Dialekt
Ein Dialekt kann auf Gesprächspartner sowohl negativ als auch positiv wirken. Was dem einen sympathisch erscheint, bewirkt bei dem anderen mitunter Abneigung. Daher kann ein Dialekt ein Karrierekiller sein, muss er aber nicht. Das hängt auch von der Position des Dialekt-Sprechenden ab. Beispielsweise kann ein ausgeprägter Dialekt in Führungspositionen durchaus dazu führen, dass der Vorgesetzte nicht ernst genommen wird oder gar Zweifel an seiner Kompetenz aufkommen.
Im Beruf geht Hochdeutsch vor
Im Beruf sollte grundsätzlich Hochdeutsch Vorrang haben, insbesondere im Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern. Im beruflichen Alltag kommt es allerdings nicht zuletzt auch immer auf die Gepflogenheiten innerhalb der Firma oder in den einzelnen Abteilungen an.
Ein Dialekt schafft eine vertraute Atmosphäre
Ein Dialekt kann aber auch durchaus im Kundengespräch vorteilhaft sein, denn mit der Sprache werden nicht nur Inhalte vermittelt. Die Sprache kann auch Gefühle transportieren oder ruft sie hervor. Wer zum Beispiel im Außendienst als Versicherungsvertreter arbeitet und gleichzeitig den regionalen Dialekt spricht, schafft dadurch bei Einheimischen Nähe und Vertrautheit. Er zeigt sich mit der Region verbunden und hat unter Umständen einen besseren Draht zum Kunden. Mit Hochdeutsch hingegen assoziiert ein Hörer Professionalität. Es kann dadurch allerdings auch gleichzeitig Distanz schaffen. Im Geschäftsleben ist das aber auch nicht selten gewünscht.
Der eigene Dialekt - für andere eine Fremdsprache
Ein Dialekt in seiner hundertprozentigen Urform ist wie eine eigene Sprache und verlangt seinem Gesprächspartner folglich die Kenntnisse einer Fremdsprache ab. Um klar und unmissverständlich kommunizieren zu können, sollte stets eine „gemeinsame Sprache“ gesprochen werden, die beide sehr gut beherrschen. Allgemein gilt: Je größer Unternehmen sind und je überregionaler sie agieren, desto eher erwarten sie von ihren Mitarbeitern Hochdeutsch. Auch in einem Callcenter ist dies in aller Regel zwingende Voraussetzung und bereits bei der Bewerbung wird darauf größten Wert gelegt.
Beliebtheit und Prestige verschiedener Dialekte
Umfragen belegen, dass der pfälzische und sächsische Dialekt weniger Prestige besitzen als andere Dialekte. Es folgt eine Übersicht über die Wirkung verschiedener deutscher Dialekte:
- Bayerisch: wirkt gemütlich und original, wird akzeptiert
- Berlinerisch: wirkt schnodderig, unfreundlich und unhöflich, wird eher abgelehnt
- Norddeutsch: strahlt Sachlichkeit und Klarheit aus, wird akzeptiert
- Rheinländisch: wird als charmant und sympathisch empfunden, wird akzeptiert
- Sächsisch: Mitarbeiter zweifeln an der Kompetenz, wenn Vorgesetzte so sprechen; wird eher abgelehnt
- Schwäbisch: wirkt sehr behäbig und wird eher abgelehnt
(Quelle: Thomas Rübel vom Büro für Berufsstrategie; Hesse/Schrader)
Tipp
Eine Übung zur Verbesserung der hochdeutsche Aussprache ist das Nachsprechen der Sätze von professionellen Nachrichtensprechern, wie z.B. auch in einem Kommunikationstraining vermittelt wird.