielen anderen Bereichen, ist das Du über alle Hierarchien hinweg der Standard. Das zeigt, wie offen die Arbeitskultur bei uns ist. Daher kann man mit Problemen, Anregungen und Feedback auch jederzeit zum Team- oder Abteilungsleiter, oder aber auch zum CIO, gehen.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt?

Ich bin außerordentlich zufrieden mit meinem Gehalt. Als berufserfahrener Akademiker habe ich eine außertarifliche Stelle, die mir zum Beispiel die Möglichkeit der freien Gestaltung meiner Arbeitszeit gibt. Das heißt, dass ich meine Stunden nicht erfassen muss, sondern an meinen Arbeitsergebnissen gemessen werde.

Außerdem gibt es ein Aktienprogramm und das variable Gehalt richtet sich nach dem Unternehmenserfolg. Dazu kommen natürlich Flugvorteile als Airlinemitarbeiter und weitere Benefits, wie beispielsweise eine sehr gute betriebliche Altersvorsorge.

Wie sieht es mit deiner Work-Life-Balance aus?

Als Projektleiter können die Wochenstunden schwanken. So sind es in entspannten Phasen schon mal weniger als 39 Stunden, manchmal – aber selten – auch 45 Stunden. Allerdings kann man die Arbeitsbelastung auch selbst steuern und entscheidet selbstständig, wie viel man arbeiten will. Das hängt natürlich auch davon ab, was man mittel- und langfristig erreichen möchte.

Neueinsteiger erhalten zunächst 25 Tage Urlaub, diese steigern sich in den ersten fünf Jahren auf 30 Tage.

Welche Karriereziele hast du dir bei Lufthansa Technik vorgenommen?

Zunächst möchte ich einen guten Job machen, im Konzern ankommen und mir ein Netzwerk aufbauen. Aktuell habe ich so viele Ideen und Aufgaben auf meiner Agenda, dass ich noch eine ganze Weile auf meiner Stelle ausgelastet und gefordert sein werde. Langfristig möchte ich eine Führungsposition übernehmen, denke aber aktuell noch nicht konkret darüber nach, wie ich das am besten erreichen kann.

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