Ich bin eine Kommunikationsdesign-Studentin der HAW Hamburg mit Schwerpunkt Video/Animation/Trickfilm (4. Semester) und ich möchte mich für ein Stipendium bei Absolventa bewerben. Um neue und anstehende Projekte umsetzen zu können, brauche ich einen neuen Computer.
Ich bin in Brasilien aufgewachsen und habe dort bis zu meinen 17. Lebensjahr gelebt und eine deutsche Schule besucht. Im Jahr 2000 bin ich alleine nach Hamburg gekommen um eine Grafik Design-Ausbildung an der HTK zu machen. Erst zum Ende dieser Ausbildung habe ich meine Leidenschaft für Film entdeckt. Nach meiner Grafikausbildung habe ich ein sieben monatliches Praktikum in der Filmabteilung der Grabarz & Partner Werbeagentur gemacht und im Anschluss zwei Monate als Assistentin der Produzentin gearbeitet.
Danach habe ich einige Monate in Barcelona, Spanien, gewohnt. Nach meinem Aufenthalt in Barcelona habe ich mich an der HAW beworben, wurde aber abgelehnt weil ich nur die brasilianische Hochschulreife hatte. Das hielt mich aber nicht von meinen Traum zu studieren ab. Deshalb ging ich für ein Jahr wieder zur Schule um die Fachhochschulreife zu erlangen. Als ich mich dann mit diesem Abschluss ein zweites Mal um einen Studienplatz bewarb, wurde ich angenommen.
Seit ich nach Deutschland gekommen bin, muss ich mich alleine finanzieren. Neben Ausbildung und Studium habe ich im Einzelhandel, in der Gastronomie und als Freie Grafikerin gearbeitet und tue das immer noch. Dazu bekomme ich auch Bafög. Im 3. Semester habe ich ein Stipendium zum Erlass der Studiengebühren in Höhe von 500,00 Euro bekommen, da meine Noten mich als herausragende Studentin qualifizierten. Im Jahr 2008 habe ich auch einige Monate als Studentische Hilfskraft bei meiner Professorin gearbeitet. Mein Schwerpunkt war die technische Betreuung studentischer Projekte. Dieses Semester habe ich neben dem Studium ein zwei monatliches Praktikum im Set-Bau eines Trickfilms bei Trikk 17 Animationsraum gemacht.
Im Rahmen meines bisherigen Studiums habe ich mir umfangreiches technisches Wissen erarbeitet. Ich beherrsche unterschiedliche Programme und habe den theoretischen Teil der Gestaltung gelernt. Ich habe auch bereits gewisse stilistische Merkmale und Ansprüche entwickelt. Ich beschäftige mich sehr gerne mit Stop-Motion, insbesondere mit der Technik der Pixelation. Mich fasziniert die Tatsache, dass man mit einer Aneinanderreihung von Fotos (12 Bilder pro Sekunde) eine komplexe Illusion kreieren kann. Die Pixe-
lation ermöglicht es, zwei Welten miteinander zu kombinieren. Die handwerkliche Kunst der Fotografie wird ergänzt um die digitalen Optionen der Bildbearbeitung. So entstehen neue phantastische Effekte, die neue Perspektiven eröffnen.
All das konnte ich im Rahmen diverser Projekte bereits vielfach ausprobieren. Zum Beispiel habe ich einen experimentellen Kurzfilm mit dem Titel „Girl from Ipanema“ (1) gedreht, der die Konfrontation eines realen Menschen mit einem Pixel-Monster zeigt. Neben der Pixelation habe ich mich aber auch mit anderen Stop-Motion-Techniken beschäftigt. Zwei meiner Kurzfilme basieren auf Plastilin-Animation (die z.B. in dem Kinofilm Wallace & Gromit verwendet wurde) und setzen sich mit Themen wie „Handschrift der Industrialisierung“ (2) oder „Kirby“ (3) auseinander.
Zusätzlich zur universitären Arbeit gestalte ich monatlich Video-Installationen für eine Party-Reihe der bekannten Hamburger Location „Uebel & Gefährlich“ im Medienbunker. Aus Urheberrechtlichen Gründen darf ich die Videos wegen der Musik nicht zeigen, und diese wirken nur mit Musik.
Mit einem möglichen Stipendium würde ich mich gerne technisch austatten, da man für Video teure Maschinen braucht. Somit könnte ich meine Projekte besser umsetzen. Ein leistungsfähiger Rechner, mit dem ich meine Film bearbeiten kann, kostet ca. 2.000,- Euro.
Anbei eine Kurzbeschreibung meiner Filme.
1. Girl from Ipanema
Technik: Pixelation
Idee, Regie, Animation, Schnitt, Vertonung / Länge: 37 Sekunden
Der Film handelt von einer Superheldin die in ihrem Strandurlaub gegen ein Pixelmonster kämpft. Die Heldin ist ein realer Mensch die sich wie eine animierte Figur bewegt, während sich das Monster, obwohl es
ein Gegenstand ist, eigenständig bewegt.
2. Handschrift der Industrialisierung
Technik: Plastilinanimation
Idee, Regie, Animation, Kamera, Schnitt, Vertonung / Länge: 33 Sekunden
Man sieht am Anfang eine Landschaft. Aus dem Boden wächst nach und nach eine Stadt. Die Geräusche im Hintergrund unterstützen das Wachstum. Alles wird dreckiger und lauter.
3. Kirby
Technik: Plastilinanimation
Gruppenarbeit (Idee und Animation), Schnitt, Vertonung / Länge: 46 Sekunden
Der Film beginnt mit einer kargen Landschaft, in der nur ein Baum steht. Dann kommt ein Knetmonster ins Bild, das kriechend alles auffrisst was ihm in den Weg kommt.