HR-Trends 2023: Weiterbildung und Mitarbeiterbindung stärken

HR-Trends 2023: Weiterbildung und Mitarbeiterbindung stärken

Das müssen Sie wissen.

  • Mehrere Aspekte sprechen dafür, dass zweck- und sinnorientiertes Arbeiten weiter an Bedeutung gewinnt.
  • Ein wichtiges HR-Instrument ist die Weiterbildung, sowohl für Mitarbeiter als auch für Führungskräfte.
  • Der Fach- beziehungsweise Arbeitskräftemangel bleibt der große Negativtrend.

2022 beherrschte vor allem der Arbeitskräftemangel die Schlagzeilen und stellte viele HR-Teams vor Herausforderungen. Wenig überraschend: Diese Problematik wird die Lage am Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr beschäftigen. Es gilt also, Strategien und Maßnahmen zu identifizieren, die Unternehmen im Bereich Personalmanagement und Recruiting wettbewerbsfähig halten.

In diesem Artikel blicken wir auf wichtige HR-Trends für das Jahr 2023.

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1. Werte- und Zweckorientiertes Arbeiten

Ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren bereits entwickelt hat, setzt sich auch 2023 fort: Werte- und Zweckorientiertes Arbeiten spielt eine zentrale Rolle für die Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Es ist kein Geheimnis, dass vor allem für die Generation Z, aber auch für Millennials, die Sinnhaftigkeit ihrer beruflichen Tätigkeit besondere Relevanz besitzt. Ebenso hat die Corona-Pandemie dazu geführt, dass viele Menschen ihre Prioritäten beim Thema Arbeit dahingehend überdacht und geändert haben.

Angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen Arbeitskräftemangels könnte werte- und zweckorientierte Tätigkeiten eine zusätzliche Chance bereithalten: Menschen im Rentenalter, die einen konkreten Sinn sowie Werte in ihrem Job erkennen, entscheiden sich tendenziell eher dazu, auch im Ruhestand weiterzuarbeiten und so fehlender Arbeitskraft entgegenwirken.

Zweckgerichtetes Arbeiten als Motivation

Ebenso zeigen Trends wie „Quiet Quitting“, dass es zukünftig von essenzieller Bedeutung sein wird, sinnstiftende Arbeit anzubieten. Quiet Quitting bedeutet, dass Mitarbeiter bewusst nur noch die vertraglich vereinbarte Arbeit leisten – auf Überstunden wird konsequent verzichtet. Die Bewegung verdeutlicht, dass sich die Job-Erwartungen von Arbeitnehmern in der jüngeren Vergangenheit geändert haben – und Arbeitgeber darauf reagieren müssen.

Es ist unter anderem Aufgabe der Personalabteilungen, die Sinnhaftigkeit und Unternehmenswerte im kommenden Jahr weiter herauszuarbeiten und zu prägen. Die Ergebnisse sollten in der Arbeitgebermarke verankert werden, um neue Talente für sich zu gewinnen und Mitarbeiter zu motivieren.

2. Mitarbeiterbindung durch Weiterbildung stärken

Im Jahr 2023 sollte der Fokus – auch aufgrund des anhaltenden Fachkräftemangels – weiter auf der Bindung von Mitarbeitern liegen. Laut der Studienreihe „So arbeitet Deutschland" gaben 57 Prozent der befragten Beschäftigten in Deutschland an, dass die Folgen der Pandemie Auswirkungen auf ihre Bindung zum Unternehmen hatten. Nur sieben Prozent der Befragten identifizieren sich mit den Unternehmenswerten und der -kultur.

Kündigungen werden oftmals mit fehlenden Weiterbildungsmöglichkeiten sowie geringen Chancen auf Weiterentwicklung innerhalb eines Unternehmens in Verbindung gebracht. Deshalb sollte ein umfassendes Fortbildungsangebot Teil des Benefit-Portfolios der Betriebe sein. Das Stichwort lautet Wertschätzung. Die Angestellten merken, dass das Unternehmen in sie und in ihre Zukunft investiert. Gleichzeitig signalisiert man interne Entwicklungs- und Karrierechancen.

Gezielte und neuartige Weiterbildungsmöglichkeiten fördern das Engagement in Ihrem Betrieb und können potenziell Kündigungen vorbeugen.

! Tipp

Neben klassischen Workshops und Seminaren können ebenso neuere Lernformate ein Erfolgsfaktor sein: Digitale Lernplattformen sind längst etabliert, Microlearning, Mentoring-Programme oder Coachings können mehr als nur Alternativen sein.

