Urlaubsgeld ist ein Bestandteil des Jahresgehalts

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Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Manche Arbeitgeber versüßen ihren Arbeitnehmern die Zeit noch durch die Zahlung eines zusätzlichen Gehalts. Das Urlaubsgeld ist allerdings keine gesetzlich festgelegte Gratifikation, sondern eine rein freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers, um die geleistete Arbeit besonders zu entlohnen.

Wie auch das Weihnachtsgeld, ist das Urlaubsgeld grundsätzlich eine freiwillige, finanzielle Zusatzleistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer. Einen direkten gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht. Allerdings können vertragliche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu der Entstehung eines Anspruchs führen. Da das Urlaubsgeld meistens in Höhe eines halben oder eines vollen Gehalts gezahlt wird, ist es steuer- und sozialabgabenpflichtig. Gemäß dem Gleichberechtigungsgrundsatz müssen alle Angestellten, egal ob Teilzeit- oder Vollzeitkräfte, Urlaubsgeld erhalten. Allerdings reduziert sich die Summe des Urlaubsgeldes je nach geleisteten Wochenstunden.

Anspruch auf Urlaubsgeld

Grundsätzlich muss zunächst zwischen dem Urlaubsentgelt und dem Urlaubsgeld unterschieden werden. Beim Urlaubsentgelt handelt es sich um die ganz normale Lohnfortzahlung, die Du während der Urlaubszeit erhältst. Das Urlaubsgeld ist hingegen eine Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die zusätzlich zum regulären Gehalt gezahlt wird. Auch wenn es keine gesetzliche Regelung gibt, kannst Du unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf Urlaubsgeld haben. Dieser Anspruch kann im Tarifvertrag, in den Betriebsvereinbarungen oder in Deinem Arbeitsvertrag festgeschrieben sein. Die Zahlung des Urlaubsgeldes ist möglicherweise an bestimmte individuelle Vereinbarungen gebunden. Beispielsweise lassen sich bestimmte Wartefristen bis zur erstmaligen Zahlung vereinbaren oder Dein Arbeitsverhältnis muss ungekündigt sein, um einen Anspruch auf Urlaubsgeld zu haben. Das Urlaubsgeld kann ebenso an die tatsächliche Gewährung des Urlaubs gebunden sein. Allerdings ist es möglich, dass kein Urlaubsgeld gezahlt wird, wenn Du in Elternzeit oder über eine längere Periode krank bist.

Fälligkeit von Urlaubsgeld und Zahlungsanspruch bei Kündigung

Der Zeitpunkt der Zahlung und auch die Höhe des Urlaubsgeldes sind grundsätzlich Verhandlungssache zwischen Dir und Deinem Arbeitgeber. Allerdings gibt es keine eindeutige Rechtsprechung darüber, ob das Urlaubsgeld vor oder nach in Anspruch genommenem Urlaub zu zahlen ist. Meistens wird das Urlaubsgeld mit dem Mai- oder Junigehalt ausgezahlt.

Wenn Dein Arbeitsverhältnis gekündigt ist und Du noch Anspruch auf Urlaubstage hast, diese aber nicht in Anspruch nehmen kannst, müssen sie finanziell abgegolten werden. Damit wird auch das Urlaubsgeld fällig. Selbst im Todesfall kann durch die Angehörigen noch der Anspruch auf Urlaubsgeld wahrgenommen werden, falls zum Todeszeitpunkt das Urlaubsgeld zwar fällig, aber noch nicht ausgezahlt wurde. Dabei ist allerdings immer zu berücksichtigen, dass ein vertraglicher Anspruch auf Urlaubsgeld bestehen muss.

Streichung von Urlaubsgeld

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, versuchen Arbeitgeber von freiwilligen Zusatzleistungen zurückzutreten oder diese zu kürzen. Ist das Urlaubsgeld im Tarifvertrag, in den Betriebsvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag festgeschrieben, ist das nicht so ohne weiteres möglich. Aber auch wenn keine vertragliche Vereinbarung existiert, kann der Arbeitgeber das Urlaubsgeld unter bestimmten Voraussetzungen nicht einfach streichen. Hat der Arbeitgeber drei Jahre in Folge einen gleichbleibenden Betrag als Urlaubsgeld an seine Angestellten ohne ausdrücklichen Vorbehalt ausgezahlt, dann gilt das als so genannte „betriebliche Übung“. Er kann die Zahlung also nicht ohne Weiteres einstellen, sondern muss drei Jahre in Folge mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Sonderleistung in Zukunft eingestellt wird, zahlen. Legt keiner der Arbeitnehmer Widerspruch ein, gilt die betriebliche Übung als aufgehoben.

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