Das Anschreiben muss den Leser sofort davon überzeugen, dass Du der oder die Richtige für diesen Job bist. Dein Anschreiben ist der Türöffner jeder guten Bewerbung und enthält Deine Qualifikationen, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Deine Motivation, für den Job und für die jeweilige Firma zu arbeiten. Darüber hinaus musst Du in dem Anschreiben überzeugende Argumente liefern, warum nur Du zu dieser Firma passt und niemand anderes. Inhalt und Form des Anschreibens müssen zwingend stimmen, sonst wird Deine Bewerbung möglicherweise nicht länger berücksichtigt.
Ein Anschreiben bietet Dir nur wenig Platz, das Unternehmen von Deiner Motivation, Deinem Interesse und Deinen Fähigkeiten zu überzeugen. Länger als eine Din-A4-Seite sollte es nämlich keinesfalls sein. Benutze eine gute lesbare Schrift zwischen 10 und 12 Punkten und ein übersichtliches Layout. Das Anschreiben muss absolut fehlerfrei sein. Fehler in der Adresse bei Namen oder orthografische Schnitzer fallen den Personalern sofort auf. Sei also sehr sorgfältig, wenn Du ein Anschreiben für Deine Bewerbungsunterlagen verfasst.
Das Anschreiben Deiner Bewerbung hat immer einen Betreff. Dieser wird in der Regel als einziger Bestandteil des Textes „fett“ formatiert. Früher schrieb man als erstes Wort der Betreffzeile „Betreff“ - das gilt mittlerweile als überholt. In den Betreff Deines Anschreibens schreibst Du nur die genaue Position auf die Du Dich bewirbst. Beziehst Du Dich auf eine Stellenanzeige aus der Zeitung oder dem Internet, nenne die jeweilige Quelle, das Erscheinungsdatum und die Referenznummer, z.B.: „Bewerbung um die Stelle als Projektmanager Ihre Stellenanzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 04.10.2009, Ref.-Nr. 0123-4567“ Nach dem Betreff folgt die Anrede. In vielen Stellenangeboten wird bereits ein Ansprechpartner erwähnt, meist ein Personaler. Enthält das Stellenangebot keinen Namen, erkundige Dich bei der jeweiligen Firma nach dem genauen Ansprechpartner. Oft findest Du sie oder ihn bereits über die firmeneigene Homepage. Ist Deine Suche nicht von Erfolg gekrönt, schreibe als Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,…“. Beachte: Auch wenn Du „Sie“ und „Ihr“ in Briefen klein schreiben kannst, halte Dich bei Deinem Anschreiben an die alte Rechtschreibreform und schreibe die Anrede immer groß.
Da Du bereits in der Betreffzeile darauf verweist, dass Du mit Deinem Anschreiben auf eine Stellenanzeige antwortest oder eine Initiativbewerbung gestartet hast, musst Du dies in den ersten Zeilen nicht noch einmal wiederholen. Damit fallen Formulierungen, wie „hiermit bewerbe ich mich…“ weg. Dein erster Satz sollte sich entweder auf ein Telefonat beziehen, das Du idealerweise vor dem Absenden Deiner Bewerbung mit dem Personaler geführt hast, oder ausdrücken, dass Du Dich mit dem Job identifizieren kannst. Statt der 08/15-Floskel „Begeistert habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“, solltest Du lieber Formulierungen verwenden wie: „für die Stelle als… bringe ich bereits erste Erfahrungen in … durch… mit.“ Eine solche Formulierung im Anschreiben bietet Dir zudem den fließenden Übergang zu Deinen Qualifikationen wie Deinem Studium und Deinen Berufserfahrungen oder diverse Praktika. Überzeuge den Personaler durch Deine Fachkompetenz, die Du gekonnt mit Projekten oder sonstigen Qualifikationen verknüpfst. Beachte: Weder Zeit noch Platz verschwenden – komm gleich zur Sache!
