Berufseinstieg bei Unilever: Erfahrungen.

Von Judith Hölling,

Vera Schwarz hat an der Hochschule für angewandtes Management ihren Master in Wirtschaftspsychologie gemacht und ist dann als Marketing Trainee bei Unilever eingestiegen. Mit Absolventa spricht sie über ihre persönlichen Erfahrungen, ihren Berufsalltag und Arbeitskonditionen bei dem Konzern.

Hallo Vera, wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei Unilever ab?

Ich bekam Interesse am UFLP-Programm von Unilever und rief deshalb dort an, um mich über den Bewerbungsprozess zu informieren. Darauf folgte dann die direkte Bewerbung. In einem dafür vorgesehenen Template konnte man eine Art „Lebenslauf“ erstellen. Der dritte Schritt war eine sogenannte „Gamification“. Hier wird auf eine spielerische Art und Weise herausgefunden, ob der Bewerber die passenden Eigenschaften für die Stelle mitbringt.

Der nächste Schritt war ein Interview über HireVue. Ich bekam eine bestimmte Bearbeitungszeit vorgegeben, um drei bis vier Fragestellungen zu beantworten. Das nächste Level war dann ein Assessment Center, das bei Unilever Discovery Center heißt.

Für mich kam die Zusage noch am gleichen Abend. Insgesamt betrug die Dauer meines Bewerbungsprozesses nur wenige Wochen.

Welche persönlichen Erfahrungen hast du im Vorstellungsgespräch und ggf. im Assessment Center gemacht?

Das Assessment Center wurde wie ein echter Arbeitstag bei Unilever gestaltet, das heißt, jeder der sechs Bewerber bekam einen Laptop mit installiertem Mail-Postfach und Terminen. Zwischen den Terminen hatten wir mehr oder weniger freie Zeit, um uns auf die Aufgaben vorzubereiten – die Zeit musste natürlich möglichst sinnvoll eingeteilt werden. Die meisten Aufgaben und Termine hat jeder für sich bearbeitet.

Allerdings hatten wir bereits im Vorfeld auch eine Gruppenaufgabe bekommen, die wir im Assessment Center noch finalisieren konnten. Die Präsentation und Diskussion haben wir also gemeinsam gemacht. Die Zusammenarbeit mit den anderen Mitbewerbern im Vorfeld hat auf jeden Fall zu einer positiven Atmosphäre beigetragen. Ich habe den Tag nicht als Konkurrenzsituation wahrgenommen; eher war es so, dass wir es als Ziel ansahen, möglichst alle einen Job zu bekommen. Schließlich hatten wir uns zum Teil für unterschiedliche Funktionen beworben und wussten auch nicht, wie viele freie Stellen es tatsächlich gab.

Eine Recruiterin hat uns durch den Tag geleitet. Bei den einzelnen Terminen und Stationen im Laufe des Tages wurden wir von Führungskräften aus dem oberen UL-Management begleitet und bewertet. Die Aufgaben haben insgesamt einen guten und realistischen Einblick in das Arbeitsleben bei Unilever gegeben und waren sehr abwechslungsreich.

Kannst du ein absolutes Insight nennen?

Im Prinzip liegen alle Materialen und Dokumente, die über den Tag gebraucht werden, von Anfang an bereit. Am wichtigsten ist es, einen klaren Kopf zu bewahren und sich gleich zu Beginn des Tages einen sinnvollen Zeitplan zu überlegen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei Unilever aus?

Ich befinde mich derzeit in der zweiten Station meines Trainee-Programms. Hier habe ich sehr vielfältige Aufgaben: So bin ich mitverantwortlich für die Gewinn- und Verlustrechnung der jeweiligen Kategorie und für die Adaption der globalen Strategie sowie die Entwicklung lokaler Strategieaspekte.

Auch das Forecasting und Tracking der Kategorie-Performance und Markt- und Wettbewerbsanalysen, das Management der Portfolio-, Media- sowie Promotionsstrategie gehört hier zu meinem Aufgabenbereich. Weiterhin die Initiierung, Entwicklung, Leitung und Implementierung lokaler Projekte basierend auf lokalen Shopper-, Kanal- oder Kundenbedürfnissen. Außerdem führe ich Marktforschungen durch – teils selfmade, teils mit Agenturen. Nebenher betreue ich auch unsere Praktikanten.


Dein Einstieg bei Unilever Deutschland Holding GmbH.


Wie wirst du als Berufseinsteiger von deinen Kollegen und Vorgesetzten unterstützt?

Jeder Trainee bekommt einen „Buddy“, der schon länger bei Unilever Trainee ist oder sogar schon fertig mit dem Programm. Zudem hat jeder Trainee einen „Career Sponsor“ aus dem oberen Management, der den Trainee bei der Planung der nächsten Stationen und dann auch bei der Planung der ersten richtigen Managerrolle unterstützen soll.

Als Trainee wechselt man die Teams und jedes Team hat natürlich seine eigene Dynamik. Mein Feedback hole ich mir meistens direkt von meinem jeweiligen Line Manager ab. Ich frage aber auch zwischendurch bei weiteren Funktionen, mit denen ich arbeite, nach Feedback. Wir haben hier eine sehr offene Kultur und Feedback ist immer in beide Richtungen erwünscht.

Wie empfindest du die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen?

Die Arbeitsatmosphäre im Unternehmen empfinde ich als sehr angenehm. Es wird viel Wert auf informelle Zusammenarbeit gelegt und der Umgang miteinander ist professionell und gleichzeitig locker, was für eine sehr entspannte Arbeitsatmosphäre sorgt. Offene Arbeitsplätze und ausreichende Besprechungsräume bieten eine optimale Gelegenheit für informellen Austausch und Networking.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt bei Unilever?

Ich persönlich bin mit dem Einstiegsgehalt zufrieden. Bereits nach einem Jahr gibt es bei entsprechender Zielerreichung eine faire Erhöhung. Das Gehalt wird in 13,5 Gehältern im Jahr ausgezahlt, zudem gibt es einmal im Jahr einen Bonus. Weitere Benefits sind die subventionierte Altersversorgung, ein sehr günstiges Fitnessstudio bei uns im Gebäude, kostenloser Kaffee, Mitarbeiterrabatt im Unilever Store und das ein oder andere Produktmuster, das man mit nach Hause nehmen kann.

Wie sieht es mit deiner Work-Life-Balance aus?

Als Trainee hat man bei Unilever Vertrauensarbeitszeit, das heißt, als Jungmanager sollen wir von Anfang an lernen, unsere Zeit selbst und sinnvoll zu managen. Mein Workload war bisher sehr unterschiedlich. Was das betrifft, wird erwartet, dass wir selbst auf uns achten. Die meisten Manager sprechen aber auch konkret an, wenn man über einen langen Zeitraum sehr lange arbeitet, um gemeinsam eine Lösung zu finden, den Workload zu verringern. Allgemein lässt sich das aber kaum sagen. Wir haben hier 30 Urlaubstage und bekommen außerdem den 24. und 31. Dezember noch on top frei.

Welche Karriereziele hast du dir bei Unilever vorgenommen?

Nach meinem Trainee könnte ich mir als erste Managerrolle gut eine Position als Brand Manager vorstellen. Am liebsten bei einer Marke, die viel lokalen Gestaltungsspielraum für Innovationen zulässt.

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