Der tabellarische Lebenslauf ist für eine Bewerbung die gängigste Form eines Lebenslaufs. Ein tabellarischer Lebenslauf bietet dem Personaler, im Gegensatz zum ausführlichen Lebenslauf, eine übersichtliche Aufstellung Deines bisherigen Werdeganges, Deiner Abschlüsse und Qualifikationen. Zur ersten Bewertung ist ein tabellarischer Lebenslauf für Personaler ideal. Neben dem Inhalt kommt es bei einem tabellarischen Lebenslauf auch stark auf die Übersichtlichkeit und das Design an.
Wichtige Daten für Deinen tabellarischen Lebenslauf sind:
Inhaltlich kommt es auf eine lückenlose Darstellung Deines Werdeganges an. Wenn Lücken auftreten, sollten diese von Dir angemessen erklärt werden können. Beachte: Kleinere Lücken im Lebenslauf unter drei Monaten werden häufig nicht weiter beanstandet. Warst Du in dieser Zeit auf Arbeitssuche kannst Du das auch so angeben. Hast Du in dieser Zeit Kurse, wie z.B. Sprachkurse, Rhetorik oder ähnliches absolviert, gib dies ebenfalls an.
Früher war es üblich die Namen der Eltern und ihre Berufe im tabellarischen Lebenslauf anzugeben, darauf verzichtet man heute. In die Rubrik „Persönliche Daten“ gehören allenfalls Deine Kontaktdaten, wenn sie nicht bereits in der Kopfzeile stehen oder andere Angaben zu Deiner Person. Dazu gehören Informationen wie Geburtsort, Geburtsdatum und Familienstand. Weitere Daten wie Deine Religion, die früher durchaus üblich waren, stehen heute nur noch aus steuerrechtlichen Gründen in den Personalakten, nicht aber im Lebenslauf.
Bei der Rubrik Studium sind für den Personaler vor allem Studienschwerpunkte und die Noten (Zwischenprüfung, Vordiplom, Abschlussarbeit und Abschluss) sehr interessant. Auch das Thema der Abschlussarbeit ist ein wichtiger Inhalt der Bewerbung. So lassen sich Deine Ausrichtung und Einzelleistungen während des Studiums einsehen. Schulische Leistungen sind für den Arbeitgeber nur noch teilweise interessant. Erwähne in einem tabellarischen Lebenslauf nur den letzten Schulabschluss, also z.B. Abitur oder Fachabitur und andere. In der Regel verzichtet man aber auf Angaben wie Leistungskurse und Ähnliches. Gib die Endnote von Abitur oder Fachabitur an.
In einem tabellarischen Lebenslauf gibst Du Deinen Werdegang zwar nur stichpunktartig wieder, dennoch solltest Du zwingend angeben, welche Tätigkeiten Du in Deinem Praktikum ausgeübt hast. Erläutere kurz Deine Aufgaben und gegebenenfalls, wie lange die einzelnen Projekte gedauert haben. Für den Personaler ist interessant, welche Aufgaben Du erfüllt hast und was Dein Verantwortungsbereich war. Mit einer Angabe wie „Drei Monate Praktikum im Marketing bei der Firma XYZ in Frankfurt“ hingegen kann der Personaler nichts anfangen. Bisherige Berufserfahrung 06/2007-08/2009 XYZ GmbH, Berlin Projektassistenz PR/Öffentlichkeitsarbeit
Beachte: Bedenke bei der Aufzählung Deiner beruflichen Erfahrung, dass Du Deinen tabellarischen Lebenslauf genauso wie Dein Anschreiben auf die jeweilige Stelle ausrichtest solltest. Hast Du mehrere Praktika abgeleistet, gib nur diejenigen an, die Dich in diesem Bewerbungsprozess tatsächlich weiterbringen können. Liste auch Nebenjobs auf, die mit dem gewählten Berufsfeld zu tun haben.
Unter der Rubrik „Sonstiges“ oder weiteren Unterkategorien kannst Du Deine IT- und Fremdsprachenkenntnisse angeben. Auch bei diesen Informationen sollte eine Selbsteinschätzung erfolgen z.B. Englisch (verhandlungssicher), Spanisch (Grundkenntnisse), MS Office (sehr gut) etc. Mache auch hier Anmerkungen woher diese Kenntnisse stammen: Aber Vorsicht: Sei ehrlich bei Deiner Selbstbewertung. Einige Personaler prüfen schon während eines Bewerbungsgesprächs die Qualität von Fremdsprachenkenntnissen oder beispielsweise das Wissen um eine relevante Anwendungssoftware. Nicht selten wird ein Vorstellungsgespräch teilweise auf Englisch geführt, wenn man gute bis sehr gute Englischkenntnisse in der Bewerbung angibt, als eine Art Kompetenztest. Auch bei Bewerbungen gilt: Ehrlich währt am längsten!