So wichtig ist es Akademikern, dass ihr Arbeitgeber neue Trends lebt

Wir haben Akademiker gefragt, wie wichtig es ihnen ist, dass ihr Arbeitgeber neue Trends lebt.

Antwort Prozent
Sehr wichtig, ich möchte einen modernen Arbeitgeber, der sich ständig weiterentwickelt. 62 %
Weniger wichtig, da ich momentan zufrieden bin. 17 %
Überhaupt nicht wichtig – Hauptsache, ich habe einen sicheren Job. 21 %

3. Führungskräfte strategisch weiterbilden

Schon in unseren HR-Trends 2022 ein großes Thema: Die neuen, vielfältigeren Anforderungen an Führungskräfte – unter anderem bedingt durch die Corona-Pandemie. Viele Teams arbeiten mittlerweile nicht mehr gemeinsam an einem Ort, die Arbeitsmodelle sind flexibler und hybrider geworden. Dadurch mussten Führungskräfte ihre Kommunikation anpassen und Mehrarbeit leisten.

Hinzu kommt, dass mit dem „New Work“-Ansatz die Selbstständigkeit, Freiheit und individuelle Verantwortung der Arbeitnehmer mehr ins Zentrum gerückt sind. Es gilt, diese Grundsätze zu beachten und mehr denn je darauf einzugehen, um die Mitarbeiterbindung auf dem umkämpften Arbeitsmarkt zu stärken. Ebenso ist es für Führungskräfte heutzutage besonders wichtig, den Sinn der Tätigkeiten hervorzuheben sowie die Unternehmenswerte selbst vorzuleben. Dies sind meist Aufgaben, die zusätzlich zu den täglichen Managementtätigkeiten anfallen.

Auch auf Diversität sollten Führungskräfte setzen, denn von den positiven Effekten eines diversen Teams kann das ganze Unternehmen profitieren. Dabei ist es ganz entscheidend, Mitarbeiter mit ihren entsprechenden Erfahrungen, Kompetenzen, Perspektiven und Qualifikationen sinnvoll im Team zusammenzubringen und zu unterstützen. Diese Aufgabe müssen Führungskräfte im Sinne des New Leaderships übernehmen.

! Tipp

Was bedeutet dies für die HR-Teams? Zuallererst müssen die Führungskräfte für die genannten Punkte sensibilisiert sowie die Herausforderungen und Erwartungen klar kommuniziert werden. Darüber hinaus sollte die Weiterbildung der Teamleads ein wichtiger Bestandteil der Personalstrategie sein.

Ziel ist es, die Soft-Skills zu fördern. Denn diese sind heutzutage elementar, um Mitarbeiter zu motivieren, die Arbeitsatmosphäre zu verbessern sowie die Bindung innerhalb des Teams zu stärken. Es ist daher zu erwarten, dass im Jahr 2023 die strategische Kompetenzverbesserung des Leaderships elementar wird.

Sind Sie ein guter Arbeitgeber?

Wenn ja, dann sagen Sie es potentiellen Bewerber:innen über ein Unternehmensprofil. Wie das geht?

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4. Strategien nachhaltig verfolgen

Klar ist: Durch den anhaltenden Fachkräftemangel müssen sich Unternehmen weiter stark nach den Bedürfnissen der Beschäftigten richten, um Talente zu gewinnen und Kündigungen vorzubeugen. Das zeigen auch die in diesem Artikel aufgeführten Trends.

Dennoch könnte die nahe Zukunft zum Spannungsfeld werden, wie auch Stefan Scheller bei persoblogger.de schreibt. Arbeitnehmer sitzen demnach gerade zwar am längeren Hebel. Doch durch die aktuelle Inflation und unsichere Zeit sei zu erwarten, dass die Nachfrage nach sicheren Arbeitsplätzen, hohem Gehalt und finanziellen Benefits steige. Das spiele wiederum den (größeren) Arbeitgebern in die Karten, die so wieder über mehr Handhabe verfügten – beispielsweise in Bezug auf Regeln zu Arbeitszeiten oder Homeoffice.

Es ist jedoch ratsam, HR-Strategien nachhaltig zu etablieren. Wenn sich Regeln und Strukturen bewährt haben, sollten diese nicht einfach unbegründet wieder geändert werden. Dies kann zu Unmut führen und die Mitarbeiterbindung schwächen.

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