Die Körpersprache im Vortrag
Die Körpersprache beim Vortrag oder einer freien Rede unterscheidet sich grundlegend von der Körpersprache im Alltag, da ein guter Rhetoriker seine Körpersprache in einem Vortrag gezielt einsetzt.
Körperhaltung als Teil der Körpersprache beim Vortrag und in der freien Rede
Vorträge und Reden werden in den allermeisten Fällen im Stehen gehalten. Das Publikum sieht also den ganzen Körper des Sprechers. Besonders wenn kein Rednerpult vor Dir steht, solltest Du deshalb umso mehr auf Deine Körperhaltung achten. Wende bei einem Vortrag Deinen Oberkörper dem Publikum zu. Dabei gilt es aber einige Ding zu beachten: Verschränkte Deine Arme nicht, denn das wirkt unnahbar bis latent aggressiv. Auch eine steife Grundhaltung mit erhobenem Zeigefinger wirkt belehrend. Wenn Du stattdessen ab und zu leicht(!) mit den Knien wippst, wirkst Du lockerer.
Einen Vortrag oder eine Rede solltest Du möglichst frei halten. Man kann das Publikum nicht für sich gewinnen, wenn man mit gesenktem Kopf von seinem Skript abliest. Eine freie Rede ermöglicht die Interaktion mit dem Publikum und den Einsatz verschiedener Medien wie Flipcharts oder einem Beamer.
Körpersprache im Vortrag mit Händen und Füßen
Deine Hände können bei einem Vortrag oder einer freien Rede wichtige Informationen vermitteln oder das gesprochene Wort untermauern und somit Argumente verdeutlichen. Deshalb ist es essentiell, dass Du sie weder blockierst noch mit den Fingern herumspielst und auch nicht verkrampfst. Falls Du nicht weißt, was Du mit Deinen Händen machen sollst, kannst Du in einer Hand ein Hilfsmittel wie einen Stift, ein Zeigegerät oder Notizen halten. Damit solltest Du aber nicht wild „herumwedeln“. Diese Hand sollte weitgehend unbewegt bleiben, während die andere die Rhetorik unterstützt. So kannst Du Deinen Vortrag oder Deine freie Rede lebhafter gestalten. Wenn Du Deine Hände hingegen schlaff an Dir herunterhängen lässt, wirkt das kraftlos.
Die Gestik mit Armen sollte sich hauptsächlich vor dem Oberkörper abspielen, dann entfaltet sie ihre volle Wirkung. Du solltest auch auf Deine Füße achten: Drehe sie keinesfalls nach innen, denn das ist ein Zeichen von Schüchternheit und Unsicherheit.
Folgende Gesten kannst Du bei einem Vortrag oder einer freien Rede maßvoll einsetzen:
- Breitest Du Deine Arme aus, wirkst Du offen.
- Führst Du Deine Arme zusammen, fasst Du Argumente und Inhalte zusammen.
- Streckst Du Deine Arme mit den Handflächen nach oben in Richtung Publikum, präsentierst oder „überträgst“ Du Informationen.
- Ziehst Du Deine Arme zu Dir hin, forderst Du etwas ein oder sprichst von Dir selbst und der Gruppe, die Du repräsentierst.
Blickkontakt beim Vortrag und der freien Rede
Den Blickkontakt mit einem gesamten Auditorium zu halten ist sehr schwierig. Wähle deshalb im Raum verteilt einige Zuschauer als Fixpunkte und wechsle Deinen Blick in kurzen Zeitabständen, circa alle zwei bis drei Sekunden, zwischen ihnen. Je weiter Du vom Publikum entfernt stehst, desto mehr Zuhörer haben den Eindruck, dass Du sie ansiehst. Blickkontakt ist der Schlüssel zu einem gelungenen Vortrag.
Nicht zuletzt das Wissen über Körpersprache unterscheidet schlechte Redner von erfolgreichen Rednern. Dementsprechend kannst Du Deine Körpersprache im Vortrag oder bei einer freien Rede zu Deinem Vorteil nutzen. Oft reichen schon kleine Bewegungen, Gesten und Blicke, um Deinen Vortrag aufzupeppen und das Publikum für sich zu gewinnen. In Rhetorikseminaren kannst Du den richtigen Umgang und die wichtigsten Grundlagen für einen gelungenen Vortrag erlernen.