Türöffner zum neuen Job

Das Anschreiben: Tipps zu Inhalt und Gestaltung

Das Anschreiben: Tipps zu Inhalt und Gestaltung

Das Anschreiben muss den Personaler sofort davon überzeugen, dass man der oder die Richtige für diesen Job ist. Es ist der Türöffner jeder guten Bewerbung und enthält Informationen zu den Qualifikationen, Kenntnissen und Erfahrungen sowie der Motivation des Bewerbers. Darüber hinaus muss man in dem Anschreiben überzeugende Argumente liefern, warum man bestens zu dem Unternehmen passt. ABSOLVENTA gibt Bewerbern praktische Tipps fürs Anschreiben.

Inhalt und Gestaltung des Anschreibens müssen zwingend stimmen, sonst endet das Personalauswahlverfahren, bevor es richtig begonnen hat. Ein Großteil der Bewerbungen wird von den HR-Managern aussortiert, nachdem sie sich nach Ansicht von Anschreiben und Lebenslauf einen ersten Eindruck des Kandidaten verschafft haben. Stimmt der nicht, werden die restlichen Bewerbungsunterlagen gar nicht mehr angeschaut, sondern es wird direkt eine Absage verfasst.

Formalien beim Anschreiben

Ein Anschreiben bietet nur wenig Platz, um das Unternehmen von seiner Motivation, seinem Interesse und seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Länger als eine DIN-A4-Seite sollte es nämlich keinesfalls sein. Benutze eine gut lesbare Schrift, eine Schriftgröße zwischen 10 und 12 Punkten sowie ein übersichtliches Layout. Das Anschreiben muss absolut fehlerfrei sein. Fehler in der Adresse, beim Namen der Ansprechpartner, in der Rechtschreibung, Grammatik oder Kommasetzung fallen den Personalern sofort auf. Sei also sehr sorgfältig, wenn du ein Anschreiben für deine Bewerbungsunterlagen verfasst. Lass es unbedingt von jemandem Kontrolle lesen, bevor du es verschickst.

Betreff und Anrede im Anschreiben

Das Anschreiben einer Bewerbung hat immer einen Betreff. Er wird in der Regel als einziger Bestandteil des Textes „fett“ formatiert. Früher schrieb man als erstes Wort der Betreffzeile „Betreff“ – das gilt mittlerweile als überholt. In den Betreff des Anschreibens schreibt man nur die genaue Position, auf die man bewirbt, falls angegeben mit Referenznummer, z.B.: „Bewerbung um die Stelle als Sales Manager, Ref.-Nr. 0123-4567“.

Nach dem Betreff folgt die Anrede. In vielen Stellenangeboten wird bereits ein Ansprechpartner erwähnt, meist ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung. Enthält das Stellenangebot keinen Namen, kann man sich auf der Homepage der Firma oder telefonisch nach dem genauen Ansprechpartner erkundigen. Ist deine Suche nicht von Erfolg gekrönt, schreibe als Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,…“.

Beachte: Die Anrede „Sie“ und „Ihr“ wird in Briefen und somit auch im Anschreiben immer groß geschrieben. Ansonsten ist es ein grober Rechtschreibfehler!

Die Einleitung deines Anschreibens

Da man bereits in der Betreffzeile darauf verweist, dass man mit dem Anschreiben auf eine Stellenanzeige antwortet (oder eine Initiativbewerbung gestartet hat), muss dies in den ersten Zeilen nicht noch einmal wiederholt werden. Damit fallen Formulierungen wie „hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als…“ weg. Tipp: Wenn es eine förmliche Stelle ist, z.B. ein Finance-Job, darf das Bewerbungsschreiben ruhig etwas förmlicher sein. Bei einem Marketing-Job hingegeben sollte es etwas ausgefallener sein. Doch in jedem Fall muss der erste Satz individuell sein, damit die Bewerbung sofort positiv auffällt.

Statt der 08/15-Bewerbungsfloskelbegeistert habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ sollte man lieber Formulierungen verwenden wie: „für die Stelle als … bringe ich bereits erste Erfahrungen in … durch … mit.“ Eine solche Formulierung im Anschreiben bietet dir zudem den fließenden Übergang zu deinen Qualifikationen wie Studium, Berufserfahrungen oder Praktika. Überzeuge sie durch deine Fachkompetenz, die man gekonnt mit Projekten oder sonstigen Qualifikationen verknüpfst. Beachte: Weder Zeit noch Platz verschwenden – komm gleich zur Sache!

