Die Case Study Lösung
Für die Lösung einer Case Study gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für die Postkorbübung: Gehe ruhig und systematisch an die Aufgaben heran. Lies den Text zunächst genau durch und mache Dir dann Stichpunkte zu den wichtigsten Daten. Du kannst an die Case Study viel gelassener herangehen, wenn Du im Vorfeld Beispiel-Cases übst.
Neben dem Frage- und Antwort-Interview kannst Du vor allem in späteren Bewerbungsrunden auch schriftliche Cases erhalten, die Du dem Assessor präsentieren musst. Sei für diesen Fall auch darauf vorbereitet, eine Präsentation auf Englisch zu halten.
Um Probleme strukturiert zu lösen, empfehlen wir Dir die folgende Vorgehensweise:
1. Löst Du das richtige Problem?
Häufig werden die Aufgaben von den Personalern bewusst allgemein gehalten. Lass Dich nicht in die Irre führen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welches Problem Du eigentlich lösen sollst, versuche weitere Informationen zu erhalten. Eine große Hilfe ist, wenn Du die zentrale Problemstellung in einem Satz zusammen fasst. So ordnest Du Deine Gedanken und stellst im Interview sicher, dass Du die Frage richtig verstanden hast.
2. Wendest Du die richtige Struktur an?
Wenn Du die Problemstellung gut strukturierst hast, ist der Case schon halb gelöst. Überlege Dir, wie sich das Problem in Teilprobleme zerlegen lässt. Betrachte die Aufgabenstellung dabei zunächst aus der Vogelperspektive und erst bei der Analyse im Detail. Ein typischer Fehler ist es, sich gleich am Anfang in Einzelheiten festzubeißen. Bearbeite die Teilprobleme anhand Deiner Struktur und vergegenwärtige Dir immer wieder, an welcher Stelle Deiner Struktur Du Dich gerade befindest.
3. Welche Handlungsalternativen gibt es?
Nachdem Du die Problemstellung strukturiert hast, kannst Du Dich an das Lösen der Case Study machen. Basic Frameworks und Fortgeschrittene Frameworks helfen Dir die Case Study zu strukturieren. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welches die richtige Lösung ist, dann führe die verschiedenen Handlungsalternativen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen auf. Auch wenn Du eine Option nicht weiter verfolgst, solltest Du sie zumindest erwähnen. Damit zeigst Du, dass Du in mehrere Richtungen gedacht hast.
4. Was sind die relevanten Rahmenbedingungen?
Um zur richtigen Lösung zu gelangen ist es hilfreich, das Unternehmensumfeld zu kennen. Deshalb kann es nicht schaden, wenn Du im Vorfeld den Wirtschaftsteil Deiner Zeitung studierst. In einem Case Study- Interview kannst Du durch gezielte Fragen herausfinden, welche Rahmenbedingungen für den speziellen Fall relevant sind.
Grundsätzlich ist spezifisches Wissen über ein Unternehmen oder eine Branche ein Vorteil, aber kein Muss. Es sei denn, das Wissen ist eine Voraussetzung für die ausgeschriebene Stelle. Wenn Du in der jeweiligen Branche bereits Erfahrungen gesammelt hast, werden natürlich auch höhere Erwartungen an Dich gestellt. Genauso müssen Kandidaten mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund mit Fragen rechnen, die ein tieferes Verständnis von Geschäftsmodellen und –prozessen erfordern. Von allen anderen Kandidaten wird erwartet, dass sie zumindest über betriebswirtschaftliche Basiskenntnisse verfügen.
Fazit für die Case Study Lösung
Begründe alle Entscheidungen, damit Du selbst und der Personaler nachvollziehen können, wie Du zu der Lösung gekommen bist. Wenn Du mehrere Fälle bearbeiten musst, teile Dir genau ein, wie viel Zeit Du für eine Aufgabe verwenden kannst. Es gibt meistens keine hundertprozentig richtige Lösung für eine Aufgabe. Findest Du keine Lösung, ist es besser, einfach einige Lösungsansätze zu skizzieren, als die Aufgabe gar nicht zu lösen. Es ist darüber hinaus möglich, dass Deine Lösung von der Lösung des Personalers abweicht aber trotzdem richtig ist. Vor allem im Interview gilt: Lass Dich nicht verwirren, sei in Deinen Antworten konkret und vertrete Deinen Standpunkt selbstbewusst – allein das wird dem Personaler positiv auffallen.
Buchtipp