Englische Bewerbungen unterschieden sich maßgeblich von deutschsprachigen. Zudem gibt es Unterschiede zwischen amerikanischem Englisch (AE) und dem britischen Englisch (BE). Dies äußert sich nicht nur in der Schreibweise, sondern auch in den Formalien der englischsprachigen Bewerbungsmappe.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass der Lebenslauf auch im AE „Curriculum Vitae“ oder kurz „C.V.“ heißt. Dies ist nur in Großbritannien der Fall! Im AE spricht man von einem „Resume“, wenn der Lebenslauf in den Bewerbungsunterlagen gemeint ist. Auch die Gestaltung des Lebenslaufs differiert etwas. Der Resume ist etwas kürzer und wird deshalb stichpunktartig erstellt, der CV beinhaltet z.B. ganze Sätze. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: Weder in GB noch in den USA schickt man unaufgefordert ein Bewerbungsfoto mit dem CV oder Resume mit. In den USA kann dies mitunter sogar für einen sofortigen Ausschluss von weiteren Bewerbungsrunden sorgen. Der Grund liegt darin, dass die Diskriminierung von Minderheiten verhindert werden soll. Diese Regelungen reichen sogar so weit, dass auch Geburtstag und Geburtsort, Religion oder Ethnie nicht erwähnt werden dürfen. Da die Regelungen des „Anti-Discrimination Act“ von den jeweiligen Bundesstaaten ausgelegt werden, variieren sie sehr stark. Aus diesem Grund solltest Du derartige Informationen bei Deiner Bewerbung unbedingt vermeiden.
Bei der englischen Bewerbung werden nicht Unterschrift samt Datum und Ort der Unterschrift unter den Lebenslauf gesetzt. Zudem werden anders beim CV, bei einem Resume (AE) keine Hobbys angegeben. Bei der Bewerbung kann Dein Hochschulstudium, je nach Reputation Deiner Universität, ein wichtiger Faktor sein. In den USA und Großbritannien ist der Ruf der Universität ein entscheidendes Entscheidungskriterium. Ist Deine Universität nicht sehr bekannt oder spezialisiert, aber ein Professor z.B. ein hoch gehandelter Forscher auf dem Gebiet, rückt die Universität etwas in den Hintergrund. Wenn Du dazu noch einen Letter of Recommendation von einem Professor vorweisen kannst, umso besser.
Für eine Bewerbung an britischen sowie US-amerikanischen Universitäten und Schulen gibt es noch zusätzlich zu der normalen Bewerbungsmappe das Personal Statement, in dem ein bestimmtes Thema aufgegriffen und in einem Essay ausgeführt wird. Dieser Essay gilt neben dem sogenannten Letter of Motivation , der als wichtiges K.O.-Kriterium ansonsten vor allem für Praktika unerlässlich ist. In einem Letter of Motivation schildert man seine Beweggründe, ein Praktikum oder ein Studium im Ausland anzutreten und stellt gleichzeitig heraus, warum man als Bewerber für diese Aufgabe gut geeignet ist. Als Beweis Deiner Motivation dient unter anderem der C.V. bzw. Resume oder aber die Letters of Recommendation. Diese musst Du häufig bei einer Bewerbung im Ausland ebenfalls einreichen, ganz unabhängig von der Position, auf die Du Dich bewirbst. Englische Bewerbungen zu schreiben heißt nicht nur, sich in eine andere Sprache, sondern auch in eine andere Kultur und in andere Gepflogenheiten einzufühlen. Aus diesem Grund ist es hilfreich, wenn Dir ein Muttersprachler oder jemand mit sehr guten Englischkenntnissen Hilfestellung leistet, um (zumindest den gängigsten) Fehlern vorzubeugen.
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