Bezahlter Urlaub?

Urlaubsgeld

Urlaubsgeld

Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Vor allem, wenn man das nötige Kleingeld in der Tasche hat. Manche Arbeitgeber versüßen ihren Arbeitnehmern die freie Zeit noch durch die Zahlung zusätzlichen Geldes. Das Urlaubsgeld ist allerdings keine gesetzlich festgelegte Gratifikation, sondern eine rein freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers.

Regelungen zum Anspruch auf Urlaubsgeld

Genau wie das Weihnachtsgeld ist das Urlaubsgeld grundsätzlich eine freiwillige finanzielle Zusatzleistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht. Allerdings können vertragliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu der Entstehung eines Anspruchs führen. Ein Anspruch auf Urlaubsgeld kann im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgeschrieben sein.

Beim Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld spricht man auch vom 13. bzw. 14. Monatsgehalt. Die Auszahlung ist in der Regel nicht direkt an den Zeitpunkt des Urlaubs gekoppelt, sondern wird meist als Einmalzahlung zusammen mit dem Mai- oder Junigehalt ausgezahlt. Das Urlaubsgeld ist somit ein Bestandteil des Jahresgehalts.

Das Urlaubsgeld kann ein Festbetrag oder prozentual an den Monatslohn gekoppelt sein. In jedem Fall ist es komplett steuer- und sozialabgabenpflichtig, da es in dem Monat der Auszahlung auf den regulären Lohn draufgeschlagen wird. Dadurch verringert sich der eigentliche Betrag des Urlaubsgelds. Doch dadurch, dass man auf diese Weise etwas mehr in seine Rentenversicherung einzahlt, wirkt sich das auch positiv auf die spätere Rente aus.

Die Zahlung des Urlaubsgeldes ist möglicherweise an bestimmte individuelle Vereinbarungen gebunden. Beispielsweise lassen sich bestimmte Wartefristen bis zur erstmaligen Zahlung vereinbaren. Auch ist es möglich, dass kein oder nur ein anteiliges Urlaubsgeld gezahlt wird, wenn man in Elternzeit, über einen längeren Zeitraum krank oder erst seit weniger als einem Jahr in dem Betrieb beschäftigt ist.

Unterschied zum Urlaubsentgelt

Grundsätzlich muss man zwischen dem Urlaubsgeld und dem Urlaubsentgelt unterscheiden. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um die ganz normale Lohnfortzahlung, die man während der Urlaubszeit erhält. Das Gehalt wird also nicht reduziert, wenn man wegen Urlaub weniger Tage im Betrieb ist. Das Urlaubsgeld ist hingegen eine Extra-Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die zusätzlich zum regulären Gehalt gezahlt wird.

Fälligkeit und Zahlungsanspruch bei Kündigung

Wenn das Arbeitsverhältnis gekündigt wurde, und man noch Anspruch auf Urlaubstage hat, diese aber nicht in Anspruch nehmen kann, müssen sie finanziell abgegolten werden.

Auch (anteiliges) Urlaubsgeld ist selbst im Falle einer Kündigung fällig. Sogar im Todesfall können Angehörige noch Anspruch auf Urlaubsgeld erheben, falls zum Todeszeitpunkt das Urlaubsgeld zwar fällig, aber noch nicht ausgezahlt wurde.

Streichung von Urlaubsgeld nicht ohne Weiteres möglich

Gerade in wirtschaftlich schwachen oder unsicheren Zeiten versuchen Arbeitgeber von freiwilligen Zusatzleistungen zurückzutreten oder diese zu kürzen. Auf diese Weise wollen sie Personalkosten sparen. Ist das Urlaubsgeld im Tarifvertrag, in den Betriebsvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag festgeschrieben, ist das jedoch nicht so ohne Weiteres möglich. Dann muss neu verhandelt werden.

Selbst auch wenn keine vertragliche Vereinbarung existiert, kann der Arbeitgeber das Urlaubsgeld unter bestimmten Voraussetzungen nicht einfach streichen. Hat der Arbeitgeber drei Jahre in Folge einen gleichbleibenden Betrag als Urlaubsgeld an seine Angestellten ohne ausdrücklichen Vorbehalt ausgezahlt, dann gilt das als so genannte Betriebliche Übung („Gewohnheitsrecht“). Durch die betriebliche Übung werden freiwillige Leistungen des Arbeitgebers zu verpflichtenden, denen sich der Arbeitgeber nicht mehr einseitig entziehen kann. Er kann die Zahlung also nicht ohne Weiteres einstellen, sondern muss drei Jahre in Folge mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Sonderleistung in Zukunft eingestellt wird, zahlen. Legt aber keiner der Arbeitnehmer Widerspruch ein, gilt die betriebliche Übung als aufgehoben, und der Arbeitgeber muss kein Urlaubsgeld zahlen.

>> Urlaub im Praktikum – Anspruch oder nicht?

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