Erfahrungen als Berufseinsteiger: ZÜBLIN.

Von Anna Hinc,

Hannah Gräff hat Kontruktiven Ingenieur- und Hochbau an der Beuth Hochschule für Technik Berlin studiert. Nach ihrem Masterabschluss ist sie als Nachwuchsingenieurin bei ZÜBLIN eingestiegen, nachdem sie dort schon als Werkstudentin tätig war. Im Interview erzählt sie von ihren persönlichen Erfahrungen im Auswahlverfahren und ihrem Arbeitsalltag.

Hallo Hannah, wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle ab?

Ich hatte das Glück, schon vorher bei ZÜBLIN zu arbeiten. Angefangen habe ich mit dem Praxissemester und dann später während meines Masters arbeitete ich als Werkstudentin direkt auf den Projekten. Dadurch nahm meine Bewerbung nicht den klassischen Weg über das Online-Formular, sondern ging per Mail an die entsprechenden Personen. Danach wurde ich zum Vorstellungsgespräch nach Stuttgart eingeladen und nach einer Woche kam die Zusage.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du im Vorstellungsgespräch gemacht?

Mein Vorstellungsgespräch wurde vom Leiter der Technischen Dienste und dem Personalleiter geführt. Dabei wurde ganz genau das Nachwuchsingenieurprogramm erklärt, welche Abteilungen für mich interessant sind und welche Möglichkeiten es im Konzern gibt. Außerdem sollte ich meinen bisherigen Lebenslauf erzählen. Da wurde ab und zu mit Fachfragen zu den Grundlagenthemen aus meinen Abiturfächern und Studienmodulen eingehakt. Allerdings braucht man davor keine Angst zu haben, denn es kommt auf die Reaktion an. Ich denke, ein ehrliches "ich weiß es nicht, aber ich weiß, wo es steht" kommt immer besser an, als herumzustottern.

Kannst du ein absolutes Insight nennen?

Man sollte sich natürlich vorher gut über das Unternehmen informieren. Mir hat es für meine eigene Sicherheit geholfen, an den Vorabenden nochmal die Schneider Bautabellen für Ingenieure durchzublättern. Einfach, um verschiedene Grundlagen aus den ersten Semestern zu wiederholen und um auf die Fachfragen vorbereitet zu sein. Im Nachhinein wird dann zwar klar, dass man diese Vorbereitung zur Beantwortung nicht benötigt, aber es gibt ein sicheres Gefühl. Und am besten ist natürlich, wenn man schon gewisse Bereiche oder Themen benennen kann, die einen besonders interessieren oder die man sich als spätere Position vorstellen kann.

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei ZÜBLIN aus?

Da ich das Nachwuchsingenieurprogramm mache und nach drei bis sechs Monaten die Abteilungen wechsle, ist auch der Arbeitsalltag sehr vielseitig. In jeder Abteilung lernt man das Tagesgeschäft kennen und bekommt eigene Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Auf der Baustelle sind die Tage besonders spannend: Man ist viel unterwegs, hat Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen und es tauchen plötzlich unvorstellbare Probleme auf, die es zu lösen gilt. Aber gerade das ist es ja, was unseren Beruf so aufregend macht.

Wie wirst du als Berufseinsteiger von deinen Kollegen und Vorgesetzten unterstützt?

TEAMS WORK ist zu Recht das Firmenmotto. Man wird sehr gut unterstützt. In jeder Abteilung wird eine Ansprechperson benannt, aber man kann natürlich zu allen Kolleginnen und Kollegen mit Fragen und Problemen gehen. Außerdem wird großer Wert auf Networking gelegt, oft in Form von Seminaren oder gemeinsamen Veranstaltungen. Feedback bekommt man nach jeder Abteilung. Dabei wird alles ausführlich mit den Vorgesetzten durchgesprochen und auch die Eigen- und die Fremdwahrnehmung werden betrachtet.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre bei ZÜBLIN?

Ich empfinde sie als sehr angenehm. Auf der Baustelle bzw. im Projektteam ist die Atmosphäre schon fast familiär, was mir sehr gut gefällt und mich jeden Tag gerne zur Arbeit gehen lässt, auch wenn eine stressige Phase ansteht. Aber auch im Innendienst herrscht eine relativ lockere und unkomplizierte Atmosphäre. Im ZÜBLIN-Haus hat man natürlich auch den Vorteil, dass sämtliche Kolleginnen und Kollegen und auch andere Nachwuchskräfte an einem Ort gebündelt sind und man so sehr schnell viele Kontakte zu anderen Abteilungen knüpft.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt?

Mit meinem Einstiegsgehalt bin ich zufrieden. Besonders wenn ich von Kommilitonen höre, wie wenig ihnen teilweise bei kleineren Unternehmen angeboten wird, bin ich froh, dass ZÜBLIN nach Tarif zahlt.

Wie sieht es mit deiner Work-Life-Balance aus?

Ich würde es als ausbalanciert bezeichnen. Es gibt immer mal wieder zeitintensive Phasen, aber auch ruhige. Daher hat die Direktion Stuttgart auch ein Ausgleichskonzept eingeführt, bei dem Überstunden durch einen freien Tag ausgeglichen werden. Sofern es die Tätigkeit erlaubt, wird auch mobiles Arbeiten von Zuhause aus ein immer größeres Thema. Mit den 30 Tagen Urlaub war ich bei der Urlaubsplanung im ersten Arbeitsjahr ziemlich überfordert. Ich musste mich das erste Mal nicht nach Klausuren, Abgaben oder Lernphasen richten.

Welche Karriereziele hast du dir bei ZÜBLIN vorgenommen?

Ein konkretes Ziel habe ich mir noch nicht gesetzt, aber genau dazu ist das Nachwuchsingenieurprogramm perfekt. So kann ich meine Wunschposition finden. Dabei werden besonders durch die Digitalisierung und neue Technologien Positionen neu geschaffen. Ich kann mir gut eine Kombination aus Entwicklung und Baustelle für mich vorstellen. Aber egal, ob auf der Baustelle oder im ZÜBLIN-Haus, wichtig sind für mich neue Herausforderungen und vor allem Spaß bei der Arbeit. Und dass mal mehr Frauen in Führungspositionen gehören, und das am besten ohne Quote.

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