Soft Skills oder soziale Kompetenzen sind für einige Berufsgruppen enorm wichtig. Sie zeigen z.B. Deine Interessenvielfalt oder Deinen Umgang mit anderen Menschen. Führe Soft Skills aber nie einzeln im tabellarischen Lebenslauf auf, wie: „Soft Skills - Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke“. Beachte: Gib deshalb auch solche Kurse an, die nicht unbedingt zu Deinem Fachbereich gehören. Hast Du etwa als BWL-Student eine eher exotische Sprache wie Japanisch gelernt oder einen HTML-Kurs als Biologe absolviert, solltest Du auch diese Seminare angeben, wenn sie zu dem jeweiligen Jobangebot passen. Sie könnten der markante Vorteil gegenüber Deinen Mitbewerbern sein. Denn sie zeigen erneut besondere Kenntnisse und zudem Soft Skills, wie z.B. Lernbereitschaft oder interkulturelle Kompetenz. Besonders Auslandsaufenthalte zeigen interkulturelle Kompetenzen, die für Personaler oft sehr wichtig sind. Wenn Du Auslandserfahrungen aufführst, dann gib auch die Art und Dauer der Erfahrung an, z.B. Auslandssemester, Auslandspraktikum oder Sprachreisen.
Belege Deine Soft Skills auch durch Deine Freizeitaktivitäten: Betreibst Du einen Teamsport oder engagierst Dich in einem Verein oder einer Organisation, führe es an. Der Personaler kann daraus ebenfalls Soft Skills wie Teamfähigkeit oder Kommunikationsstärke lesen und ein Persönlichkeitsprofil erstellen. Ein anderes Beispiel:
Hier zeigst Du, dass Du Dich auch in Deiner Freizeit mit etwas beschäftigst, dass in Deinem Beruf Anwendung finden kann, z.B. Erfahrungen mit Reifenabrieb oder besonderen Witterungsverhältnissen. Sei hier aber nicht ausführlicher als im Rest Deines Lebenslaufs. Zeige dem Personaler wie breitgefächert Deine Interessen sind, aber erwecke nicht den Eindruck, dass Du am liebsten Freizeit hast. Bedenke auch, dass manche Hobbys wie Extremsportarten ein Verletzungsrisiko tragen und Dich deshalb wenig verantwortungsbewusst erscheinen lassen.
Abgeschlossen wird der Lebenslauf von Ort, Datum und Unterschrift. Die Unterschrift kannst Du bei einer Email-Bewerbung oder einer anderen Form der Online-Bewerbung auch weglassen oder maschinell ersetzen. Vollwertiger wirkt es jedoch, wenn Du Deine Unterschrift einscannst und in das entsprechende Dokument einfügst. Versuche Deinen tabellarischen Lebenslauf gut leserlich zu unterschreiben. Aktualisiere mit jeder Bewerbung auch das Datum Deines tabellarischen Lebenslaufs, wenn Du nur Kleinigkeiten veränderst. Gib das Datum an, das Du auch für das Anschreiben verwendest, denn es macht einen schlechten Eindruck, wenn im Anschreiben ein späteres Datum steht als im Lebenslauf. Der Arbeitgeber geht davon aus, dass Du Deine Bewerbungsunterlagen auf dem neuesten Stand hältst.
Der tabellarische Lebenslauf trägt in aller Regel die wenig überaschende Überschrift „Lebenslauf“. Auf der ersten Seite des Lebenslaufs werden Bewerbungsfotos in der Regel rechts platziert, sofern Du kein Deckblatt inklusive Deines Fotos erstellt hast. Platziere Deine Kontaktdaten links daneben oder gib sie in der Kopfzeile an. Wähle für Deinen Lebenslauf einen neutralen Schrifttyp (z.B. Arial, Times New Roman) und als Schriftgröße 11 oder 12 Punkte. Bei Kreativbewerbungen darfst Du aber durchaus von diesen Standardschrifttypen abweichen. Beachte: Der Personaler muss den Lebenslauf immer problemlos lesen können. Verzichte daher auf allzu große Schnörkeleien. Insgesamt muss die Darstellung übersichtlich und klar strukturiert sein. Wähle stets ein Design, das nicht vom Inhalt ablenkt. Falls Du Dir einige Möglichkeiten anschauen möchtest, wie Du einen tabellarischen Lebenslauf gestalten kannst, klicke auf Bewerbungsvorlagen.
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