Manch einer behauptet, Schlagfertigkeit hat man oder hat man nicht. Andere wiederum glauben an das Sprichwort „Übung macht den Meister“. Sicher gehört zur Schlagfertigkeit ein gewisses Talent, aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Ob im Privatbereich oder im Arbeitsalltag, es gibt Situationen, die einen sprachlos machen. Seien es unerlaubte Fragen im Assessment Center oder ein unerwarteter Kommentar von einem Freund. Oft fällt einem erst im Nachhinein etwas Kreatives oder Angemessenes ein, was man in der Situation hätte sagen können. Doch dann ist es zu spät. Schlagfertigkeit bedeutet, sofort eine Antwort oder ein Statement parat zu haben, mit dem man sein Gegenüber verblüfft anstatt klein beizugeben - seien es Aussagen mit Humor, Zynismus, Selbstironie oder mittels treffender Zitate.
Das Wesen der Schlagfertigkeit besteht darin, innerhalb kürzester Zeit kreativ mit Worten umgehen und auf die Äußerung des Gegenübers reagieren zu können. Dabei gibt es jedoch zwei wesentliche Hindernisse, namentlich die:
Man kann sich einige grundlegende Techniken zur Unterstützung der eigenen Schlagfertigkeit aneignen. Doch um überzeugend schlagfertig antworten zu können, bedarf es eines Wissens-Backgrounds. Je mehr Wissen einem zur Verfügung steht - sei es Allgemeinwissen, Fachwissen oder Kenntnisse über sein Gegenüber etc.-, desto mehr Ansatzpunkte für schlagfertige Aussprüche stehen einem zur Verfügung. Sei Neuem (Nachrichten, Personen, Themengebieten etc.) deswegen stets aufgeschlossen.
Die meisten Witze, die einem erzählt werden, hat man schon einmal gehört. Doch wenn man selbst einen Witz erzählen möchte, fällt einem oft keiner ein. Hier liegt einen Zugriffsproblematik vor. Um schlagfertig zu sein ist es nötig, sein Wissen auch abrufen zu können. Denn Wissen und Informationen im Kopf zu haben bedeutet nicht gleichzeitig, es auch automatisch anwenden zu können. Vorhandenes Wissen muss möglichst oft abgerufen werden, damit es im richtigen Augenblick auch parat ist. Denn das Gehirn kann leichter auf Dinge zurückgreifen, die es ständig nutzt.
Es gibt einige Übungen, mit denen sich Schlagfertigkeit trainieren lässt. Im Folgenden stellen wir solche Übungen vor, die z.B. auch in einem Kommunikationstraining geübt werden.
Bei dieser Übung lässt man seinen Gedanken einfach freien Lauf und spricht sie aus, was immer einem auch zu einem bestimmten Stichwort einfällt. Tippe beispielweise bei geschlossenen Augen auf die Zeitung. Schaue, welches Wort Du getroffen hast und sprich spontan mindestens eine Minute über das Wort bzw. über den Begriff.
Wenn es Dir schwerfällt, eigene kreative Eingebungen zu bekommen und zu formulieren, eignen sich zum Teil auch Sprichwörter und Zitate, um im passenden Augenblick zu kontern. Allerdings greift hier oft der Aspekt der Wissensproblematik. Das Antworten mit Aphorismen und Ähnlichem geht natürlich nur, wenn Du auch entsprechende Zitate und Redewendungen im Kopf hast. Eigne Dir deshalb einige Zitate und Redewendungen aktiv an.
Schlagfertigkeit lässt sich nicht von heute auf morgen aneignen - das ist ein Prozess, der viel Übung bedarf. Aber allgemein gilt: Je mehr Wissen und Informationen man hat, desto eher lassen sich Ansatzpunkte für Schlagfertigkeit finden. Oft ist auch eine Portion Mut von Nöten.
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