Nach dem Studienabschluss haben Absolventen mehrere Möglichkeiten für ihren Berufseinstieg. Der Direkteinstieg ist die häufigste Form des Berufseinstiegs. Daneben bieten immer mehr Firmen Trainee-Programme an, die sich fast ausschließlich an Hochschulabsolventen richten. Eine weitere verbreitete Form des Berufseinstiegs sind Assistenzpositionen wie z.B. die „Assistenz der Geschäftsführung“. Ein Teil der Absolventen absolviert nach dem Studium zunächst ein Praktikum, über das jedes Jahr vielen Absolventen der Schritt in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis gelingt.
Den meisten Absolventen gelingt der Berufseinstieg nach ihrem Studium mit einem Direkteinstieg. Beim Direkteinstieg spricht man vom „Training on the Job“, da der Absolvent von Beginn an ein klar umrissenes Aufgabengebiet hat. Nach einer Einarbeitungsphase werden Berufseinsteiger zügig in die Arbeitsabläufe der Firma bzw. der jeweiligen Abteilung integriert. Direkteinsteiger legen sich in der Regel zunächst auf eine berufliche Zielrichtung fest und lernen zu Beginn oftmals nur die eigene Abteilung kennen. Die Vorteile für Absolventen bei einem Direkteinstieg bestehen darin, dass Sie im Gegensatz zu vielen Trainees sofort im Tagesgeschäft und in Projekten mitwirken können, häufig einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommen, und das Gehalt zudem im Schnitt etwas höher als das eines Trainees ist.
Trainee-Programme richten sich vornehmlich an Wirtschaftswissenschaftler. Immer mehr Firmen sind aber auch an Ingenieuren, IT-Absolventen, Juristen und vereinzelt an Geisteswissenschaftler interessiert. Anders als beim Direkteinstieg haben Trainees in der Regel zunächst keinen festen Arbeitsplatz in einer bestimmten Abteilung. Stattdessen durchlaufen Trainees während ihrer Ausbildung innerhalb des Unternehmens verschiedene Unternehmensbereiche. Ziel ist des, dass der Trainee durch die Jobrotation die gesamte Firmenstruktur kennenlernt. Nach Ende des zwölf- bis 24-monatigen Trainee-Programms soll der Trainee seine erlangten Kenntnisse in seiner anschließenden Zielposition als Fach- oder Führungskraft in seine Arbeit und in sein Handeln einfließen lassen. Die Nachteile eines Trainee-Programms bestehen darin, dass das Gehalt eines Trainees etwas geringer ausfällt als das eines klassischen Berufseinsteigers. Zudem sind die Arbeitsverträge von Trainees oftmals zunächst nur über die Dauer des Trainee-Programms befristet. Die Übernahmechancen sind aber gut, da die Firmen große Investitionen in das Humankapital der Trainees vornehmen und diese deswegen Interesse daran haben, den Trainee nachhaltig an die Firma zu binden. Immer mehr Unternehmen bieten auch spezielle Fach-Trainee-Programme an, in denen der Trainee nur die Abteilungen seines für ihn relevanten Fachbereichs durchläuft. Ein Fach-Trainee-Programm entspricht somit einem Trainee-Programm mit Elementen des Direkteinstiegs.
Die Stellenangebote für Assistenzpositionen richten sich vornehmlich an Absolventen ohne Berufserfahrung. Das Aufgabengebiet eines Assistenten kann sehr vielfältig sein: Projekte, Organisatorisches, Controlling, Korrespondenz sowie allgemeine Sekretariatsaufgaben. Der Assistent arbeitet seinem Vorgesetzten zu und liefert ihm im besten Fall Ideen und Anregungen. Absolventen sollten das Aufgabengebiet in jedem Fall vorher klar vereinbaren und die Tätigkeitsschwerpunkte vertraglich festhalten. Die Position als Assistent der Geschäftsleitung bietet durch die Nähe zum Management gute Möglichkeiten Kontakte aufzubauen, die für die spätere Karriere hilfreich sein können. Zudem bekommen Assistenten durch ihre abwechslungsreiche Tätigkeit Einblicke in viele Bereiche und in die Entscheidungsabläufe. Häufig wechseln Assistenten nach etwa zwei bis spätestens drei Jahren in eine Fachabteilung der Firma und bringen ihre erlangten Kenntnisse dort ein.
Einer Studie des HIS (Hochschul-Informations-Systems) zu Folge absolvieren etwa 13 Prozent aller (Fach-)Hochschulabsolventen nach dem Studium zunächst ein Praktikum. Je nach Fachrichtung treten deutliche Unterschiede zu Tage. Während etwa ein Drittel der Geisteswissenschaftler ein Praktikum ableistet, sind es bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaftlern circa 20 Prozent und bei Elektroingenieuren lediglich zwei Prozent. Auffällig ist, dass der Anteil der Frauen, die nach ihrem Abschluss ein Praktikum machen, über alle Fachrichtungen hinweg (18 Prozent) größer ist als der Anteil der Männer (12 Prozent). Die vielzitierte „Generation Praktikum“, laut der sich Absolventen über einen längeren Zeitraum von Praktikum zu Praktikum hangeln, gibt es in der Form aber nicht: Nur ein Prozent aller Absolventen ist länger als ein Jahr Praktikant. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) bezeichnet Praktika daher „als einen Umweg zum Ziel“, denn laut der Bundesagentur für Arbeit gelang in den vergangenen Jahren jeweils etwa 300.000 Absolventen der Schritt direkt aus dem Praktikum in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. Wie sich die Zahlen in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise entwickeln werden bleibt abzuwarten.
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