Erfahrungen als Berufseinsteiger bei Bain & Company.

Von Judith Hölling,

Nach ihrem Bachelor in Business Economics an der Uni Maastricht und dem Master in Finanzökonomie in Oxford ist Cécile Wilm als Associate Consultant bei Bain & Company eingestiegen. Im Absolventa-Interview erzählt sie, wie sie den Berufseinstieg gemeistert hat und wie sich der Arbeitsalltag bei Bain & Company gestaltet.

Hallo Cécile, wie lief das Auswahlverfahren für deine Stelle bei Bain & Company ab?

Ich habe mich vor meiner Bewerbung auf Websites und bei Freunden über Bain & Company informiert und mich dann für ein Praktikum im Düsseldorfer Büro beworben.

Der Recruitingtag startete bereits am Vorabend mit einem gemeinsamen Dinner. Am eigentlichen Auswahltag hatte ich erst drei Case-Interviews und anschließend einen Workshop in einer Gruppe von Kandidaten. Direkt am gleichen Nachmittag bekam ich ein Angebot und bin ein paar Monate später ins Praktikum gestartet.

Am Ende meines Praktikums wurde ich in unser Praktikantenförderprogramm aufgenommen, das sogenannte „Springboard“. Neben diversen Vorteilen, wie die Einladung zu Bain Events oder einem persönlichen Mentor, konnte ich am verkürzten Auswahlprozess für den Einstieg teilnehmen und erhielt nach einem finalen Partnerinterview das Vertragsangebot.

Welche Tipps kannst du anderen Bewerbern für den Auswahlprozess geben?

Am wichtigsten ist es, im Auswahlprozess authentisch herüberzukommen. Wir suchen Leute, mit denen wir gerne gemeinsam im Team arbeiten. Im Auswahlprozess ist es natürlich wichtig, Fallstudien richtig zu lösen, aber mindestens genauso sehr müssen Kandidaten in unsere Unternehmenskultur passen.

Außerdem hilft es für das Lösen von Fallstudien, diese im Voraus mit einem Case-Partner zu üben. Übungsbeispiele findet man auch auf unserer Homepage oder aber in verschiedenen Communities, wie zum Beispiel Preplounge.

Deine ersten Tage im neuen Beruf: kaltes Wasser oder warmer Empfang?

Auf jeden Fall ein warmer Empfang: Der Onboarding-Prozess bei Bain & Company ist mit den Introdays und dem Bootcamp darauf ausgerichtet, Neueinsteiger mit allen relevanten Tools vertraut zu machen. In den ersten zwei Wochen absolviert man daher mit den anderen Neueinsteigern diverse Trainings. Dabei lernt man schon einmal viele Kollegen und Kolleginnen kennen. Außerdem gibt es in jedem Office ein sogenanntes "Colleague"-System – hier hilft ein erfahrener Bainie dabei, sich im Office zurechtzufinden und Kollegen und Kolleginnen kennenzulernen.

Vor allem als Berufseinsteiger gibt es noch viel zu lernen. Wie sind die Betreuung und das Feedback durch deine Vorgesetzten bei Bain & Company geregelt?

Bei Bain haben wir eine sehr offene Feedback-Kultur. Während eines Cases finden alle zwei bis drei Wochen sogenannte Personal Development Chats statt. Dieses Feedback bekommen wir am Ende eines Cases konsolidiert in einem Review, den wir mit unserem PD Adviser besprechen. Dieser PD Adviser steht natürlich neben der HR Abteilung auch als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung.

Ansonsten bietet es sich an, auch bei anderen Kollegen auf dem Case oder bei Mentoren Feedback einzuholen oder um Coaching zu bitten. So kann man die Lernkurve so steil wie möglich gestalten. Was hier aber auch nicht unerwähnt bleiben sollte – für Frauen bietet Bain die Women@Bain Initiative. So gibt es unter anderem ein jährliches Event in München, zu dem alle Frauen aus den deutschen Büros und dem Züricher Büro zusammenkommen, an einem Training teilnehmen und sich über den Berufsalltag austauschen.

