Anspruchsvolles Stellenangebot? Trotzdem bewerben!
Geschrieben am 03.06.2009 von ABSOLVENTA-TeamWer jetzt seinen Abschluss macht, hat nicht das beste Timing für den Berufseinstieg getroffen. In Zeiten von Kurzarbeit und Einstellungsstop steigen die Zahlen von Bewerbungen auf Ausschreibungen massiv an. Große Firmen wie Proctor & Gamble erhalten etwa 5.000 Bewerbungen am Tag. Dabei arbeiten bei P&G weltweit nur 10.000 Leute. Die Betriebe reagieren darauf, indem sie die Anforderungen in Stellenanzeigen aufstocken. Damit wollen sie zwei Ziele erreichen: Nur die qualifiziertesten und insgesamt weniger Personen sollen Bewerbung abschicken, um das Auswahlverfahren einfacher und schneller zu gestalten.
Auch bei der Arbeitssuche gilt, dass Mut sich auszahlt. Absolventen sollten sich auch auf Stellenangebote bewerben, bei denen Berufserfahrung erwünscht ist. Selbst wenn keine entsprechenden Praktika oder Nebenjobs nachweisbar sind, können andere Stärken betont werden. Viele Fragen lassen sich gut durch einen Anruf klären. Bei der Gelegenheit lässt sich auch der richtige Ansprechpartner ermitteln, damit das Anschreiben mit einem Namen statt dem allgemeinen „Sehr geehrte Damen und Herren“ beginnt. Geisteswissenschaftler sollten sich nicht entmutigen lassen, falls sich die Ausschreibung auf einen anderen Studiengang bezieht. Im Zuge der Umstellung auf BA-Studiengänge haben sich die Bezeichnungen vervielfacht. Wenn ein Wirtschaftsjournalist gesucht wird, heißt das nicht, dass Betriebswirte oder Kommunikationswissenschaftler chancenlos sind.
Stellenangebote genau lesen
Entscheidend ist, beim Lesen der Ausschreibung darauf zu achten, welche Anforderungen vorausgesetzt, welche erwünscht und welche nur idealerweise nachzuweisen sind. Einige Firmen schreiben unter dem Stichpunkt „Voraussetzung“ großzügig: „Dem Aufgabengebiet entsprechend umfassende Kenntnisse“. Der Text unter dem Stichpunkt „Erwünscht“ ist meistens deutlich länger. Wenn Dein Profil halbwegs passt, solltest Du Dich trotzdem bewerben. Der ideale Kandidat, der alle erwünschten Kenntnisse mitbringt, existiert vielleicht gar nicht.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Laut einer vom Spiegel veröffentlichten Studie der Hochschule Furtwangen und der Personalberatung Promerit AG plant derzeit jedes zweite Unternehmen aus den besten Bewerbern einen Pool einzurichten, um nach der Krise auf qualifiziertes Personal zurückgreifen zu können. Viele Bewerber halten eine entsprechende Anfrage für eine höfliche Absage. Dies ist jedoch keineswegs der Fall. Armin Trost, Leiter der Studie, rät darauf auf jeden Fall einzugehen. Der Suchende sollte die Personaler nur festlegen: "'Freut mich, wenn Sie meine Daten noch aufheben wollen. Wie geht es denn weiter, wann kann ich mich melden?', ist dann die richtige Antwort".
Individuelle Bewerbungen setzen sich von der Masse ab
Unerlässlich ist es mittlerweile, dass Du Dich vor dem Bewerbungsschreiben über den entsprechenden Betrieb informierst und jedes Mal ein individuell zugeschnittenes Anschreiben verfasst. Begründe, was Deine Qualifikationen mit den Anforderungen der jeweiligen Stelle zu tun haben. Soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Organisationstalent und Zuverlässigkeit solltest Du am besten belegen. Falls keine entsprechenden Berufserfahrungen nachweisbar sind, darf es auch etwas ausgefallener sein, zum Beispiel Vorbereitungen für eine Hochzeit.
Phasen der Arbeitslosigkeit kannst Du nutzen, um Dich fortzubilden. Je nach angestrebter Fachrichtung können dies Sprach- oder IT-Kurse sein. Es gibt auch mehrere Möglichkeiten, kostenlose Seminare zum Bewerbungstraining zu belegen, z.B. über den Karrierebereich unserer Jobbörse.
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Geschrieben in: Rund um die Bewerbung
















