Berufseinstieg bei ZF Friedrichshafen: Einblicke vom Arbeitgeber.

Von Patrick Scherfeld,

Christina Marpe, Manager Global Recruiting Center für Westeuropa bei ZF Friedrichshafen, spricht im Interview über Karriereperspektiven und Herausforderungen für Berufseinsteiger bei einem der führenden Automobilzulieferer.

Hallo Frau Marpe, wie groß ist der Personalbedarf an Absolventen bzw. Akademikern bei ZF pro Jahr?

ZF hat wie die letzten Jahre auch einen starken Einstellbedarf sowohl an Hochschulabsolventen wie auch berufserfahrenen Kollegen in den verschiedensten Bereichen weltweit. Aktuell sind knapp 2.000 offene Stellen in unserem Jobportal zu finden, vom Praktikum über den Direkteinstieg bis hin zur Ausbildungsstelle. Vor allem in den Bereichen autonomes Fahren, E-Mobilität und Sicherheit haben wir einen sehr hohen Bedarf an neuen Kollegen. Zusätzlich dazu bieten wir noch über 1.000 weitere neue Praktikumsstellen pro Jahr an.

Welche Einstiegsmöglichkeiten bietet ZF Hochschulabsolventen und Young Professionals an?

Es gibt verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, die man schon während des Studiums nutzen kann: Praktika, Abschlussarbeiten oder Werkstudententätigkeiten. Wenn sie ihren Abschluss in der Tasche haben, können Absolventen in unserem ZF Global Trainee Program durchstarten. Sie lernen das Unternehmen so an verschiedenen Standorten im In- und Ausland kennen, bearbeiten eigenständig Projekte und übernehmen Verantwortung im Team. Natürlich ist es auch immer möglich, direkt als Hochschulabsolvent oder Young Professional einzusteigen.

Absolventen welcher Studiengänge haben die besten Chancen auf einen Einstieg bei Ihnen?

Typische Studienfachrichtungen für einen Einstieg bei ZF sind Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Physik oder verwandte Studiengänge. Bewerber aller Fächer sollten keine Berührungsängste mit neuen Technologien haben und die Fähigkeit mitbringen, unsere „neue Welt“ – die künstliche Intelligenz – sowie die „alte Welt“ – das physikalische Verständnis – in der Praxis kombinieren zu können. Generell sind wir mit unserem breiten Produktportfolio aber für Bewerber aus allen Fachrichtungen attraktiv.

Wieso bevorzugen Sie Absolventen der Wirtschaftswissenschaften/des Ingenieurwesens/der Informatik?

Die Mobilität ist stark im Wandel. Deshalb sucht ZF insbesondere Informatikabsolventen, die zum Beispiel als Softwarearchitekten oder -programmierer neueste Fahrfunktionen für autonome Fahrzeuge entwickeln.

Was bieten Sie Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren und Informatikern?

Sie arbeiten als interdisziplinäre Innovationsteams an der Zukunft der Mobilität und dabei mit Hochschulen und anderen Partnern zusammen, beispielsweise in einem IoT-Lab oder Modellfabriken für die Industrie 4.0. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern aus der Forschung, der Entwicklung sowie der Informatik strategieorientierte Qualifikationen an. Diese bündeln wir in ZF-Akademien mit innovativen Lernarchitekturen. Außerdem gibt es bei ZF die Möglichkeit einer Industriepromotion.

Welche Soft Skills benötigt man zwingend für eine erfolgreiche Karriere bei ZF?

Am besten passen Kandidaten zu uns, die sich für Technik begeistern, gerne Initiative ergreifen und durch ihre Kreativität neue Standards setzen. Offenheit, Motivation und der Wille, sich weiterzuentwickeln, sind uns wichtig. Außerdem legen wir großen Wert auf Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke.

Bewerber sollten ihr Studium mit einer guten Note abgeschlossen haben, flexibel sein und sozial kompetent, die englische Sprache beherrschen und im Idealfall internationale Erfahrungen vorweisen können.

Zusätzlich dazu wünschen wir uns immer auch Bewerber, die unternehmerisches Denken und Handeln, fachliche Qualifikation, interkulturelle Sensibilität und Entscheidungsfreude mitbringen. Einige stechen auch durch außeruniversitäres Engagement aus der Masse hervor. Wer dann auch noch Verhandlungsgeschick beweist und ein Organisationstalent ist, kann bei uns sehr erfolgreich werden.

Gehen Sie eigentlich auch selbst per „Active Sourcing“ auf Talentsuche, zum Beispiel in Lebenslaufdatenbanken?