Was sind deine wesentlichen Aufgaben und Tätigkeiten im Berufsalltag bei Bain & Company?

Das Interessante daran, in einer großen Managementberatung zu arbeiten, ist, dass Fragestellungen je nach Kunde und Projekt sehr unterschiedlich ausfallen und Tätigkeiten dadurch sehr unterschiedlich sind. Normalerweise erarbeiten wir mit dem Kunden individuelle Lösungen, sei es in Kundenworkshops, durch quantitative Analysen oder in klassischen Meetings. Da wir bei Bain als Generalisten starten, haben wir insbesondere in den ersten Jahren die Möglichkeit, Einblicke in die verschiedensten Industrien zu erhalten.

Welche Eigenschaften muss man deines Erachtens mitbringen, um nach dem Berufseinstieg auch einen guten Job zu machen?

Offenheit und Neugier für neue Themen und die Bereitschaft, sich tief in neue Fragestellungen einzuarbeiten. Natürlich sind auch analytische Stärke, Zuverlässigkeit und Genauigkeit zentral. Da wir in unserem Berufsalltag die unterschiedlichsten Fragestellungen lösen, stellt Bain aber nicht nur Wirtschaftswissenschaftler ein, sondern auch Studierende anderer Fachrichtungen, zum Beispiel Ingenieure oder Naturwissenschaftler. Diese Diversität in der Firma hilft uns bei Projekten, Problemstellungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Von der Hochschule ins Arbeitsleben: Wie steht es mit der Work-Life-Balance in deinem Job?

Jeder Neueinsteiger sollte sich bewusst sein, dass der Projektalltag natürlich auch mal stressiger sein kann und man viel unterwegs ist. Als Ausgleich gibt es aber flexible Gestaltungsmöglichkeiten, so können wir zum Beispiel zusätzlich zum normalen Urlaub unbezahlte Auszeiten von ein bis zwei Monaten nehmen.

Wie zufrieden bist du mit deinem Einstiegsgehalt?

Mit meinem Einstiegsgehalt als Associate Consultant bei Bain bin ich sehr zufrieden. Zusätzlich bekommen wir Laptop und Handy gestellt und nehmen an globalen Trainings teil. Im ersten Jahr bin ich nach Cape Cod gereist, demnächst steht ein Training in Phuket an.

Außerdem finden regelmäßig verschiedene Firmenevents wie Weihnachtsfeier oder ein Besuch des Oktoberfests statt. Alle zwei Jahre findet der zweitägige Retreat statt, bei dem alle Bainies aus Deutschland und der Schweiz zusammenkommen.

Den Berufseinstieg hast du geschafft. Welche Pläne hast du für deine weitere Karriere?

Bain bietet nach den ersten zwei Jahren – nach der Beförderung vom Associate Consultant zum Consultant – einen sogenannten Leave an. Hier haben wir die Möglichkeit, eine von Bain geförderte Auszeit zur persönlichen Weiterentwicklung zu nehmen.

Ich überlege aktuell, diese Zeit für eine Promotion zu nutzen und mich noch einmal intensiver mit einem ökonomischen Thema zu beschäftigen. Während der Promotion bleibe ich weiterhin in engem Kontakt mit meinen Kollegen und kann zum Beispiel in den Bain Offices arbeiten und weiterhin an Veranstaltungen teilnehmen.

Nach einem Karrierestart in der Beratung stehen natürlich viele Wege offen – so ist zum Beispiel vom Wechsel in die Industrie bis zur Gründung eines eigenen Unternehmens alles möglich.

Arbeiten bei Bain & Company ist ...

… der ideale Berufseinstieg, um in kurzer Zeit möglichst viel zu sehen und viele Industrien kennenzulernen und ein super Ort, um mit motivierten Kollegen in den Beruf zu starten.

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