Das Praktikumszeugnis
Bei dem Praktikumszeugnis wird zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Praktikumszeugnis unterschieden. Die einfache Version bestätigt, dass der Praktikant ein Praktikum innerhalb eines bestimmten Zeitraums absolviert hat. Das qualifizierte Praktikumszeugnis bietet zudem eine Bewertung der Leistungen während des Praktikums.
Das Praktikumszeugnis hat für die Hochschulen und den späteren Arbeitgeber einen vergleichbaren Wert wie ein Arbeitszeugnis. Die Gesetzestexte, die die Inhalte für das Arbeitszeugnis festlegen, können auch auf das Praktikumszeugnis bezogen werden.
Auflistung der Tätigkeiten
Wenn der Arbeitgeber ein qualifiziertes Arbeits-, beziehungsweise Praktikumszeugnis erstellt, sollten folgende Bewertungen enthalten sein:
- Tätigkeitsfelder
- Leistungen und Leistungsbewertung
- Fachkompetenz und spezielle Kenntnisse
- Auffassungsgabe
- Arbeitsweise und Ergebnisse der Arbeit
- Soziale Kompetenzen
- Schlussformulierung
Es ist sinnvoll, dass Praktikanten sich ihr Zeugnis aufmerksam durchlesen und darauf achten, dass die angeführten Punkte im Praktikumszeugnis aufgelistet und bewertet worden sind. Wenn ein Bestandteil dieser Liste fehlt, sollte der Praktikant seinen Arbeitgeber fragen, warum dieser Teil nicht vorhanden ist. Nicht formulierte Kompetenzen können bei der zukünftigen Jobsuche von potenziellen Arbeitgebern als negative Wertung gesehen werden.
Die Formulierungen im Zeugnis unterschieden sich natürlich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Trotzdem folgen sie bestimmten Regeln der vereinheitlichten Zeugnissprache, die viele Personaler verwenden und die zum besseren Verständnis bei der Bewertung der erbrachten Leistungen beiträgt.
Fristen beim Praktikumszeugnis
Ausformulierte Fristen gibt es für Praktikumszeugnisse nicht. Ein Praktikant hat zwar ein Recht auf ein Praktikumszeugnis bei Beendigung seines Praktikums, allerdings kann sich die Wartezeit oft hinziehen. Eine „regelmäßige Verjährung“ tritt nach drei Jahren in Kraft. Praktikanten sollten sich jedoch möglichst schnell um ein Praktikumszeugnis kümmern, da sie auf Grund ihrer kurzen Verweildauer in dem Unternehmen schneller vergessen werden können als langjährige Mitarbeiter. Ein Urteil beispielsweise über die sozialen Kompetenzen oder die Arbeitsweise kann gegebenenfalls nicht mehr gegeben werden, wenn sich niemand mehr an den Praktikanten erinnern kann. In einem solchen Fall entfällt der Anspruch auf ein Praktikumszeugnis.
Praktikumszeugnis selber schreiben?
Viele Praktikanten formulieren ihre Zeugnisse selbst aus, damit der Vorgesetzte sie nur noch überprüfen und dann unterschreiben muss. Was zunächst paradox erscheint, ist gängige Praxis. Praktikanten sollten sich dabei an die gängige Zeugnissprache halten und keine phantasievollen Formulierungen verwenden, die möglicherweise verwirrend sind. Ein Praktikumszeugnis sollte sehr ordentlich sein, denn Fehler in der Form oder der Orthografie des Schreibens wirken auf den Leser wie ein Geheimsignal, dass der Praktikant ungenügende Leistungen erbracht hat. Praktikanten haben das Recht auf ein fehlerfreies Zeugnis und können dieses notfalls sogar einklagen.