Im Anschreiben die Motivation darlegen

Überlege genau, welche Punkte dir an dem Stellenangebot besonders gefallen. Greife genau diese Punkte im Anschreiben auf und setze deine Fähigkeiten und deine Persönlichkeit dazu in Beziehung. Lege dabei ein gesundes Selbstbewusstsein an den Tag, ohne arrogant oder überheblich zu wirken. Zeig dich zuversichtlich, dass du die erforderlichen Qualifikationen mitbringst und motiviert bist.

Beschreibe dem Personaler im nächsten Schritt, warum dich diese Stelle besonders interessiert. Geh dabei nicht nur auf die fachlichen Herausforderungen ein, sondern auch auf andere interessante Merkmale des Jobs, z.B.: „Der Bereich ABC interessiert mich schon seit langer Zeit, da ich ...

Soft Skills und Selbstdarstellung

Die Personaler wollen auch etwas über den Charakter des Bewerbers erfahren, nicht nur über seine Fachkenntnisse. Komme deshalb (im Mittelteil) des Anschreibens auch auf deine Soft Skills zu sprechen. Dafür gibt es keine Noten oder Zeugnisse, man kann diese im Prinzip nur zwischen den Zeilen belegen. Hinweise darauf bieten hier u.a. längere Auslandsaufenthalte (Studium, Praktikum, Work & Travel), Ehrenämter, Auszeichnungen, Hobbys, besondere Talente und außergewöhnliche Erfahrungen.

Hierbei sollte man den Fokus auf die sozialen Kompetenzen legen, die für den Wunschberuf wichtig sind. Sind gute Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist gefragt, kann man auf einen Mannschaftssprit verweisen, den man ausübt (oder lange ausgeübt hat). Bei den Eigenschaften „Verantwortungsbewusstsein“ und „Führungspersönlichkeit“ kann man zum Beispiel eineTätigkeit als Tutor oder Nachhilfelehrer an der Uni angeben.

Beachte: Eine bloße Aufzählung positiver Eigenschaften tut ein Personaler wie eine Standardfloske ab. Verknüpfst man seine Soft Skills im Anschreiben allerdings mit bestimmten Tätigkeiten, wirkt die Selbstdarstellung authentisch. So weckt man das Interesse des HR-Managers.

Anschreiben – Der letzte Absatz

Der letzte Absatz des Anschreibens liefert Zusatzinformationen, z.B. den frühstmöglichen Starttermin oder den Gehaltswunsch. Den Lohn gibt man immer als Brutto-Betrag an. Wenn es in der Stellenanzeige nicht extra gefordert wird, kann man auf die Gehaltsangabe verzichten Unser Gehaltsvergleich hilft Hochschulabsolventen dabei, einen realistischen Brutto-Lohn zu ermitteln.

Motivation bis zum Schluss

Vermeide am Ende Konjunktiv-Sätze wie: „Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören“. Solche Formulierungen wirken zu schüchtern. Wenn du dich wirklich freust, dann bringt das auch unmissverständlich zum Ausdruck: „Ich freue mich auf eine Einladung nach Stuttgart zu einem Bewerbungsgespräch. Gerne möchte ich Sie im persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten und meiner Motivation für den Job als Betriebswirt überzeugen“.

Vor deiner Unterschrift steht das obligatorische „Mit freundlichen Grüßen“, wobei man hinter dieser Schlussfloskel kein Komma setzt, sondern einfach darunter seinen vollständigen Namen schreibt.

Unterschrift

Dein Anschreiben endet im Idealfall mit der Unterschrift zwischen  dem "Mit Freundlichen Grüßem" und dem getippten Namen (Vor- und Zuname). Eine Unterschrift ist bei einer elektronischen Bewerbung zwar nicht zwingend notwendig, doch bei einer E-Mail- oder Online-Bewerbung wirkt es kompletter und professioneller, wenn man seine Unterschrift für das Anschreiben einscannt.

Vermeide Unterschriften mit Filzstiften, Bleistiften, Feinlinern und Co. Greife ausschließlich zu einem Kugelschreiber oder einem Füller, mit dem du gut schreiben kannst. Überprüfe vorher, dass der Stift beim ersten Strich nicht versagt und probiere ihn zunächst auf einem Schmierzettel aus. Beachte: Unterschriften werden entweder mit blauer oder schwarzer Tinte getätigt.

Fazit

Versuche das Anschreiben und Lebenslauf inhaltlich möglichst genau an die Anforderungen der Stelle anzupassen. Überzeuge mit Kompetenz, Professionalität und Motivation. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Wir wünschen viel Erfolg für das Anschreiben und die gesamte Bewerbung!


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