Im Zuge der Digitalisierung und der aktuellen Arbeitsmarktsituation im demografischen Wandel ist die Bedeutung des digitalen Recruitings immens gewachsen. Daher hat ZF das Recruiting in den vergangenen Jahren auf globaler Ebene zentralisiert und das Active Sourcing gebündelt.

Für den europäischen Raum spielen vor allem Business-Netzwerke wie LinkedIn oder Xing eine wesentliche Rolle. Dort akquirieren sowohl Recruiter als auch Active-Sourcing-Spezialisten aktiv Talente.

Über welchen Kanal nehmen Sie Bewerbungen bevorzugt entgegen?

Bewerber können sich über unser Bewerbermanagementsystem direkt auf alle ausgeschriebenen Stellen bewerben.

Was kommt im Auswahlprozess auf die Bewerber zu?

Je nach Einstiegslevel und Position variiert der Auswahlprozess. Am Anfang steht fast immer ein Telefoninterview mit einem Recruiter. Darauf folgt je nach Einstiegslevel und Position ein Online Assessment. In der Regel findet dann noch ein persönliches Interview mit dem Fachbereich statt. Für das Trainee-Programm führen wir stattdessen ein Assessment Center durch.

Geld ist zwar nicht alles, aber natürlich nicht unwichtig: Wie ist es um das Einstiegsgehalt für Hochschulabsolventen bei ZF bestellt?

Egal ob attraktive Gehälter, flexibles Arbeiten, Sabbaticals oder die ZF-Rente, bei ZF stimmt das Gesamtpaket.

Wie unterstützen Sie junge Mitarbeiter dabei, sich stetig weiterzuentwickeln und Karriere zu machen?

Als Nachwuchsförderprogramme bieten wir neben den Ausbildungsplätzen auch ein duales Studium für Schüler und ein Trainee-Programm für Hochschul- und Universitätsabsolventen an.

Zudem besteht nach einer Ausbildung oder einem Studium die Möglichkeit, ein ZF-Stipendium für eine Vollzeitweiterbildung in Anspruch zu nehmen, um einen höheren Abschluss zu erwerben – z. B. Meister, Techniker, Bachelor oder Master.

Um sich für eine Führungsposition vorzubereiten, gibt es bei ZF noch ein spezielles Förderprogramm für potenzielle Kandidaten.

Welche Möglichkeiten gibt es bei Ihnen, wenn jemand eine internationale Karriere anstrebt?

Als Global Player mit 146.000 Mitarbeitern in 30 Ländern arbeiten wir in internationalen Teams. Dadurch kann sich ein Projekteinsatz oder auch ein längerer Auslandsaufenthalt ergeben.

Nicht nur der ‚Generation Y’ ist wichtig: Für welche Werte und für welche Unternehmenskultur steht ZF?

ZF steht für Kollegialität und teamorientiertes Arbeiten, für ein internationales Umfeld und wir ermöglichen konsequent die Selbstentfaltung unserer Mitarbeiter; wir geben ihnen die Möglichkeit, mit uns zu wachsen. Nicht zuletzt bieten wir ein Arbeitsumfeld, in dem jeder kreativ die Zukunft der Mobilität mitgestalten kann.

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Karriere gewinnt an Bedeutung. Was tut Ihr Unternehmen hierfür?

Seit 2006 zählt der ZF-Standort Friedrichshafen zum Kreis der zertifizierten familienfreundlichen Unternehmen in Deutschland.

Um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auch nach Ablauf der Elternzeit möglichst gut umsetzen zu können, bieten wir eine große Bandbreite flexibler Arbeitszeitmodelle an. So haben unsere Mitarbeiter mehrere Möglichkeiten, um über einen kürzeren oder längeren Zeitraum ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder sich eine Auszeit zu nehmen. Wir bieten zum Beispiel Telearbeit, Sabbaticals sowie verschiedene Teilzeit- und Job-Sharing-Modelle an.

Mit einer Betriebskita ist bei uns auch für eine verlässliche Kinderbetreuung gesorgt. Das Besondere dabei: Sie wird in zwei Sprachen angeboten. Für unvorhersehbare Ereignisse steht eine Notfallbetreuung zur Verfügung und in Ferienzeiten eine spezielle Kinderferienbetreuung.

Zum Schluss bitte ich Sie um ein kurzes Plädoyer: Bei ZF Karriere machen heißt …

… mehr als nur Karriere machen. Bei uns kann man in einem internationalen Umfeld an zukunftsweisenden Themen und Technologien arbeiten, die die Megatrends unserer Gesellschaft maßgeblich beeinflussen werden. Karriere bei uns heißt also, gemeinsam an innovativen Lösungen für die Zukunft zu arbeiten, die heute noch als reine Vision erscheinen.

Erfahrungen von anderen Insidern.