Überlege Dir genau, welche Punkte Dir an diesem Stellenangebot besonders gefallen. Zeig Dich von Dir überzeugt und spreche Deine Qualifikationen, die möglichst deckungsgleich mit den Anforderungen des Stellenangebots sind, selbstbewusst aus. Achte darauf, dass Du dabei nicht unnatürlich oder arrogant wirkst sondern lediglich zuversichtlich, dass Du die erforderlichen Qualifikationen mitbringst und motiviert bist. Beschreibe dem Personaler als nächstes warum Dich diese Stelle besonders interessiert. Geh dabei nicht nur auf die fachlichen Herausforderungen ein, sondern auch auf andere interessante Merkmale des Jobs, z.B.: „Neben der Herausforderung mein theoretisches Wissen im Bereich XYZ nun in die Praxis umzusetzen, freue ich mich auf die Arbeit in einem jungen und dynamischen Team.“
Die Personaler wollen auch etwas über die Person des Bewerbers erfahren, sprich deshalb im Mittelteil Deines Anschreibens auch Deine Soft Skills an und forme somit ein Persönlichkeitsprofil. Besonders aber solche Soziale Kompetenzen, die auch für Deinen Wunschberuf wichtig sind. Sind gute Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist gefragt, sprich z.B. Deine Tätigkeit als Torwart im örtlichen Handballverein an. Bei der Eigenschaft „Verantwortungsbewusstsein“ kannst Du etwa auch Deine Tätigkeit als Tutor oder Nachhilfelehrer angeben. Beachte: Personaler lesen bloße Aufzählungen positiver Eigenschaften jeden Tag und tun sie als Standardfloskeln ab. Verknüpfst Du Deine Soft Skills im Anschreiben allerdings mit bestimmten Tätigkeiten, wirkt Deine Selbstdarstellung authentisch. So weckst Du das Interesse des Lesers.
Im letzten Absatz Deines Anschreibens gibst Du Zusatzinformationen, z.B. Gehaltsangaben oder Deine Bereitschaft zu einem Bewerbungsgespräch zu kommen. Verzichte allerdings auf Gehaltsangaben, wenn Du nicht explizit dazu aufgefordert wirst und gib den Lohn immer in Brutto -Zahlen an. Unser Gehaltsvergleich hilft Dir dabei, einen realistischen Brutto-Lohn zu errechnen. Im letzten Absatz des Anschreibens kannst Du aber auch den nächstmöglichen Eintrittstermin angeben, entweder mit genauem Enddatum Deiner derzeitigen Beschäftigung oder unter Angabe Deiner Kündigungsfrist.
Zeige im letzten Satz Deines Anschreibens noch einmal Deine Motivation und vermeide Sätze wie „Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören“. Diese Formulierung wirkt zu schüchtern. Wenn Du Dich freust, dann schreib das auch in den letzten Satz, in einer Formulierung, wie: „Über eine Einladung nach Stuttgart zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch, freue ich mich sehr“. Vor Deiner Unterschrift steht das obligatorische „Mit freundlichen Grüßen“ wobei Du hinter dieser Schlussfloskel kein Komma setzt.
Dein Anschreiben wird von Deiner Unterschrift beendet. Auch bei einer Email- oder Online-Bewerbung Online-Bewerbung wirkt es stilvoller, wenn Du Deine Unterschrift für das Anschreiben einscannst. Du kannst Deine Unterschrift aber auch einfach eintippen. Unterzeichnest Du selbst sollte Deine Unterschrift lesbar sein und keinesfalls verschmiert. Vermeide Unterschriften mit Filzstiften oder Stiften, die zum Schmieren neigen. Greife zu einem Kugelschreiber oder einem Füller, mit dem Du gut schreiben kannst. Geh vorher sicher, dass der Stift beim ersten Strich nicht versagt und probiere ihn zunächst auf einem Schmierzettel aus. Beachte: Unterschriften werden entweder in blauer oder schwarzer Tinte getätigt, niemals aber in den Signalfarben Grün oder Rot. In vielen Branchen darf nur der Chef mit Grün oder Rot arbeiten.
Versuche Dein Anschreiben und besonders auch Deinen Lebenslauf genau an die Anforderungen der Stelle anzupassen. Präsentiere Dich selbstbewusst, kompetent und motiviert bis zum Schluss. Dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
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